Rund 1,2 Millionen Euro wurden aus Bundesmitteln investiert, die Gemeinde errichtet zudem eine neue Park&Ride-Anlage.
(ty) Am heutigen Montag hat der erste planmäßige Personenzug der "Bayerischen Regiobahn" (BRB) am neu errichteten Haltepunkt in Brunnen an der Paartalbahn Ingolstadt – Augsburg gehalten. Im Beisein von Vertretern der Verkehrsministerien auf Bundes- und Landesebene sowie der BRB stellten Andreas Rudolf, Regional-Bereichsleiter der DB-Station&Service, und Thomas Wagner, Bürgermeister der Gemeinde Brunnen, die neue Bahnstation vor. Anschließend fand eine ökumenische Segnung der neuen Anlage statt, die rund 1,2 Millionen Euro gekostet hat.
Die Bahn errichtete die neue Station in nur rund zwei Monaten. Gebaut wurde ein 140 Meter langer und 2,50 Meter breiter Außenbahnsteig. Mit einer Höhe von 55 Zentimetern erlaubt er einen stufenfreien Einstieg in die Regionalzüge. Zur modernen Bahnsteig-Ausstattung gehören neben einer Wetterschutz-Anlage, Info-Vitrine, Beleuchtung und einem Fahrkarten-Automaten zum Beispiel auch ein so genannter dynamischer Schriftanzeiger (DSA) mit schriftlichen Fahrgast-Informationen und integrierter Lautsprecher-Anlage. "Ein neuer Bahnsteig-Zugang und ein Blinden-Leitsystem runden die Baumaßnahme ab", heißt es von der Deutschen Bahn (DB).
"Ich freue mich, dass mit der neuen Station das bislang längste Teilstück der Paartalbahn ohne Halt erschlossen wird und wir unsere Nahverkehrszüge noch näher zu den Menschen bringen", erklärte Kerstin Schreyer, die bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr. Gerade im ländlichen Raum ist ihren Worten zufolge "auch die Verknüpfung der Verkehrsträger Schiene und Straße besonders wichtig, weil Berufspendler einen Großteil ihres Arbeitswegs mit der klimafreundlichen Bahn zurücklegen können".
Der evangelische Pfarrer Gerhard Rupprecht aus Schrobenhausen (links) und Anton Keller, katholischer Pfarrer im Ruhestand, aus Brunnen bei der Segnung des neuen Bahnsteigs.
Andreas Rudolf betonte für die Deutsche Bahn: "Mit unserer Konzern-Strategie starke Schiene konzentrieren wir uns voll und ganz auf das Wachstum des Eisenbahn-Geschäfts in Deutschland." Dafür bedürfe es einer zuverlässigen und gut ausgebauten Infrastruktur, auch und gerade mit neuen Stationen. Dabei helfe jede barrierefreie Station nicht nur mobilitäts-eingeschränkten Fahrgästen, so Rudolf, sondern auch Reisenden mit Kinderwagen, Fahrrädern oder Rollkoffern.
"Wir bauen derzeit noch eine neue Park&Ride-Anlage", erklärte Bürgermeister Thomas Wagner für die Gemeinde Brunnen. "Für unsere Autofahrer errichten wir eine barrierefreie Zuwegung zum Bahnsteig. Für Fußgänger verlängern wir den Gehweg vom Ort zum neuen Bahnhalt." Brunnen ist laut Rathauschef Wagner jetzt "der erste voll barrierefreie Haltepunkt zwischen Ingolstadt und Augsburg-Hochzoll".
Die neue Bahnstation bietet nach Angaben der Deutschen Bahn attraktive Fahrmöglichkeiten zu den Arbeits- und Schul-Standorten in Ingolstadt, Schrobenhausen und Augsburg sowie außerdem gute Anschlüsse an den Fernverkehr. Die Gesamtkosten für den neuen Haltepunkt belaufen sich nach DB-Angaben auf rund 1,2 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgte aus Bundesmitteln, über deren Verwendung der Freistaat Bayern und die Deutsche Bahn entscheiden.
Beim symbolischen Durchschneiden des Bandes: Bundestags-Abgeordneter Reinhard Brandl (von links), Andreas Rudolf (Leiter Regionalbereich DB-Station&Service), Helmut Zöpfel (Leiter Bahnhofs-Management Rosenheim), Thomas Wagner (Bürgermeister von Brunnen), Stefan Schell (Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr).