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Pfaffenhofen war neben Pirmasens und Karlsruhe für den Jubiläumspreis des deutschen Nachhaltigkeits-Preises nominiert.

(ty) Auch, wenn es mit einer weiteren ganz großen Auszeichnung diesmal nicht geklappt hat: Bürgermeister Thomas Herker (SPD) hatte am Freitagabend in Düsseldorf vor 1200 Gästen die Möglichkeit, das Verständnis seiner Stadt von Nachhaltigkeit deutlich zu machen. Pfaffenhofen hatte im Jahr 2013 den deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Kommunen in der Kategorie Kleinstadt gewonnen. Für den Jubiläumspreis waren nun Kommunen nominiert, die als Sieger der vergangenen Jahre ihre Auszeichnung vorbildlich genutzt und Nachhaltigkeit weitergetragen haben. Die Nominierung Pfaffenhofens honorierte konkret den Umgang mit dem damaligen Preisgeld in Höhe von 35 000 Euro: Über die Verwendung der stattlichen Summe bestimmte das Jugendparlament.

 

Seit 2012 werden Kommunen für vorbildliche Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Die fünfte Auflage des Preises war nun der Anlass dafür, auch einen besonderen Jubiläumspreis auszuloben. Zugrunde lag dem die Frage, welche Anstrengungen eine Kommune unternimmt, um das Thema Nachhaltigkeit verstärkt in die Gesellschaft zu tragen. Dieser Jubiläumspreis ging am Freitagabend zwar nicht an Pfaffenhofen, sondern an die Stadt Pirmasens – doch allein, dass Pfaffenhofen neben Karlsruhe und Pirmasens erneut im Fokus stand, war bereits eine Auszeichnung.

Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass in Pfaffenhofen die 35 000 Euro Preisgeld – sie kamen damals von der Allianz-Umweltstiftung – in die Hände von Jugendlichen gelegt worden waren. Auf Anregung von Bürgermeister Herker hatte der Stadtrat jedoch genau diesen Beschluss gefasst und dem Jugendparlament damit den Auftrag erteilt, über die Verwendung der Summe zu entscheiden. "Dieses Vertrauen zahlte sich mehrfach aus", lautet heute das Fazit aus dem Rathaus. "Die Jungparlamentarier mussten sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen und zahlreiche Projekte konnten in Pfaffenhofen finanziell gefördert werden."

 

Auch wenn es am Freitagabend nicht zum Gewinn des Jubiläumspreises gereicht hat. "Die Intention war die richtige", verlautet es aus der Stadtverwaltung. Und Herker hatte bei dem Gala-Abend in Düsseldorf in seiner Ansprache an das Publikum erklärt: "Nachhaltigkeit dreht sich im Kern um die Lebensgrundlagen der Jugend von heute und künftiger Generationen. Unser Ziel war es, die Jugend zu sensibilisieren, in Verantwortung zu nehmen und entscheiden zu lassen – damit wollen wir heute Samen setzen, die morgen Früchte tragen."

Das Pfaffenhofener Jugendparlament, das alle zwei Jahre gewählt wird, vertritt die Interessen der jungen Leute gegenüber dem Stadtrat und berät ihn auch in Angelegenheiten, die Jugendliche betreffen. Die Nachwuchs-Parlamentarier beschlossen, das Preisgeld zu teilen und erarbeiteten ein Förderkonzept mit entsprechenden Richtlinien, um die Summe zweckgebunden und zu treuen Händen an verschiedene Kleinprojekte weiterzuleiten. Dabei wurden die einzelnen Fördersummen auf maximal je 3000 Euro beschränkt. So wurden in drei Jahren 10 000 Euro ausgeschüttet. Gefördert wurden der Inter-Kultur-Garten, der Energie- und Solarverein, der Asyl-Arbeitskreis, der Landesbund für Vogelschutz, der internationale Kulturverein, die Familia-Sozialeinrichtung sowie das Zentrum für Berufs- und Familienförderung.

 

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung. Mit fünf Wettbewerben (darunter der Next-Economy-Award für "grüne Gründer") und über 800 Bewerbern ist der Preis der größte seiner Art in Europa. Die Auszeichnung wird vergeben von der "Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis" in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Rahmen für die Verleihung ist der Deutsche Nachhaltigkeitstag in Düsseldorf, die meistbesuchte jährliche Kommunikationsplattform zu den Themen nachhaltiger Entwicklung. Schirmherr im Jubiläumsjahr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Der Jubiläumspreis prämierte heuer einmalig Kommunen, die als bisherige Sieger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ihre Auszeichnung vorbildlich genutzt und Nachhaltigkeit in den Kommunen weitergetragen haben. Nominiert worden waren neben der Stadt Pfaffenhofen als nachhaltigste Kleinstadt des Jahres 2013 auch Pirmasens als Stadt mittlerer Größe (Sieger 2013) und die Großstadt Karlsruhe (Sieger 2015). Das Publikum stimmte am Freitagabend in Düsseldorf live ab. Der Preis ging nach Pirmasens.

Bei der Preisverleihung am Freitagabend Düsseldorf: Pfaffenhofener Bürgermeister Thomas Herker (von links), Bürgermeister Klaus Stapf aus Karlsruhe, Oberbürgermeister Bernhard Matheis aus Pirmasens sowie Stefan Schulze-Hausmann, Vorstandsmitglied der "Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis". Foto: Ralf Rühmeier


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