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Bürgermeister Karl Huber (CSU) verweist auf gültige Beschlüsse und betont: Bevor über weitere Kiesabbauflächen diskutiert wird, braucht es ein ökologisches Sanierungskonzept für das Feilenmoos

(ty) Die Gemeinde Ernsgaden fordert ein ökologisches Sanierungskonzept für das Feilenmoos, bevor über die Genehmigung weiterer Kiesabbauflächen diskutiert und entschieden wird. Bürgermeister Karl Huber (CSU) betont in diesem Zusammenhang: "Es gibt mehrere gültige Gemeinderatsbeschlüsse, die die Beendigung des Kiesabbaus zum Inhalt haben."

Nach Mitteilung der Gemeinde sind unmittelbar im Feilenmoos oft landwirtschaftliche Grundstücke vernässt und zum Teil laufen bei hohem Grundwasserstand die Baggerseen über, die dann die Äcker und Wiesen großflächig überfluten. Auch die gemeindlichen Feldwege seien beeinträchtigt. Diese müssten nahezu jährlich aus Steuermitteln repariert werden, weil sie „weich“ werden, heißt es aus der Gemeindeverwaltung Ernsgaden.

Die Baggerseen mussten zum Teil mit hohen Dämmen umgeben werden, um noch größere Schäden zu verhindern. Mittlerweile seien diese Dämme stellenweise durch die sich ausbreitenden Biber und deren Bauten gefährdet. Der Schaden für die Landwirte, deren Grundstücke nicht ausgekiest wurden, aber auch für die Allgemeinheit, sei enorm. Er verstehe alle Landwirte und Grundstückseigentümer, die zu Recht sauer seien, so Bürgermeister Huber.

Ferner sei die Gemeinde Ernsgaden mittelbar betroffen, weil die Wassermassen aus dem Gebiet vor allem bei starkem Regen und hohem Grundwasserstand über den Moosgraben und den Rothernbach unkontrolliert auf die Gemeinde Ernsgaden zufließen. An einer Stelle ist sogar ein Wehr installiert, das zur Wasserstands-Regulierung eines großen Baggersees dient. Ferner wurde in zahlreichen Fällen der Sicherheitsabstand von den Baggerweihern zum Moosgraben nicht eingehalten, wie die Gemeinde erklärt. Statt der genehmigten fünf Meter Abstand zu den Gräben – ursprünglich seien sogar zehn Meter vorgegeben worden – sei nun oft bis auf einen Meter und stellenweise sogar noch weniger an die Gräben herangebaggert worden. Es sei offensichtlich, dass das Grabensystem seine ursprüngliche Funktionsweise nicht mehr erfüllen könne.

Durch die Wassermengen, die nicht abfließen können, werden nicht nur die Gräben, sondern auch das öffentliche Entwässerungssystem der Gemeindestraßen beeinträchtigt, so Bürgermeister Huber. Das kommunale Vakuumkanalsystem sei diesbezüglich sehr anfällig. Bachabwärts könne insbesondere der Rotherngraben seine Vorfluterfunktion nicht mehr erfüllen, da zahlreiche Biberpopulationen mit ihren Biberbauten den Wasserabfluss verhinderten.

Auch der innere und äußere Lohgraben seien von diesem Dilemma betroffen, so Huber in einer Pressemitteilung. Weil das gesamte Grabensystem überlastet sei, steige ferner der Grundwasserstand – mit der Folge, dass immer häufiger Grundstückseigentümer in der freien Flur, aber auch Hauseigentümer durch drückendes Grundwasser beeinträchtigt würden. „Das ist ein Teufelskreis“, sagt der Rathauschef. Er könne alle Betroffenen gut verstehen, die zu Recht sauer seien. Erst vor Kurzem hat Huber nach eigenen Angaben wieder eine massive Beschwerde eines Grundstückseigentümers erhalten – doch die Gemeinde könne wenig ausrichten.

Unter dem Strich sei die ökologische Funktion des Feilenmooses als Hochwasserrückhalteraum zerstört worden, kritisiert die Gemeinde Ernsgaden. Sie fordert daher, dass zunächst die gravierenden Schäden an Natur und Umwelt repariert werden und ein Sanierungskonzept für das Feilenmoos erarbeitet wird, bevor neue Kiesflächen mit weiteren negativen ökologischen Auswirkungen genehmigt werden. 

„Es gibt bereits zahlreiche Gutachten dazu, diese müssten nur umgesetzt werden“, sagt Bürgermeister Huber. Das älteste, das so genannte Schaller-Gutachten, in dem bereits die kontrollierte Beendigung des Kiesabbaus empfohlen wurde, sei mittlerweile mehr als 25 Jahre alt. Auch hier gelte wohl der bekannte Spruch: Papier ist geduldig ...


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