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Veganes Essen für eine 70-köpfige Hochzeitsgesellschaft: Der Reichertshausener Küchenchef Michael König hatte am Wochenende eine ungewöhnliche Aufgabe zu erfüllen 

Von Anke Brückner

Eigentlich steht der Gasthof Fuchs in Reichertshausen für gutbürgerliche bayerische Küche, Schweinebraten und Tellerfleisch. Ein veganes Hochzeitsessen ist da eine neue Herausforderung, die Wirt Michael König gern angenommen hat. Der gelernte Koch, Bäcker und Konditormeister präsentierte am Wochenende leicht scharfen Curryreis mit Ananasfruchtnote, eine würzig abgeschmeckte Zucchini-Kartoffelpfanne, Auberginensalat an Tomate mit Ingwer, ein Kichererbsenpüree und Tofuschnitzel für 70 Gäste einer Hochzeitsgesellschaft.

 

Michael König musste diesmal rein vegan kochen.

Vegan essen bedeutet, ohne tierische Produkte zu leben. Keine Milch, keine Eier oder Sahne. Alles Lebensmittel, die bei der Zubereitung von Nachspeisen ganz oben auf der Zutatenliste stehen. Doch dieses Mal musste Michael König ohne diese tierischen Produkte auskommen. Deshalb kreierte er einen veganen Zitronenpudding aus frisch gepresster Zitrone und deren Abrieb, abgebunden mit Kartoffelstärke. Diese wird dann kalt gestellt und erhält somit die Konsistenz, die an Wackelpudding erinnert. Aufgeschlagener Seidentofu sorgt für die Basis bei der veganen Mousse au Chocolat, die mit zwei verschiedenen Schokoladensorten aufgekocht wurde. Die beliebteste Hochzeitsnachspeise war aber die Mango-Kokos-Mousse aus frischer Mango, Kokos und Sojajoghurt.

 

Seit über 20 Jahren lebt der 36-jährige Bräutigam Florian Starck vegetarisch. Er hat seine 31-jährige Braut überzeugt, ihre Ernährungsweise zu ändern. Seit anderthalb Jahren essen Henrike und Florian Starck nun vegan und diese Lebensweise zieht sich überall durch: von den Schuhen, die aus Kunstleder sind, bis hin zu den Gummibärchen auf Stärkebasis und eben nicht aus tierischer Gelatine.

Das Brautpaar erklärt, dass die Maschinerie, die hinter der Tierhaltung  stehe, diese Entscheidung vorangetrieben habe. Es gehe ihnen um das Vermeiden von Tierleid in jeglicher Form – sei es bei der Hühnerhaltung oder in der Milchwirtschaft, die Bauern regelrecht zwinge, Ökonomie vor Ökologie zu stellen um überleben zu können, sagt der Lehrer für Biologie und Chemie. Außerdem beinhaltet das Ja zum veganen Essen für das frisch gebackene Ehepaar eine gesündere Lebensweise, wie beide betonen.

 

Die 70 Hochzeitsgäste genossen das außergewöhnliche Essen, auch wenn es anfangs durchaus Erstaunen darüber gab, dass kein Fleisch aufgetischt wird. Das Erstaunen darüber, wie schmackhaft vegan sein kann, war umso größer.

Dem Wirt des Gasthofs, Michael König, hat es indes sehr viel Freude gemacht, diesen Sonderwunsch nach einem veganen Essen zu erfüllen. „Ich habe dabei ganz neue Erfahrungen gemacht und mich weiter entwickelt", berichtet der 45-Jährige. Er will und wird auf Wunsch auch in Zukunft vegan kochen, betont er. Aber auch selbst auf den Schweinebraten zu verzichten, das kann sich der Wirt nicht vorstellen.


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