Logo
Anzeige
Anzeige

Laut IHK ist bereits absehbar, dass auch heuer viele Lehrstellen unbesetzt bleiben. Rechnerisch kommen auf jeden unversorgten Bewerber drei Stellen.

(ty) Die Wirtschaft im Landkreis Pfaffenhofen hat nach Angaben der IHK auch heuer mit einem großen Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern für ihre Ausbildungsplätze zu kämpfen. Aktuell gebe es noch 425 offene Ausbildungsplätze, wurde heute gemeldet. Das seien gut elf Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Diesem Angebot stünden nur 136 unversorgte Ausbildungs-Bewerber gegenüber, so die IHK unter Verweis auf die Statistik der Arbeitsagentur von Ende Juni. "Im Landkreis kommen damit rein rechnerisch auf jeden unversorgten Bewerber über drei Lehrstellen", rechnet die IHK vor. Schon jetzt sei "damit absehbar, dass auch in diesem Jahr viele Lehrstellen unbesetzt bleiben".

"Angesichts der immer größer werdenden Fachkräfte-Lücke setzen unsere Ausbildungs-Betriebe auf die Ausbildung von eigenem Nachwuchs. Nach dem Corona-Dämpfer vom vergangenen Jahr bieten sie heuer noch mehr Lehrstellen an, aber es gibt bei weitem nicht genug Bewerber dafür", sagt Eduard Kastner, der Vorsitzende des IHK-Regional-Ausschusses für den Kreis Pfaffenhofen. Vieles wirkt sich laut IHK auf den Ausbildungsstellen-Markt aus – die die Zahl der Schulabgänger sinke von Jahr zu Jahr und der Trend zur akademischen Ausbildung halte an, auch wenn im Durchschnitt rund ein Drittel aller Studien-Anfänger ihr Studium vorzeitig und ohne Abschluss beenden. Zusätzlich habe die Corona-Pandemie viele Maßnahmen zur Berufs-Orientierung – wie Schnupper-Praktika, Berufs-Info-Tage oder Ausbildungs-Messen – torpediert.

Kastner gibt zu bedenken: "Ohne gut ausgebildeten Fachkräfte-Nachwuchs gerät unsere Wirtschaft zunehmend in Gefahr, ins Leere zu laufen. Ziele wie Energiewende oder Klimaneutralität, die wir uns als Gesellschaft gesetzt haben, werden sich ohne Fachkräfte letztendlich nicht erreichen lassen." Umso wichtiger ist es seinen Worten zufolge, dass alle unversorgten oder noch zögerlichen Schulabgänger jetzt ihre Chance ergreifen, um mit einer beruflichen Karriere im September durchzustarten. Die Statistik der Arbeitsagentur bezieht sich nach IHK-Angaben auf alle Bereiche des Ausbildungsstellen- Markts, der neben den Betrieben in Industrie, Handel und Dienstleistungen auch das Handwerk, die freien Berufe und den öffentlichen Dienst umfasst.

Die IHK für München und Oberbayern verzeichnete laut heutiger Mitteilung im ersten Halbjahr für den Regierungsbezirk Oberbayern 8553 neu abgeschlossene Ausbildungs-Verträge – ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahres-Zeitraum. Die IHK stehe für rund 60 Prozent aller Ausbildungs-Verhältnisse und betreue im Landkreis Pfaffenhofen rund 200 Ausbildungs-Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen.


Anzeige
RSS feed