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Die Rede von Landrat Martin Wolf (CSU) heute im Pfaffenhofener Kreistag anlässlich der letzten Sitzung in diesem Jahr

„Sehr geehrte Damen und Herren des Kreistages, Damen und Herren der Verwaltung, sehr geehrte Gäste !

In der Kreispolitik geht ein arbeits- und entscheidungsreiches Jahr 2014 zu Ende. Als Landrat habe ich Anlass, vielen zu danken, die einen Beitrag für gute Rahmenbedingungen in unserem Landkreis geleistet haben. Sie, die Mitglieder des Kreistages, haben in besonderer Weise mitgearbeitet, die Lebensqualität für die Menschen zu sichern, auszubauen und immer wieder neue Zukunftschancen zu eröffnen. 

Was es bedeutet, keine Zukunftschance zu besitzen, erfahren wir seit diesem Jahr wieder verstärkt durch unsere Flüchtlinge und Asylbewerber. Wie verzweifelt muss eine Mutter sein, die sich mit ihren Kindern auf ein klappriges überfülltes Kleinboot wagt, um eine Fahrt übers Mittelmeer anzutreten.

Rund 500 Menschen, die ihre Heimat aus unterschiedlichen Gründen verlassen haben, leben derzeit in unserem Landkreis, verteilt auf über 45 Einzelgebäude. Mit hauptamtlichen Kräften organisieren wir ihre Registrierung, Gesundheitsuntersuchung, Ausstattung mit Finanzmitteln und vieles mehr. Wesentlich ist aber, dass diese Menschen zumindest teilweise am Alltagsleben teilnehmen können. Dafür sorgt eine große Schar an ehrenamtlichen Helfern. Wir schätzen sie mittlerweile auf rund 200 Personen. Sie organisieren Kleidung, Fahrräder und die kleinen Dinge des Alltags, begleiten zu Behörden, Ärzten und Vereinen und unterstützen bei der Sprachbildung.

In diesem Jahr 2014 haben wir ganz besonders gespürt, was es heißt, wenn Menschen nicht nur nach der öffentlichen Hand rufen, sondern selbst mit anpacken. Immer dann gelingt Zusammenleben noch besser.

Dies wurde auch sichtbar bei unserer Bewerbung für das europäische Förderprogramm Leader. Alle 19 Gemeinden zeigen sich solidarisch, in zehn Bürgerabenden haben wir gemeinsam mit den Menschen Projekte entwickelt, die den Landkreis weiterbringen können. Ich möchte nur die Entwicklung des Seenlandes Feilenmoos und die Verbesserung der Mobilität beispielhaft nennen. Beides wollen wir angehen. Ein Teil der Gemeinden beteiligt sich zusätzlich am Efre-Programm, auch für diese Bewerbungen haben die Bürger gearbeitet.

Bürgerinnen und Bürger engagieren sich weiter im Bündnis für Familie, im Projekt Bildungsregion und im seniorenpolitischen Konzept des Landkreises. Eine großartige Eigeninitiative ist hieraus die ganz neu gegründete lokale Allianz für Menschen mit Demenz, komplett ehrenamtlich getragen von der Alzheimer-Gesellschaft Pfaffenhofen.

Eine boomende Wirtschaftsregion wie unser Landkreis hat einen besonderen Auftrag: auch an die Schwachen denken. Wir gründen deshalb ein Sozialnetz, an das sich Menschen wenden können, wenn sie nicht mehr weiter wissen, wenn sie sich hin-und-hergeschoben fühlen zwischen Sozialhilfe, Jobcenter, „Familien in Not“ und karitativen Einrichtungen. 

Die Zeichen stehen gut, dass wir im September erstmals mit einer Altenpflegeschule in Pfaffenhofen starten können. Jetzt brauchen wir noch die für den Start notwendigen 16 Schülerinnen. Wir setzten vor allem auf berufliche Wiedereinsteigerinnen, die zum Beispiel eine Teilzeitbeschäftigung suchen oder noch etwas tun möchten für ihre Rente.  

Es sind viele kleine Stellschrauben, an denen wir gemeinsam, Kommunalpolitik und Bürger,  für unseren Landkreis arbeiten. Das Jahr 2014 hat gerade durch neue Formen der Bürgerbeteiligung außerhalb von Verbänden und Vereinen neue Motivation gegeben, sich einzubringen. Das macht Mut für 2015.

Ich danke allen Kreisräten, Bürgermeistern und den Mitgliedern der Räte in unseren Städten, Märkten und Gemeinden für die gute Zusammenarbeit. Einen besonderen Dank richte ich an Sie, die Fraktionen hier im Kreistag und ihre Sprecher. In vielen vorbereitenden Gesprächen haben wir die Sitzungsabläufe vorbesprochen und so eine effiziente Sachbehandlung sichergestellt. 

Ich wünsche Ihnen nun etwas Feiertagsruhe, ein Stärkung durch den Weihnachtsgedanken und alles Gute für 2015."

Artikel zur heutigen Sitzung:

Damit man wieder durchblickt

Menschenwürde bis zum Tod 

Zuschuss erhöhen, Kosten senken

 

 


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