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Aufsehen erregende Fälle aus den aktuellen bayerischen Polizeiberichten

Anonymer Brief: Bewaffneter Angriff bei Bürgerfest angedroht

(ty) In Donauwörth findet im zweijährigen Rhythmus das so genannte Reichsstraßenfest statt. Die Donauwörther feiern ihr traditionelles Bürgerfest mit einem kulturellen, musikalischen und kulinarischen Programm in der Reichsstraße heuer vom 19. bis 22. Juli. Gestern ging gegen 13 Uhr ein Schreiben bei der Donauwörther Zeitung ein, in dem für Samstag ein bewaffneter Angriff auf das Reichsstraßenfest angekündigt wird.

Das Schreiben enthielt keinen Absender und wurde der Polizei übergeben. Der genaue Wortlaut der Drohung kann aus ermittlungstaktischen Gründen momentan nicht wiedergeben werden. Das Drohschreiben wurde bereits von mehreren Fachdiensten einer Gefährdungsbewertung unterzogen – mit dem übereinstimmenden Ergebnis, dass sich keine Anzeichen für eine konkrete Gefährdung ergeben. Vielmehr sei davon auszugehen, dass dem bislang noch unbekannten Verfasser vor allem daran gelegen sei, die Veranstaltung zu stören.

Nachdem eine Gefährdung der Festbesucher äußerst unwahrscheinlich ist, hat sich unter Berücksichtigung aller Umstände und nach Beratung mit der Polizei die Stadt Donauwörth dazu entschieden, die Veranstaltung wie geplant weiter zu führen. Die Standbetreiber werden informiert. Um dem Sicherheitsbedürfnis von Bevölkerung und Festbesuchern Rechnung zu tragen, haben Polizei und Stadt ihre Sicherheits- und Einsatzkonzepte für das Wochenende angepasst. Beispielsweise werden mehr polizeiliche Einsatzkräfte im Veranstaltungsbereich präsent sein. Die Kripo ermittelt indes wegen der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.

 

Tödlicher Unfall: Jugendlicher soll am Steuer gesessen haben

(ty) Nach dem tödlichen Verkehrsunfall am 13. Juni in Poppenhausen-Maibach (Kreis Schweinfurt), bei dem eine Radlerin ums Leben gekommen war, ergaben sich im Zuge der Ermittlungen Zweifel an der Fahrereigenschaft des 47-Jährigen. Inzwischen steht fest, dass nicht er am Steuer des Radladers saß, sondern ein Jugendlicher. Im Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen wird nun gegen insgesamt drei Tatverdächtige ermittelt.

Wie berichtet, hatte sich der besagte Unfall am Nachmittag des besagten Tages im Niederwerrner Weg in Maibach ereignet. Beim Linksabbiegen auf einen land- und forstwirtschaftlichen Weg hatte der Fahrer eines Radladers offenbar zwei entgegenkommende Radler zu spät erkannt. Während der 80-Jährige gerade noch rechtzeitig von seinem Rad abspringen konnte, wurde seine vier Jahre jüngere Lebensgefährtin von dem Radlader erfasst. Sie starb noch an der Unfallstelle.

Während der Unfallaufnahme gab ein 47-Jähriger an, Fahrer des Radladers gewesen zu sein. Im Zuge der folgenden Ermittlungen ergaben sich jedoch begründete Zweifel daran. Nach und nach verdichteten sich die Hinweise, dass er den Ablauf des Unfalls nicht wahrheitsgetreu geschildert hatte. Um herauszufinden, wer zum Unfallzeitpunkt tatsächlich am Steuer des Radladers saß, wurde eine Ermittlungskommission gegründet. Dieser gehörten drei Beamte der Inspektion Schweinfurt an, die von Kräften der bayerischen Bereitschaftspolizei, der operativen Ergänzungsdienste Schweinfurt sowie der Kriminalpolizei unterstützt wurden.

Nach umfangreichen Ermittlungen, die fast 700 Arbeitsstunden in Anspruch genommen haben und in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft geführt wurden, konnte der mutmaßliche Unfallhergang wie folgt rekonstruiert werden: Der 47-Jährige war mit seinem minderjährigen Sohn und dessen gleichaltrigem Freund in einer Fahrzeugkolonne im Niederwerrner Weg unterwegs. Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen wurde die 76-jährige Radlerin zwar tatsächlich von dem Radlader erfasst – der jedoch nicht, wie zunächst angenommen, von dem 47-Jährigen gesteuert wurde, sondern von dem nicht volljährigen Freund des Sohnes.

