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Die Vollversammlung der IHK für München und Oberbayern fordert schnelle Brexit-Verhandlungen, verabschiedet ein Positions-Papier für starke Bildung und erhöht den Umlage-Satz.

(ax) Die Vollversammlung der IHK für München und Oberbayern hat sich für schnelle Brexit-Verhandlungen ausgesprochen. „Die politische und rechtliche Unsicherheit durch den Brexit ist Gift für die Wirtschaft und wirkt sich negativ auf die bayerisch-britischen Handels- und Investitionsbeziehungen aus“, heißt es in einem heute verabschiedeten Positionspapier. Das höchste IHK-Entscheidungsgremium stellte sich auch einstimmig hinter die Forderung, dass die Brexit-Verhandlungen seitens der EU mit Augenmaß geführt werden müssten, damit der Zusammenhalt der übrigen EU-Mitgliedsstaaten nicht gefährdet werde. „Eine Schwächung des europäischen Binnenmarkts würde den wirtschaftlichen Wohlstand in der EU gefährden“, warnt die IHK in dem Papier.

 

Die Vollversammlung hatte den langjährigen Umlagesatz von 0,150 Prozent in den Jahren 2015 bis 2017 auf einen außergewöhnlich niedrigen Satz von 0,050 beziehungsweise
0,060 Prozent abgesenkt und damit die Mitglieder um 65 Millionen Euro entlastet. Dieser zeitlich befristete Sondereffekt war wegen der Auflösung von Rücklagen und Gewinn- vorträgen möglich. Mit der nunmehrigen Erhöhung auf 0,129 Prozent bleibt die Umlage unter früheren Größenordnungen und deutlich unter dem bundesweiten IHK-Schnitt von 0,176 Prozent. Die Umlage betrifft ein Fünftel der 380 000 Mitgliedsunternehmen der IHK für München und Oberbayern mit einem Gewerbeertrag von mehr als 5200 Euro per anno. Bei natürlichen Personen und Personengesellschaften wird bei der Berechnung der Umlage ein Freibetrag von 15 340 Euro abgezogen. 

 

Die IHK-Vollversammlung verabschiedete ein Positionspapier „Starke Bildung – starke Wirtschaft“ mit umfangreichen Modernisierungsvorschlägen für die berufliche Aus- und Weiterbildung. Die IHK fordert unter anderem, dass Berufsbilder schneller an neue Realitäten in der zunehmend digitalisierten Arbeitswelt angepasst werden sowie eine bessere Ausstattung von Berufsschulen. Für mehr Praxisbezug soll Quereinsteigern aus der Wirtschaft die Tätigkeit als Berufsschullehrer erleichtert werden. Außerdem verlangt die IHK die Gleichwertigkeit von beruflichen Qualifikationen mit akademischen Abschlüssen wie Bachelor oder Master sowie bildungspolitische Maßnahmen, damit mehr Absolventen einer beruflichen Ausbildung Abschlüsse der beruflichen Weiterbildung erwerben. 


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