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Der heutigen von der Opposition beantragten Sondersitzung des Landtages ist Christine Haderthauer ferngeblieben 

(ty) Eine Sondersitzung des bayerischen Landtags ohne die Hauptdarstellerin. Christine Haderthauer (CSU), wegen deren Modellauto-Affäre diese Sondersitzung heute überhaupt stattfand, hatte es vorgezogen, der Sitzung fernzubleiben. Und so geriet die Debatte eher zu einer Generalabrechnung mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), als sie Licht hätte bringen können in die leidige Affäre, wegen der Christine Haderthauer ja kürzlich ihren Rücktritt als Chefin der Staatskanzlei erklärt hatte.

Seehofer dankte Christine Haderthauer dafür, dass sie eine „vorzügliche Leistungen für unser Land erbracht“ habe: „Dafür ein Vergelt's Gott.“ Da war Margarete Bause von den Grünen nicht ganz so verbindlich. Sie meinte, Seehofer schade dem Ansehen Bayerns und der Fisch stinke eben vom Kopf her. Auch Markus Rinderpacher, Fraktionschef der SPD, äußerte sich süffisant über die Tatsache, dass Seehofer fünf Staatskanzleichefs in sechs Jahren verbraucht habe. „Die Diskontinuität ist das einzig Kontinuierliche an der Politik dieses Ministerpräsidenten.“

Während die SPD-Opposition den Start in die neue Legislaturperiode als vollkommen verkorkst einstuft, warf CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer seinerseits der Opposition einen völligen Verfall vor. Statt zu Sachdiskussionen sei sie nur noch dazu fähig, Personen schlechtzureden.

Bei der Affäre geht es um hochwertige und exquisite Modellautos, die preiswert von psychisch kranken Straftätern hergestellt wurden und dann von der Firma Sapor Modelltechnik, hinter der auch Haderthauers Mann stand, teuer verkauft worden sind. Christine Haderthauer war an der Firma beteiligt. Ein ehemaliger Mitgesellschafter hatte die Sachen ins Rollen gebracht, weil er sich geprellt fühlt. Die Staatsanwaltschaft leitete schließlich Ermittlungen gegen die CSU-Politikerin und ihren Ehemann ein. Ein Ergebnis der juristischen Aufarbeitung wird nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa im September oder Oktober erwartet. Politisch hatte der Fall mit dem Rücktritt der Ministerin bereits Konsequenzen. Die Ingolstädterin Haderthauer sitzt nun als normale Abgeordnete im Landtag.

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