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Hier lesen Sie eine Zusammenfassung der Vorkommnisse aus Pfaffenhofen und Umgebung sowie die krassesten Fälle aus ganz Bayern.

(ty) In der Freinacht wird traditionell allerlei Unsinn getrieben. Manches ist lustig und harmlos, manches weniger witzig oder gar ein Fall für die Polizei. In erstere Kategorie fällt eine Mülltonnen-Ansammlung, die Unbekannte vor dem Reichertshausener Rathaus fabriziert haben. In die Kategorie "Da hat der Spaß ein Loch" gehören ausgehobene Gully-Deckel in Geisenfeld, die Polizei ermittelt bereits wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Hier lesen Sie, was in der Freinacht in der Region so alles passiert ist.

Ganze Arbeit geleistet haben in Reichertshausen einige unbekannte Mülltonnen-Sammler. Sie haben unzählige Papier-, Bio- und Restmülltonnen eingesammelt und auf dem Platz vor dem Rathaus postiert. Spannend wird nun vermutlich, ob jeder Haushalt wieder "seine" Tonne bekommt oder ob es etwas durcheinandergeht im Ort. Das Foto, das Sie oben sehen, zeigt jedenfalls das Ergebnis dieser Mülltonnen-Installation – geschickt hat es uns unser Leser Arne Leppelsack. Der Pfaffenhofener Polizei ist die Tonnen-Sammlung auch bereits aufgefallen. Ansonsten ist es im Zuständigkeitsbereich der Inspektion nach bisherigem Stand eher ruhig geblieben, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte.

In Geisenfeld wurden heute Nacht mehrere Gully-Deckel ausgehoben. Im Verdacht stehen drei junge Leute: Es handelte es sich den Angaben zufolge um eine 18-Jährige aus Ingolstadt, einen 17-Jährigen aus Pfaffenhofen und einen 22-Jährigen aus Geisenfeld. Die Ermittlungen laufen wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Hier der ausführliche Bericht dazu: In Geisenfeld hatte der Spaß ein Loch. 

Im Zusammenhang mit der Rauhnacht hat die Polizeiinspektion Freising nach bisherigem Stand lediglich eine Ruhestörung zu verzeichnen. "Diese fand am Abend auf einem Spielplatz der Rotkreuzstraße statt", wird dazu berichtet. "Die grölenden Jugendlichen wurden durch die Streife zur Ruhe ermahnt. Dem kamen sie ohne weitere Zwischenfälle nach."

 

Im Zuständigkeitsbereich des in Ingolstadt ansässigen Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord, zu dem auch der Landkreis Pfaffenhofen gehört, bescherte die Freinacht den Beamten zwar einige Einsätze, „verlief jedoch ohne größere Sicherheitsstörungen“, wie heute Mittag in einem ersten Fazit gemeldet wurde. „Ein eindeutiger Einsatzschwerpunkt bildete sich – wohl auch durch die hohe Polizeipräsenz – nicht heraus.“ 

Bis in die frühen Morgen verzeichnete die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums den Angaben zufolge insgesamt 67 Einsätze mit Bezug zur Freinacht. Hauptsächlich seien bei den Dienststellen Anzeigen wegen Sachbeschädigungen und Ruhestörungen, aber auch wegen kleineren Körperverletzungen eingegangen. „Hierbei wurden drei Personen leicht verletzt, es entstand Sachschaden in Höhe von rund 8000 Euro“, so ein Polizei-Sprecher. 

