Ludwig Wayand (CSU) blickt nach 17 Jahren im Amt zurück auf erfolgreiche, aber auch belastende Zeiten. Flut-Katastrophe 2024 traf die Gemeinde besonders hart.
(ty) Nach 17 Jahren im Amt wird sich Ludwig Wayand (CSU), Bürgermeister von Baar-Ebenhausen, am kommenden Donnerstag, 30. April, mit einer kleinen Feier im Rathaus und der Schlüssel-Übergabe an seinen Nachfolger Franz Sedlmeier (CSU) in den Ruhestand verabschieden. Er habe in seiner Funktion als Gemeinde-Oberhaupt "erfolgreiche und schöne, aber auch schwierige und belastende Jahre erleben dürfen", bilanziert der 67-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Vor allem weil man die Folgen der Hochwasser-Katastrophe vom Juni 2024 komplett ohne staatliche Hilfen meistern müsse, sei die aktuelle Finanz-Situation der rund 5500 Einwohner zählenden Gemeinde "brutal schwierig". Alle künftigen Schritte zur Orts-Entwicklung müssten deshalb "langsamer und geordneter, vor allem aber mit einem deutlicheren Blick auf die Finanzen" erfolgen, so der scheidende Bürgermeister.
Er habe den Job im Jahr 2009 "völlig ungeplant und unter schwersten Bedingungen" übernommen, erinnert sich Wayand an seine Anfangszeit, als sein Vorgänger Michael Kolisnek (CSU) plötzlich todkrank aus dem Amt geschieden und später gestorben sei. Doch habe er in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat für Baar-Ebenhausen vieles erreichen können. Zu seinen wichtigsten Errungenschaften zählt der langjährige Rathaus-Chef die Daseins-Vorsorge für die immer älter werdende Bevölkerung. Ihm sei es gelungen, eine Hausarzt-Praxis in die Kommune zurückzuholen und eine Apotheke anzusiedeln. Zudem habe man eine Senioren-Anlage mit 80 vollstationären Plätzen und 60 betreuten Wohnungen errichtet. Den letzten Schritt in diese Richtung mit dem Bau einer Kurzzeit-Pflege werde nun sein Nachfolger tun, gibt sich Wayand optimistisch.
Mit Franz Sedlmeier trete nun sein Wunsch-Kandidat in seine Fußstapfen. Wie berichtet, hatte dieser bei der Kommunalwahl am 8. März mit 81,1 Prozent der Stimmen einen haushohen Sieg gegen seine Mitbewerberin Brigitta Winkelmann eingefahren. Die Grünen-Politikerin hatte mit 18,9 Prozent klar das Nachsehen. Zugute komme Sedlmeier, dass er bereits zwei Amtsperioden als Gemeinderats-Mitglied, eine davon als Dritter Bürgermeister, hinter sich habe, sagt Wayand. Trotz der viel schwierigeren Lage werde auch sein Nachfolger die auf ihn zukommenden Aufgaben ordentlich meistern, prophezeit er. Allerdings müsse man die Dinge wegen des viel engeren Finanz-Korsetts heute anders als früher anpacken.

Hochwasser-Katastrophe: Dieses Luftbild entstand am 3. Juni 2024 in Baar-Ebenhausen; es wurde aus einem Helikopter der Hubschrauber-Staffel der bayerischen Polizei aufgenommen. Quelle: Bayerische Polizei / Landratsamt Pfaffenhofen
Im Rückblick seien für ihn die Jahre 2014 bis 2018 die schönsten gewesen, meint der scheidende Bürgermeister. "Da war alles möglich und hat alles funktioniert." Doch Corona und diverse Kriegs-Wirren, deren Folgen sich bis auf die kommunale Ebene durchschlugen, und ganz speziell die Hochwasser-Katastrophe von 2024 veränderten die Dinge in dramatischer Weise. Baar-Ebenhausen habe unter der Flut in ganz besonderer Weise gelitten, so Wayand. Seinen Worten zufolge werden die daraus resultierenden Brutto-Ausgaben auf rund 15 Millionen Euro geschätzt. All diese Aufgaben – wie die Wiederherstellung von Kitas, Schule und Sportstätten – müsse man so rasch wie möglich erledigen. Das Bittere für ihn sei, dass die Gemeinde bei der Bewältigung der Hochwasser-Schäden ganz auf sich gestellt sei, sprich, ohne staatliche Hilfsmittel auskommen müsse.
Mit einer Kredit-Aufnahme von rund vier Millionen Euro sei bereits 2025 ein finanziell schwieriges Jahr für Baar-Ebenhausen gewesen, so Wayand. Daran werde sich wegen den gewachsenen Aufgaben in absehbarer Zeit nicht viel ändern. Ganz von der Kommunalpolitik werde er sich nach seinem Rückzug aus dem Rathaus noch nicht verabschieden, berichtet der CSU-Politiker. Er ist dankbar dafür, dass er mit einem guten Ergebnis wieder in den Pfaffenhofener Kreistag gewählt worden ist (Diese 60 Leute wurden in den neuen Kreistag gewählt). Dort könne er sich gut vorstellen, sich vornehmlich um die Themen Hochwasserschutz und ÖPNV zu kümmern, erklärt er. Das letzte Wort sei darüber aber noch nicht gesprochen. Doch würde er sich in den kommenden sechs Jahren nach eigenem Bekunden gerne auf diesen Gebieten zum Wohle der Menschen im Landkreis engagieren.
Zunächst einmal freue er sich aber auf mehr Zeit für seine Familie, die wegen seiner beruflichen Belastungen in der Vergangenheit oft zu kurz gekommen sei, sagt Wayand. Da er vom Heranwachsen der eigenen Kinder sehr wenig mitbekommen habe, wolle er sich nun wenigstens um seine sechs und acht Jahre alten Enkel mehr kümmern.
Lesen Sie auch:
Dienstältester Bürgermeister im Kreis PAF blickt zum Abschied dankbar zurück
Letzte Dienst-Besprechung: Für sieben Bürgermeister ist demnächst Schluss
Wiedergenesen und wiedergewählt: So blickt Rohrbachs Bürgermeister nach vorne
Jetzendorfer Bürgermeister zu prekärer Finanz-Lage: "Mit unseren Mitteln am Ende"
"Frohen Herzens" und nachdenklich auf der Zielgeraden als Bürgermeister





