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Der Ingolstädter Stadtentwicklungsausschuss erteilte gestern die Genehmigung für einen zusätzlichen Supermarkt und ein Gartencenter

(ty) Westpark, Südpark, Weiherfeld. Die Herausforderungen  für die Innenstadt wachsen. Genau diese Frage beschäftigte gestern den Stadtentwicklungsausschuss, der sich damit zu beschäftigen hatte, ob ein Supermarkt und ein Gartencenter neben dem bestehenden Angebot Möbelhaus und Baumarkt nicht doch langsam der Innenstadt und deren Gewerbetreibenden gefährlich werden könnte. Zumal aus den Landkreisen sehr wohl Bedenken gibt ob der heranwachsenden Konkurrenz.

„Die geplanten Dimensionen der Verkaufsflächen lassen unzweifelhaft raumwirksame Verflechtungen erkennen. Bereits heute verursachen die großflächigen Einzelhandelsstandorte Westpark und Ingolstadt Village durch Kaufkraftabflüsse negative Auswirkungen auf das Mittelzentrum Eichstätt und einen belegbar wachsenden Flächenleerstand der innerstädtischen Einzelhandelslagen“, heißt es etwa in einer Stellungnahme der Stadt Eichstätt zur Erweiterung des Weiherfeldes, „die dargelegten Planungen des Sondergebietes  werden das Mittelzentrum Eichstätt weiter schwächen.“

Und Eichstätt steht mit seinen Bedenken da nicht alleine. BGI-Stadtrat Christian Lange beispielsweise äußerte gestern ein massives Bauchgrimmen. „Das Weiherfeld wird schleichend zu einem Fachmarktzentrum ausgebaut“, gab er in der Sitzung zu bedenken. Es entstehe erneut ein „Sogeffekt“ am Rande der Stadt. Es gehe auch nicht nur um die Genehmigung eines Supermarktes, sondern auch um einen zusätzlichen Gartenfachmarkt. „So eine Ansammlung hat eine ganz andere Anziehungskraft.“

„Wenn wir bei einem Supermarkt anfangen Innenstadtrelevanz festzustellen, dann müssen wir uns verabschieden von der Nahversorgung der Bevölkerung“, konterte Oberbürgermeister Lösel, der auch die nahe Immelmann-Kaserne und die Versorgung der Asylbewerber als Argument für den Supermarkt ins Feld führte. Und CSU-Stadtrat Hans Achhammer sprang ihm zur Seite. Angesichts der Flüchtlingszahlen könne man sich vorstellen, was sich da draußen entwickeln werde.

Auch bei den Grünen überwiegen die Bedenken. Auf das JVA-Gelände, das von der Stadt zurückgekauft werden soll,  käme ja wohl Gewerbe hin, meinte Stadträtin Petra Kleine.  „Wenn aber Wohngebiete geplant sind, sollten wir heute informiert werden“, so Kleine weiter die schon der Meinung ist, dass es zusammen mit einem Gartenfachmarkt am Weiherfeld innenstadtrelevante Angebote gibt. „Wir halten das nicht für die richtige Entscheidung“, sagte sie und sah sich einig mit Christian Lange und auf Franz Hofmeier von der ÖDP.  „Man kann das alles schon sehr kritisch sehen“, meinte er. Und für einen Supermarkt, der Zuchering zur Nahversorgung dienen solle, gäbe es ja wohl günstigere Standorte. Und in die Phalanx der Gegner reihte sich schließlich auch SPD-Stadtrat Manfred Schuhmann ein. „Wir bleiben konsequent und lehnen das ab.“ Was am Ende soviel half wie es immer hilft, wenn die Opposition gegen etwas ist. Der Antrag der Verwaltung ging gegen fünf Gegenstimmen im zwölfköpfigen Ausschuss knapp durch. 


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