Gegen den Jugendlichen wird nun unter anderem wegen fahrlässiger Tötung, unerlaubten Entfernens vom Unfallort, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Auch gegen den 47-Jährigen wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, da er das Fahrzeug dem Freund seines Sohnes zur Verfügung gestellt haben soll. Außerdem wird gegen ihn unter anderem wegen des Verdachts der Anstiftung und der Beihilfe zum unerlaubten Entfernen vom Unfallort sowie zum Ermächtigen zum Fahren ohne Fahrerlaubnis ermittelt. Auch gegen den Sohn des 47-Jährigen läuft ein Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie Beihilfe zum unerlaubten Entfernen vom Unfallort.

 

Tödliche Mäh-Arbeiten  

(ty) Heute Vormittag ist in Gunzendorf (Kreis Neustadt/Aisch) ein Landwirt bei Mäh-Arbeiten ums Leben gekommen. Die genaueren Umstände muss die Kriminalpolizei erst noch im Zuge der Ermittlungen klären. Gegen 10 Uhr fand jedenfalls eine Angehörige den 80-Jährigen tot auf einer Wiese liegend auf. Er wurde vom Notarzt erfolglos reanimiert. Der Landwirt war mit seinem Traktor bei Mäharbeiten unterwegs. Was dann geschah, gilt es nun herauszufinden.

 

Einmiet-Betrüger treibt sein Unwesen

(ty) Die Polizei von Oberstaufen im Allgäu ermittelt derzeit wegen Einmiet-Betrugs gegen einen 70-Jährigen. Es wird davon ausgegangen, dass der Mann für weitere Betrüge in ganz Bayern verantwortlich ist. Der Betrüger ist seit Langem in verschiedenen Kur- und Ferienorten Bayerns unterwegs, ohne die verursachten Kosten zu begleichen. Erst in der vergangenen Woche hielt er sich im Oberallgäu auf.

Die Beamten gehen davon aus, dass sich noch immer in den Landkreisen Ober- oder Ostallgäu oder im Landkreis Lindau aufhält, und dort weiterhin einen finanziellen Schaden anrichten wird. Aus diesem Grund wenden sich die Beamten an Betreiber und Gäste von Beherbergungsbetrieben: Wem fiel der Gesuchte auf oder bei wem kommt er gerade unter? Hinweise werden zeitnah an die Notrufnummer 110 oder bei einer Polizeidienststelle erbeten.

Der Senior reist mit wenig Gepäck. Im jüngsten Fall hatte er nur einen blauen Rucksack bei sich. Nach Einmietung von drei Tagen in der Oberstaufener Pension hatte er diese ohne Bezahlung der offenen Hotelrechnung von 200 Euro verlassen. Er wird als ruhiger und angenehmer älterer Herr beschrieben, der alleine reist und Englisch spricht. In der Regel verwendet er Alias-Personalien. Von verschiedenen Staatsanwaltschaften wird er bereits gesucht.

 

Übergriff im Regionalzug

(ty) Auf dem Weg zum Dienst schritt am gestrigen Abend ein Beamter der Polizei Ludwigsstadt bei einer Auseinandersetzung ein. Zwei 37 und 42 Jahre alte Männer sowie eine 36-jährige Frau waren in der Regionalbahn in Richtung Probstzella unterwegs. Unmittelbar nach dem Zustieg soll das Trio andere Fahrgäste im Zug angepöbelt haben. In der Folge hat die 36-jährige Frau einer 38-jährigen Reisenden ins Gesicht getreten und sie dadurch verletzt.

Der auf dem Weg zum Dienst bei der Polizei Ludwigsstadt befindliche Polizist, der mit der Bahn nach Ludwigsstadt unterwegs war, erkannte die Situation und schritt ein. Die drei Tatverdächtigen beleidigten ihn und versuchten ihn zu schlagen, so dass es in der Folge auch zu einem Pfefferspray-Einsatz des Polizisten kam. Ein weiterer Fahrgast unterstützte den Beamten und stieß die drei Angreifer weg.

Am Bahnsteig in Probstzella verließen diese den Zug und kamen auf den Bahnsteig untereinander in Streit. Daraufhin soll die 36-Jährige eine volle Schnapsflasche nach einem ihrer Begleiter geworfen haben. Dieser erlitt durch den Treffer eine Platzwunde. Die in der Zwischenzeit alarmierten Beamten des Saalfelder Inspektionsdienstes und auch der in Ludwigsstadt angekommene Polizist, der mit Verstärkung seiner Dienststelle sofort nach Probstzella fuhr, nahmen die drei Tatverdächtigen in Polizeigewahrsam.

Im weiteren Verlauf der Ermittlungen ergab sich zudem der Verdacht des Bandendiebstahls gegen die drei, woraufhin die vorläufige Festnahme erklärt wurde und sie in die Gewahrsamszellen eingeschlossen wurden. In der Folge wurden mehrere Anzeigen gegen die Gruppe erstattet – unter anderem wegen Körperverletzungen, Widerstands und des Erschleichens von Leistungen.