Die strafbare Unsitte, Kanaldeckel auszuheben oder Gegenstände auf die Fahrbahn zu bringen, musste auch in dieser Nacht wieder festgestellt werden – wie etwa in Geisenfeld. „Herauszuheben ist ein Fall in Pöcking, bei dem Unbekannte eine Schnur quer über die Fahrbahn gespannt hatten“, so ein Polizei-Sprecher. „Ein in dieses Hindernis fahrender Pkw wurde dabei leicht beschädigt, verletzt wurde glücklicherweise niemand.“

Explosion in München

In München registrierte die Polizei insgesamt 44 Einsätze, die in einem Bezug zu Aktivitäten während der Freinacht standen – die meisten waren wegen kleinerer Sachbeschädigungen. Einmal allerdings hat es mächtig gescheppert. Gestern gegen 22.35 Uhr gab es in der Bussardstraße in Unterhaching einen lauten Knall, daraufhin wurde der Notruf verständigt. Offensichtlich war ein Zigarettenautomat mittels eines Böllers aufgesprengt worden. Eine Nahbereichsfahndung der Polizei verlief ohne Erfolg.

Da nach der Explosion die Zigaretten über die geöffnete Unterseite ohne größeren Aufwand hätten entnommen werden können, wurde der Automat zur Eigentumssicherung durch die Feuerwehr geöffnet, demontiert und zur nächsten Polizeidienststelle gebracht. Ob von den Tätern etwas aus dem Automaten gestohlen wurde oder werden sollte, ist bislang nicht bekannt. Es entstand ein Sachschaden von geschätzt 5000 Euro.

Weitere Fälle aus ganz Bayern

In Günzburg wurde heute Nacht zwischen 1.30 Uhr und 3 Uhr in der öffentlichen Toilette des Bahnhofes massiver Vandalismus festgestellt. Bislang unbekannte Täter beschädigten dabei die Türen, Toilettenschüsseln sowie die Trennwände mutwillig. Dadurch trat an den Toiletten Wasser aus und überflutete das komplette öffentliche WC. Die Feuerwehr konnte den Wasseraustritt stoppen. Der vorläufig geschätzte Sachschaden beläuft sich auf etwa 5000 Euro.

Gestern Abend gegen 21.25 Uhr, verunglückte in einem Wohngebiet im Buchloer Osten ein 18-Jähriger, der zusammen mit vier Freunden im Rahmen der Freinacht einen Blumentopf verziehen wollte. Als der Besitzer des Blumentopfs die Freunde ertappte, liefen diese weg. Der 18-Jährige stürzte auf seiner Flucht in einen etwa fünf Meter tiefen Graben. Ein 40 Mann umfassendes Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste ausrücken, um den Verletzten zu retten. Durch den Sturz erlitt der junge Mann diverse Knochenbrüche und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Im schwäbischen St. Mang wurden in der Mainacht an zwei verschiedenen Stellen Altpapier-Container in Brand gesetzt. Während bei einem kein nennenswerter Sachschaden entstand, verursachte der zweite Brand einen Schaden in Höhe von etwa 700 Euro. In Wildpoldsried wurde ebenfalls ein Altkleider-Container in Brand gesetzt, der zwei weitere Container entzündete.  Die Schadenshöhe liegt hier bei etwa 2000 Euro.

Im Allgäu versuchten Unbekannte in der Freinacht die Halterung des Maibaums in Westendorf  zuzubetonieren. Dies gelang jedoch nicht vollständig. Zu der Aktion wurde auch ein Pkw benötigt, der zu allem Überfluss auch noch fünf Rosenstöcke im Umfeld des Aufstellplatzes beschädigte. Der Sachschaden beläuft sich auf zirka 100 Euro.

High-Noon am Dorfplatz

Zu einer unschönen Aktion kam es in den frühen Montagmorgenstunden am neu errichteten Maibaum am Dorfplatz in Eußenheim (Kreis Main-Spessart). Der Vorgänger-Maibaum war bereits in der Nacht auf Sonntag von Unbekannten gefällt worden. Nun machte sich um 2.20 Uhr eine Gruppe junger Erwachsener daran, den Maibaum abermals umzusägen, und hatte auch schon eine Motorsäge angeworfen. Einige aus der Gruppe sollen vermummt gewesen sein.

