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Fachkräftemangel in der Region 10 verschärft sich – Der Engpass verursacht alleine in Ingolstadt ein Defizit bei der Wirtschaftsleistung von rund 600 Millionen Euro in diesem Jahr

(ty) In der Region verschärft sich der Wettlauf um die Fachkräfte. Bei Fahrzeugbauingenieuren, Konstrukteuren und Industriemeistern kann fast jede sechste Stelle nicht mehr besetzt werden. Insgesamt fehlen heuer trotz des aktuellen Beschäftigungsrekords über alle Berufsgruppen hinweg 6000 Fachkräfte in Ingolstadt und den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen. Die Lücke entspricht mehr als drei Prozent aller nachgefragten Beschäftigten, so die jüngste Auswertung des IHK-Fachkräftemonitors Bayern.

Gesucht werden in erster Linie keine Akademiker, sondern zu mehr als zwei Drittel beruflich qualifizierte Mitarbeiter. Ganz oben auf der Wunschliste der Betriebe stehen auch Industriekaufleute, Bürokaufleute und Fertigungsmechaniker.

„Der Fachkräftemangel bremst die Wirtschaft in der Region Ingolstadt deutlich. Betriebe müssen Aufträge verschieben oder ablehnen, weil die Kapazitäten nicht vorhanden sind. So entgeht der Region eine Wirtschaftsleistung von schätzungsweise 600 Millionen Euro allein in diesem Jahr“, sagt Eberhard Sasse, Präsident der IHK für München und Oberbayern. Bereits in der IHK-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn hatten 59 Prozent der Betriebe in der Region angegeben, dass die fehlenden Fachkräfte ein Geschäftsrisiko seien. Dies war der höchste Wert seit Beginn der Erhebung 2010.

In ganz Oberbayern ist in absoluten Zahlen der Großraum München am meisten vom Personalengpass betroffen. Hier fehlen 37 000 Fachkräfte, zwei Drittel des Defizits in Oberbayern. Als Anteil der Personalnachfrage ausgedrückt ist der Fachkräftemangel dagegen in Ingolstadt genauso groß wie im Großraum München.

Bis 2030 wird die Fachkräftelücke in Oberbayern wegen des demografischen Wandels auf 166 000 Beschäftigte oder elf Prozent der Personalnachfrage steigen. In der Region 10 fehlen dann laut der Prognose 18 000 Fachkräfte.

„Viele Branchen leiden darunter, dass die Nachwuchskräfte an den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts vorbei ein Studium und akademische Abschlüsse anstreben“, sagt IHK-Präsident Sasse. Dabei seien Meister und Fachwirte wegen ihrer großen Praxiserfahrung viel gesuchter und hätten oftmals bessere Karriere- und Verdienstaussichten als Akademiker, so Sasse. Der IHK-Präsident fordert auch mehr Frauen als Fach- und Führungskräfte, um den Personalengpass in der Wirtschaft zu lindern. „Die Betriebe müssen noch viel mehr in die Vereinbarkeit von Beruf und Familie investieren, um qualifizierte Frauen – und auch Männer – langfristig zu binden“, sagt Sasse. Außerdem setzen sich die bayerischen IHKs angesichts des Fachkräftemangels für eine großangelegte Qualifizierungsoffensive für die Flüchtlinge ein. Generell sei nur ein sehr kleiner Teil von ihnen ohne sprachliche und berufliche Schulungen sofort einsetzbar. Die IHKs in Bayern wollen in diesem Jahr acht Millionen Euro für Projekte zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt aufwenden. 


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