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Kulturstaatsministerin Grütters verlieh der Pfaffenhofener Künstlerwerkstatt zum zweiten Mal den mit 5000 Euro dotierten „Spielstättenprogrammpreis Rock, Pop, Jazz“ – gewürdigt wurde ein kulturell herausragendes Live-Programm 2013

(ty) Sie wurde schon als „der ungewöhnlichste Jazzclub mindestens Bayerns“ bezeichnet; 2010 erhielt die Pfaffenhofener Künstlerwerkstatt den städtischen Kulturförderpreis. Bereits im vergangenen Jahr gelangte der kultige Jazzclub, seit 1995 beheimatet in Wacky Singers Schreinerei in der Münchener Straße, erstmals auch zu bundesweiter Ehre und erhielt den „Spielstättenprogrammpreis Rock, Pop, Jazz“ des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien – eine Auszeichnung von höchster Stelle für herausragende Livemusikprogramme, über die man sich nun zum zweiten Mal in Folge freuen darf: Aus den Händen von Kulturstaatsministerin Monika Grütters erhielt Werkstatt-Chef Bernhard Wacky Singer in Hamburg vergangene Woche den „Spielstättenprogrammpreis Rock, Pop, Jazz 2014“.

Aus über 300 Bewerbungen wurden 58 Preisträger aus 13 Bundesländern, darunter elf aus Bayern, in drei Kategorien von der Fachjury der „Initiative Musik gGmbH“ ausgewählt, einer Fördereinrichtung der Bundesregierung für die Musikwirtschaft in Deutschland, unter Einbeziehung der Bundeskonferenz Jazz und der Live-Musik-Kommission, dem Verband der „Musikspielstätten in Deutschland e.V“. Der Künstlerwerkstatt wurde erneut der mit 5 000 Euro dotierte Preis in der Kategorie 3 – Reihen mit mindestens zehn Veranstaltungen im Jahr – verliehen.

Dokument des Erfolgs: Bernhard "Wacky" Singer und Vorstand Matthias Stadler mit der Urkunde beim ersten Konzert der Herbstsaison am vergangenen Freitag.

Mit dem heuer zum zweiten Mal ausgelobten Preis werden Live-Musik-Spielstätten sowie Veranstalter aus ganz Deutschland ausgezeichnet, die ein kulturell herausragendes Programm anbieten und damit maßgeblich zum Erhalt der kulturellen Vielfalt in Deutschland beitragen. Die Übergabe der Urkunden und Prämien in einer Gesamthöhe von 900 000 Euro an die Spielstättenbetreiber und Veranstalter erfolgte im Rahmen einer Preisverleihung in der Hamburger Markthalle. Die mit den Auszeichnungen verbundenen Prämien sollen die Preisträger bei ihren Livemusikprogrammen unterstützen und die Bedingungen für die auftretenden Künstlerinnen und Künstler verbessern.

„Die kleinen und mittleren Livebühnen sind mit ihren ambitionierten und innovativen Programmen abseits des Mainstreams ein wichtiger Bestandteil unserer Kulturlandschaft“, erklärte Staatsministerin Prof. Monika Grütters (CDU), Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). „Sie bieten Kulturorte mit Atmosphäre, in denen Musikerinnen und Musiker ihr Publikum finden. Aus überzeugter Leidenschaft für die Sache gehen die Betreiberinnen und Betreiber dieser Clubs oft bis an die Grenze zur Selbstausbeutung.“ Der „Spielstättenprogrammpreis Rock, Pop, Jazz“ solle „die Arbeit dieser kulturellen Ermöglicher, die oftmals ohne oder nur mit geringer öffentlicher Förderung für hochwertige Kulturerlebnisse sorgen, stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken“, so Grütters.

Für die Auswahl der Preisträger berief Grütters eine neunköpfige Fachjury, der unter anderem Veranstalter und Musiker angehören. Den Juryvorsitz übernahm Prof. Dieter Gorny, Aufsichtsratschef der „Initiative Musik“. Aus der Sicht von Gorny sind die ausgezeichneten Spielstätten elementare Keimzellen von musikkulturellen Entwicklungen mit einer wichtigen Strahlkraft in alle Szenen der Musik hinein. "Der Preis zielt darauf ab, mehr Aufmerksamkeit für jene zu schaffen, die diese besonderen Kulturorte betreiben. Eine nachhaltige Debatte zu deren Unterstützung in den Kommunen können wir nur anstoßen, wenn wir diesen Preis kontinuierlich veranstalten“, sagte er. „Eine lebendige Livemusikszene ist ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor, der viele Menschen interessiert und bindet – vor allem diejenigen, die wir für die Zukunft unserer Städte und unserer Gesellschaft brauchen."

Wacky Singer bei seiner Rede in Hamburg.

Eine wiederum hohe Ehre also für die Künstlerwerkstatt, die mittlerweile in der 20. Spielzeit das kulturelle Leben Pfaffenhofens bereichert und sich dabei weit über die Grenzen der Kreisstadt hinaus einen hervorragenden Ruf erworben hat – in der nationalen Jazzszene wie beim Publikum. Auf dem pittoresken Gelände, das dem Bahnhof gegenüber liegt, befinden sich überdies Künstler-Ateliers sowie ein professionelles Tonstudio: ein Kulturzentrum, das in Pfaffenhofen und der weiteren Umgebung wohl seinesgleichen sucht.

„Die erneute Auszeichnung beflügelt uns enorm und wird sicherlich auch von den hier gastierenden Musikern erfreut aufgenommen, denen das Preisgeld letzten Endes zugute kommen wird“, freut sich der Vorsitzende des Fördervereins „Künstlerwerkstatt e.V.“, Matthias Stadler. Außerdem zeige sie, so Wacky Singer, „dass unser Konzept, durch ehrenamtliches Engagement Jazz auf hohem Niveau in eintrittsfreien Konzerten einem breiten Publikum zugänglich zu machen, Wertschätzung verdient hat“ – eine Wertschätzung, die man, so Stadler, ohnehin „in ansprechendem Maße“ seit vielen Jahren seitens der Stadt Pfaffenhofen erfahre – und die durch den zweiten Spielstättenpreis nun auch endgültig eine deutschlandweite Dimension erfahren habe.


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