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Nachdem der Angeklagte im Geiselnehmerprozess den Richter als „Arschloch“ titulierte, eine Neuaufnahme des Verfahrens beantragte und auch noch einen Befangenheitsantrag stellte, unterbrach Richter Jochen Bösl die Hauptverhandlung für heute 

(ty) Ein aufregender zweiter Prozesstag im Verfahren gegen Sebastian Q, dem zur Last gelegt wird, im vergangenen Jahr vier Geiseln im Alten Rathaus von Ingolstadt genommen zu haben. War Sebastian Q. am ersten Verhandlungstag noch ganz ruhig gewesen und hatte sogar eine Erklärung verlesen lassen, in der er sich in vollem Umfang zur Tat bekennt, zeigte er sich heute von einer ganz anderen Seite. Beleidigend und aggressiv. So eben, dass man ihm eine gewisse unberechenbare Gefährlichkeit durchaus abnehmen konnte.

Wegen einer Gehirnerschütterung habe er dem Prozessauftakt nicht folgen können, meinte Sebastian Q. Und verlangte deshalb, einfach noch mal von vorne zu beginnen. Als Richter Jochen Bösl das ablehnte, fing er sich ein spontanes „Arschloch“ des Angeklagten ein, der zudem auch gleich noch ein Befangenheitsantrag stellte und das ganze Gericht bis auf seinen Pflichtverteidiger als inkompetent bezeichnete.

Bösl unterbrach nach einer Pause, die der Angeklagte nutzen sollte, um sich wieder zu beruhigen, die Hauptverhandlung, weil zum einen über den Befangenheitsantrag befunden werden muss. Zum anderen will Bösl mit den Ärzten der JVA Kaisheim klären, ob der Angeklagte tatsächlich eine Gehirnerschütterung hatte am ersten Verhandlungstag. Deswegen wurden auch alle für den heutigen Verhandlungstag geladenen Zeugen wieder ausgeladen. Unter anderem Bürgermeister Sepp Mißlbeck, der heute Nachmittag mit seiner Aussage an der Reihe gewesen wäre.

Die Verhandlung wird am 29. September um 9.15 Uhr fortgesetzt.

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