 

Ermittlungen nach Messerstecherei

(ty) Am 13. Juli war es gegen 22.55 Uhr in Waldkraiburg (Kreis Mühldorf/Inn) zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen, bei der zwei Männer durch Messerstiche verletzt wurden. Nachdem zunächst nicht alle Beteiligten bekannt waren, konnten die Polizisten inzwischen wichtige Details zu den Beteiligten und zum Hergang ermitteln. Die Aufklärung wird allerdings durch widersprüchliche Aussagen der Beteiligten erschwert.

Die ersten Vernehmungen führten zu der Erkenntnis, dass die Ursache der Auseinandersetzung im Zusammenleben einer türkischen Familie liegt. Die beiden Personengruppen trafen zunächst in einem Mühldorfer Schnellimbiss aufeinander. Nach ersten verbalen Streitigkeiten vereinbarte man einen Treffpunkt in Waldkraiburg, unmittelbar am Tatort in der Zirndorfer Straße. Dort trafen schließlich wieder die beiden Gruppen aufeinander.

Der Ablauf der dann folgenden Konfrontation wird widersprüchlich dargestellt. Fest steht, dass auf der einen Seite zwei 34- und 30-jährige Brüder gemeinsam mit einem Freund aus ihrer Sicht zur Verteidigung der Familien-Ehre agierten. Die Gegenseite setzte sich unter anderem aus den nun 20- und 21-jährigen Verletzten sowie drei weiteren Personen zusammen. Über den Einsatz der Tatwaffe und den tatsächlichen Ablauf der Auseinandersetzung liegen unterschiedliche Aussagen der Beteiligten vor.

Die Staatsanwaltschaft bewertet nach Kenntnis des Ermittlungsstandes die Haupttat als gefährliche Körperverletzung. Das Verfahren wird gegen das türkische Brüderpaar betrieben. Haftanträge wurden durch die Staatsanwaltschaft nicht gestellt. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler aus den noch ausstehenden Untersuchungen und Spurenauswertungen. Die beiden verletzen Männer wurden inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen. Weitere Verletzte wurden nicht bekannt.

Lkw-Fahrer muss 25 000 Euro blechen

(ty) Spezialisten der Nürnberger Verkehrspolizei führten am Mittwochnachmittag eine Kontrolle des Schwerlastverkehrs durch. Die Beamten hielten dabei gegen 16 Uhr einen in der Türkei zugelassenen Lkw in der Äußeren Bayreuther Straße an. Bei der Kontrolle ergaben sich Anhaltspunkte für eine Manipulation am digitalen Kontrollgerät. Im Weiteren konnten eine eingebaute Manipulationseinheit und weitere technische Vorrichtungen festgestellt werden. Diese verhindern die ordnungsgemäße Aufzeichnung der Lenk- und Ruhezeiten.

Durch Polizisten kann somit nicht mehr das Einhalten der vorgeschriebenen Ruhezeiten überprüft werden. Es ist somit möglich mit dem Lkw zu fahren, obwohl vom Kontrollgerät eine Ruhezeit registriert wird. Die eingebauten Manipulationseinheiten wurden ausgebaut und sichergestellt. Für den festgestellten Verstoß erfolgte die Festsetzung einer Sicherheitsleistung in Höhe von 25 000 Euro. Der 38-jährige Fahrer darf seine Fahrt erst nach Begleichung der Sicherheitsleistung und der angefallenen Reparaturrechnung wieder fortsetzen.

 

Mädchen im Schwimmbad begrapscht: 16-Jähriger gesteht

(ty) Im September vergangenen Jahres war ein zwölfjähriges Mädchen in einem Schwimmbad gegen seinen Willen von einem Jugendlichen geküsst und begrapscht worden. Nach umfangreichen Ermittlungen gelang es der Kripo Mühldorf/Inn jetzt, den Täter zu ermitteln. Am 10. September 2016 war die Zwölfjährige im Freibad Sankt Georgen, wo sie die Bekanntschaft eines Jugendlichen machte. Der junge Mann habe ihr dann unvermittelt einen Kuss gegeben und sie über dem Badeanzug an der Brust angefasst. Während das Mädchen den Vorfall dem Bademeister meldete, verließ der unbekannte Jugendliche das Schwimmbad.

Die seitdem andauernden und sehr umfangreichen Ermittlungen der Kripo führten jetzt zum Erfolg: Ein zur Tatzeit 15 Jahre alter Afghane, der als Asylbewerber in der Region wohnt, konnte jetzt als der Gesuchte identifiziert werden. Er räumte die Tat bei seiner Vernehmung ein. Motiv dafür sei eine Art „Mutprobe“ gewesen. Gegen den inzwischen 16-Jährigen läuft das Ermittlungsverfahren. 


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