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…kommt heute aus Dachau, wo ein 59-Jähriger mit seinem 87-jährigen Vater zum Seniorennachmittag aufs Volksfest ging – und die beiden am Ende einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr, BRK und Sicherheitsdienst ausgelöst haben

(ty) Der Ausflug eines 59-jährigen Karlsfelders mit seinem 87-jährigen Vater auf den Seniorennachmittag des Dachauer Volksfestes nahm gestern Abend eine unvorhergesehene Wendung und sorgte für einen Einsatz von Polizei, Feuerwehr, BRK und Sicherheitsdienst. Der Sohn wollte eine gute Tat vollbringen und fuhr deshalb mit seinem stark an Demenz erkrankten Vater auf das Volksfest. Das Festbier schmeckte ihm dabei so gut, dass aus dem Seniorennachmittag ein Seniorenabend wurde, was den Vater fast auf die Palme brachte und er seinen Sohn schimpfte, da er nur noch Unsinn redete. Als der Sohnemann dann die Blase entleeren musste, sah der Rentner seine Chance zur „Flucht“ gekommen, nahm sich ein Taxi, ließ sich nach Hause chauffieren und legte sich zur Ruhe. Und nun begann die Aufregung erst richtig.

Denn als der 59-jährige Sohn vom Toilettengang zurückkehrte, traute er seinen Augen nicht und machte sich sofort auf die Suche nach dem Verschwundenen. Allerdings fand er nicht nur seinen Vater nicht, sondern verlief sich auch noch, weshalb er völlig entnervt seine Frau anrief. Diese wiederum wandte sich schließlich an die Polizeibeamten der Wiesenwache mit der Bitte, bei der Suche nach Mann und Schwiegervater behilflich zu sein.

Der erste „Fahndungstreffer“ gelang einer Streifenbesatzung, die gemeinsam mit der Frau im Stadtgebiet unterwegs war: Der 59-Jährige wurde in der Theodor-Heuss-Straße gefunden. Da dem Mann aber die Kombination von Alkoholgenuss und Zuckerkrankheit nicht bekommen war, musste ihm erst einmal mühsam die Geschichte mit dem verlorengegangenen Vater entlockt werden, bevor er in medizinische Obhut übergeben wurde. 

Jetzt begann die „Fahndung“ nach dem Senior. Es folgten eine groß angelegte Absuche des Festgeländes und Lautsprecherdurchsagen, doch keine Spur von dem Vermissten. Eine Feuerwehrbesatzung sorgte dann dafür, dass die Suchaktion ein glückliches Ende fand. Denn ein Taxi-Fahrer erinnerte sich an eine Fahrt nach Karlsfeld mit einem älteren Herrn als Kunden, dem er auch beim Aussteigen helfen musste. Eine Streifenbesatzung fuhr schließlich zur Wohnadresse des Vaters, wo nach mehrmaligem Klingeln der 87-Jährige putzmunter und im Schlafanzug gewandet öffnete.

Auf die Fragen der Polizeibeamten antwortete der Senior kurz und trocken, dass er sich auf den Heimweg gemacht habe, weil er keine Lust hatte, im Festzelt zu übernachten, und weil sein Sohn so betrunken gewesen sei, dass er nur noch Schmarrn geredet habe. Die beteiligten Einsatzkräfte nahmen es mit Humor, denn einschließlich des 59-Jährigen und seiner Frau waren alle erleichtert, dass die Suche ein glückliches Ende fand. Das war jedenfalls ein Seniorennachmittag, den so schnell keiner vergessen wird...


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