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Kooperation zwischen Ingolstadt und Kreis Pfaffenhofen angedacht. Neue im Gespräch: Möglicher Alternativ-Standort zwischen Reichertshofen und Baar-Ebenhausen.

(ty) Die Idee eines dritten Gymnasiums im Kreis Pfaffenhofen ist wahrlich nicht neu. Immer wieder war in den vergangenen Jahren thematisiert worden, dass die Stadt Ingolstadt und der Landkreis Pfaffenhofen im Rahmen eines Zweckverbands ein zusätzliches Gymnasium im Norden des Landkreises Pfaffenhofen schaffen. Von Anfang an wurde Manching als möglicher Standort genannt. Die Gemeinde macht diesbezüglich nun Nägel mit Köpfen und bewirbt sich offiziell. Das wurde heute aus dem Rathaus gemeldet. Bürgermeister Herbert Nerb (FW) habe die Bewerbung bereits bei Landrat Albert Gürtner (FW) und beim Pfaffenhofener Kreistag eingereicht; auch der Stadtrat von Ingolstadt sei schon informiert. Im Gespräch ist neuerdings allerdings auch ein möglicher Standort zwischen Reichertshofen und Baar-Ebenhausen. Eine Entscheidung soll nächstes Jahr fallen.

"Die Schülerzahlen an den Gymnasien in Ingolstadt und Region steigen, die Einrichtungen platzen aus allen Nähten" – so sei es seit einigen Monaten immer wieder aus dem Landkreis Pfaffenhofen und der Stadt Ingolstadt zu hören, heißt es in der heute veröffentlichten Presse-Mitteilung der Gemeinde Manching. "Der Ingolstädter Stadtrat wünscht sich seit einiger Zeit ein Gymnasium in unmittelbarer Nähe. Der Norden im Landkreis Pfaffenhofen soll es sein." Und der Pfaffenhofener Kreistag habe Landrat Gürtner damit beauftragt, Gespräche mit der Stadt Ingolstadt zu führen. Ziel sei ein gemeinsames Zweckverbands-Gymnasium nach dem Modell in Gaimersheim, welches von der Stadt Ingolstadt und dem Kreis Eichstätt betrieben werde. Der Markt Manching bewirbt sich jedenfalls nach eigenem Bekunden jetzt offiziell mit einer geeigneten Fläche als Standort für ein drittes Gymnasium im Kreis Pfaffenhofen. 

Das angebotene Areal umfasse zirka 3,3 Hektar und befinde sich in unmittelbarer Nachbarschaft der bestehenden Realschule am Keltenwall, die bereits von vielen Schülerinnen und Schülern aus Ingolstadt besucht werde. "Auf dem Gelände der heutigen Grundschule wäre ein Gymnasium und eine neu zu bauende Grundschule die perfekte Ergänzung am Standort der Realschule in 130 Metern Entfernung", erklärt Bürgermeister Nerb. "Daraus ergeben sich für die drei Schulen eine große Anzahl an Synergie-Effekten", wirbt er. "Ein entscheidender Erfolgsfaktor für das neue Gymnasium am Standort Manching ist die optimale geografische, soziale und gesellschaftliche Einbettung in und um den Markt Manching." Und, so Nerb weiter: "Durch die bereits vorhandenen idealen infrastrukturellen Voraussetzungen entstehen neben den einzigartigen Synergie-Effekten auch Einspar-Potenziale." 

Den Schülern stünde laut Mitteilung aus dem Manchinger Rathaus zusätzlich zu den Schulbussen die bereits vorhandene ÖPNV-Buslinie 16 zur Verfügung, die schon heute die Realschüler zum Hauptbahnhof und ins Zentrum von Ingolstadt bringt. Die Linie 16 verkehre im Halbstunden-Takt an der Bushaltestelle vor dem Schultor. Der Fußweg zwischen Realschule und Gymnasium würde nur 130 Meter betragen. Ergänzend dazu wären in unmittelbarer Nähe von wenigen hundert Metern auch Bäckereien, ein Metzger und Imbiss-Stände zu Fuß erreichbar. Nerb "hat die Bewerbung für den Standort Manching bereits bei Landrat Gürtner und den Mitgliedern des Kreistages Pfaffenhofen abgegeben", so die Gemeinde Manching. "Der Stadtrat der Stadt Ingolstadt wurde ebenfalls über den möglichen Standort informiert." Im ersten Halbjahr 2024 wolle der Pfaffenhofener Kreistag über den Standort entscheiden.

Alternative im Gespräch

Wie berichtet, haben die Bürgermeister von Reichertshofen (Michael Franken, JWU), Baar-Ebenhausen (Ludwig Wayand, CSU) und Karlskron (Stefan Kumpf, CSU) einen Vorschlag für einen Gymnasium-Standort zwischen Reichertshofen und dem Bahnhof von Baar-Ebenhausen ins Gespräch gebracht – und damit eine konkrete Alternative zu dem bisher zumeist favorisierten möglichen Standort, nämlich Manching, benannt. Franken erklärte jüngst zu diesem neuen Vorschlag: Die ebene und gut geschnittene Fläche mit 30 000 Quadratmetern liege besonders verkehrsgünstig: direkt an der Bundesstraße B13 und unmittelbar am Bahnhof, mit ausgezeichneter Anbindung nach Ingolstadt und Pfaffenhofen.

Außerdem gebe es, so Franken weiter, im Umkreis von fünf Kilometern deutlich mehr als 15 000 Einwohner, die dank guter Radwege-Verbindungen das neue Gymnasium bequem mit dem Fahrrad erreichen könnten. Ein neuer Zweckverband würde seiner Einschätzung zufolge rund 60 bis 70 Millionen Euro für ein drei- bis vierzügiges Gymnasium mit Dreifach-Sporthalle und Außen-Sportanlagen aufwenden müssen. Nächstes Jahr solle – das bestätigt auch Franken – bei der Stadt Ingolstadt und im Landkreis Pfaffenhofen die endgültige Standort-Entscheidung fallen, ehe dann wohl 2026/27 mit der Realisierung des Vorhabens begonnen werden könnte.


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