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"Rauchhaus" am Ludwigsplatz wurde für rund 1,8 Millionen Euro modernisiert und zum Bürgerhaus gemacht. Dafür gab es 569.000 Euro von der Städtebau-Förderung.

(ty) Ein gewohntes Bild in den Zentren zahlloser Kommunen: Alte Häuser verfallen, weil das Geld für eine aufwändige Sanierung fehlt. Mit Mitteln der Städtebau-Förderung wird seit Jahrzehnten gegengesteuert, um die Ortsmitten wieder zu beleben. Direkt am Ludwigsplatz in Kelheim ist dies nach Überzeugung der Regierung von Niederbayern in vorbildlicher Weise gelungen. Die rund 1,8 Millionen Euro teure Sanierung des so genannten Rauchhauses aus dem 15. Jahrhundert wertet die Behörde als ein "besonders überzeugendes Beispiel" für eine gelungene Maßnahme. Die Stadt hatte sich dazu entschieden, das ehemalige Wohnhaus, das über viele Jahre leer stand, umfassend zu modernisieren, um es als Bürgerhaus zu nutzen. 

Im Erdgeschoss wurden das Büro des Altstadt-Managements, ein barrierefrei erreichbarer Besprechungsraum und eine öffentliche Toiletten-Anlage untergebracht. In den oberen Geschossen stehen Bürgern und Vereinen weitere Räume für Beratungen, Besprechungen, Treffen und Ausstellungen zur Verfügung. Eine Besonderheit des Baudenkmals ist das für Jurahäuser im Altmühltal typische helle Kalkplattendach, welches mit einer alten Technik, der Legschiefer-Deckung, neu hergestellt wurde. 

Insgesamt 1 785 000 Euro wurden laut Regierung von Niederbayern in die Sanierung des Rauchhauses gesteckt; die förderungsfähigen Kosten betragen 948 000 Euro. Dafür erhalte die Stadt einen Zuschuss aus dem Bund-Länder-Städtebau-Förderprogramm "Soziale Stadt" in Höhe von rund 569 000 Euro.

Etwa 40 Millionen Euro an Zuschüssen – bei hohen Fördersätze von bis zu 90 Prozent – seien im vergangenen Jahr in die Städtebau-Förderung im Regierungsbezirk Niederbayern geflossen. Regierungspräsident Rainer Haselbeck sieht darin "ein ermutigendes Zeichen staatlicher Unterstützung und einen Anker der Stabilität in schwierigen Zeiten". Die durch den russischen Angriffs-Krieg gegen die Ukraine ausgelöste weltweite Krise bleibe "natürlich auch nicht ohne Auswirkungen auf die Bauwirtschaft und die Haushalte der Kommunen".

Explodierende Energie-Kosten, Lieferschwierigkeiten und rasant gestiegene Baukosten würden lange geplante Investitions-Vorhaben vielerorts in Frage stellen. "Da ist es ein Lichtblick, dass sie Städte und Gemeinden in Niederbayern in der Städtebau-Förderung wieder auf eine zuverlässige Unterstützung durch EU, Bund und Freistaat zählen konnten", so Haselbeck.

Die Herausforderungen durch die globalen Krisen dürften den Blick nicht verstellen auf die "Hausaufgaben" vor Ort, so der Regierungspräsident. Die Städtebau-Förderung ziele seit mehr als 50 Jahren auf die Sanierung und Weiterentwicklung des Gebäude- und Siedlungs-Bestandes. Sie leiste damit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Flächen-Verbrauchs und zum Klimaschutz. "Um die Abwanderung aus den sogenannten strukturschwachen ländlichen Regionen zu stoppen und um die Verdichtungsräume zu entlasten, gilt es gerade auch Niederbayern als Wohn-, Arbeits- und Lebensraum weiterzuentwickeln", erklärt Haselbeck.

Die Staatsregierung habe hier mit verbesserten Förder-Konditionen in der Privat-Modernisierung und einer stärkeren Bündelung von Städtebau- und Wohnungsbau-Förderung gezielte Anreize geschaffen. Auch im vergangenen Jahr haben den Angaben zufolge viele Städte und Gemeinden in Niederbayern wieder zahlreiche Projekte zur Aufwertung ihrer Ortsmitten auf den Weg gebracht.

Die Schwerpunkte der Städtebau-Förderung in Niederbayern haben sich in den vergangenen Jahren verschoben, heißt es von der Bezirks-Regierung. Heute gehe es weniger um die Neugestaltung öffentlicher Räume, dafür werde mehr in Bürger-Zentren und Mehrgenerationen-Häuser investiert. "Das ist konsequent und richtig", betont Regierungspräsident Haselbeck. Denn in vielen Orten seien mit der Schließung alter Dorfwirtshäuser genau diese traditionellen Begegnungsstätten verschwunden. Gerade diese Institutionen seien jedoch mit besonders hohen Investitionskosten verbunden. Es sei deshalb wichtig, dass der Staat hier ein verlässlicher Partner der Kommunen bleibe und seine Förder-Angebote auf hohem Niveau stabilisiere.

Regierungspräsident Rainer Haselbeck (rechts) und Rolf-Peter Klar, der Leiter des Sachgebiets "Städtebau und Bauordnung" bei der Regierung von Niederbayern.


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