Laut Polizei wurde eine Gruppe junger Eußenheimer auf die Täter aufmerksam und machte sich verbal daran, die Vandalen von ihrem Vorhaben abzubringen. Diese ließen von da an den Maibaum außer Acht und gingen mit mehreren Personen gewaltsam gegen die couragierten Eußenheimer vor. Im weiteren Verlauf kam es zu einer unübersichtlichen Schlägerei, bei der ein 17- und ein 24-Jähriger sowie eine 22-Jährige aus der Eußenheimer Gruppe leicht verletzt wurden. Als schließlich noch ein Feuerlöscher zum Einsatz kam, löste sich diese Keilerei auf und einige Schläger flüchteten zu Fuß. Als diese von weiteren Helfern verfolgt wurden, kam es zu erneuten Attacken. Dabei sollen auch Flaschen geflogen sein.

Mindestens drei Täter steigen am Dorfplatz in ein bereitgestelltes Auto mit abgeklebten Kennzeichen und flüchteten über die B27 in Richtung Aschfeld. Dabei kam es bei der Abfahrt zu einer erneuten Gefahrensituation, da der Pkw-Lenker losfuhr, obwohl noch ein Helfer vor dem Fahrzeug stand und einer am Außenspiegel hing, um die Weiterfahrt des Lada zu verhindern.

Das Fluchtfahrzeug wurde schließlich im Rahmen der Fahndung im Ortsbereich von Aschfeld von einer Polizeistreife gesichtet und verfolgt. Der Pkw flüchtete über die Ostertalstraße, verlegte schließlich auf unwegsames Gelände, bevor die Flucht an einem Waldstück in der Gemarkung Ofenroth endete.

Der 30-jährige Fahrer aus dem Landkreis Kitzingen und ein weiterer 17-jähriger Tatverdächtiger auf der Rücksitzbank wurden widerstandlos festgenommen. Der 23-jährige Beifahrer setzte sich gegen die Festnahme zur Wehr, er konnte aber von den Polizeibeamten überwältigt werden. Dabei wurde der junge Mann leicht verletzt. Er muss sich neben anderer Delikte wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten. Die Polizeiinspektion Karlstadt hat die Ermittlungen – unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr – aufgenommen.

In der Oberpfalz verlief die Freinacht „einigermaßen friedlich“, wie es in einer ersten Bilanz heißt. Allerdings gab es auch wieder Ereignisse, „die nichts mit dem Brauchtum zu tun haben“, wie es heißt. Bisher wurden in der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz insgesamt etwa 50 Einsätze registriert, die im Zusammenhang mit der Freinacht zu sehen sind. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Ruhestörungen und Sachbeschädigungen.  

Einige Vorfälle, wie zum Beispiel das Aushängen von Gartentürchen, können nach Ansicht der oberpfälzer Polizei unter dem Begriff "brauchtumsüblicher Streich" abgehakt werden. Darüber hinaus sei es jedoch zu einigen Sachbeschädigungen gekommen, die nun strafrechtlich verfolgt werden. Exemplarisch genannt werden in diesem Zusammenhang herausgerissene Leitpfosten, umgeknickte Verkehrszeichen, beschädigte Bauzäune oder Baustellen-Toiletten sowie abgebrochene Pkw-Antennen.  

Bei den in der Oberpfalz bislang gemeldeten Fällen beläuft sich der Gesamtsachschaden auf knapp 6000 Euro. Zudem sei eine geringe Anzahl von Körperverletzungsdelikten angezeigt worden; dabei zogen sich fünf Personen Verletzungen leichterer Art zu. Im Großen und Ganzen bewegte sich die Einsatzbelastung für die Polizei in der Oberpfalz in Sachen Freinacht „im üblichen Rahmen“, wurde heute Vormittag gemeldet. „Zu herausragenden Ereignissen kam es nicht.“

Dieser Artikel wird ergänzt, wenn weitere Vorkommnisse bekannt werden.


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