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Dreitägiges Symposium von heute bis Sonntag – Morgen wird in der Künstlerwerkstatt eine CD Vorgestellt – Insgesamt fast 7000 Euro an Fördergeldern generiert

(ty) Das Hallertauer Regionalgeld ist ebenso wie „Blumen in der Stadt“ und der Inter-Kultur-Garten ein Projekt der „Sozialen Skulptur Hallertauer“. Die Währung für den Raum Pfaffenhofen, die soziale Einrichtungen unterstützt, gibt es seit nunmehr zehn Jahren. Und das wird mit einem dreitägigen Symposium gefeiert, das vom heutigen Freitag, 30. Mai, bis Sonntag im Rathausfestsaal und in der Künstlerwerkstatt stattfindet. Unter anderem steht morgen Abend eine CD-Vorstellung mit Konzert auf dem Programm.

Das Symposium wird am heutigen Freitag um 19.30 Uhr mit einem Grußwort des Pfaffenhofener Vize-Bürgermeister Albert Gürtner (FW) im Festsaal des Rathauses eröffnet. Danach gibt der „Hallertauer Regional“-Vorsitzende Manfred „Mensch“ Mayer einen bilderreichen Rückblick auf zehn Jahre Hallertauer Regionalgeld; garniert mit der Würdigungen von Gemeinwohlpionieren. Für den Ausblick sorgt Christian Gelleri, der Gründer des Chiemgauer Regionalgelds, der größten Regio-Initiative in Deutschland.

Manfred "Mensch" Mayer mit einem Satz Hallertauer-Regionalgeld.

Am morgigen Samstag ab 9.30 Uhr – wieder im Festsaal – werden die Hallertauer-Serie vorgestellt und die Fördergelder übergeben, die im vergangenen Jahr generiert wurden. Es folgen Vorträge der Regiogeld-Verbandsvorstände Rolf Schilling und Frank Jansky. Dabei wird das komplexe Talente-Netzwerk von Vorarlberg vorgestellt, das in Kooperation mit der Gemeinde erfolgt.

Von 14 bis 16 Uhr folgt am Samstag das öffentliche Vernetzungstreffen des Regiogeld-Verbands. Dabei werden weitere Initiativen und Projekte beleuchtet. Mit von der Partie ist zum Beispiel Veronika Spielbichler aus Österreich, die das Unterguggenberger Institut vorstellt. Fabian Stahl, der Präsident des Pfaffenhofener Vereins „Lebendige Innenstadt“, erläutert das seit November vergangenen Jahres laufende Projekt „Gut(e)Scheine“; eine Kooperation von Hallertauer-Regionalgeld und dem Innenstadtverein.

Identifikation und Unterstützung: Vor der Stadtratssitzung konnte man kürzlich Euro in Hallertauer tauschen – Altbürgermeister Hans Prechter (CSU) machte das unter anderem.

Von 16 bis 18 Uhr findet die nicht öffentliche Mitgliederversammlung des Regiogeld e. V. statt. Hierzu hat sich sogar eine Initiative aus Luxemburg angekündigt, wie Manfred „Mensch“ Mayer berichtet.

Als Highlight erscheint zum zehnjährigen Hallertauer-Bestehen eine CD. Dabei handelt es sich um ein Cross-Over-Musik-Text-Projekt, das von Jazz über Klassik bis Neue Volks-(Welt)-Musik bietet und an dem sich über 30 hiesige Musikerinnen und Musiker beteiligt haben. Die CD wird am Samstag ab 21 Uhr bei einer Mischung aus Konzert und Lesung in der Künstlerwerkstatt der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Eintritt ist frei; Einlass ist ab 20 Uhr.

Die Konzert-Veranstaltung fügt sich in die Reihe der Events im Rahmen des Pfaffenhofener Lokalklang-Festivals ein. Live-Auftritte auf dieser CD-Release-Party unter dem Motto „Lus amoi“ geben laut Mayer unter anderem: Martin Kraft alias Powerziach; Trapp & Singer; Gitarrenduo Miriam Prechtel und Lisa Meidinger; Kilian-Brock-Trio; Stevie Massamba; Thomas Leinwand; Marie-Therese Daubner und „Die dicken Schnösel“.

Auch Trapp (rechts) und Singer sind auf der CD zu hören.

Die CD enthält aber nicht nur Musikstücke, sondern auch die Kurzfassung des Zitatenhörspiels „Lus amoi: Gemeinwohl!“ mit Verweisen auf grundlegende Texte von Gemeinwohlpionieren wie Joseph Beuys, Helmut Creutz, Margrit Kennedy, Christian Felber, Papst Franziskus, Konstantin Wecker und Prinz Chaos II. Schon Beuys forderte: „Demokratie muss gesungen werden!“ Dem stimmen die Hallertauer-Herausgeber zu, wie Mayer betont. „Denn lokale Währungen wie der Hallertauer sind echter Ausdruck von Volkes Stimme und notwendiger direkter Demokratie im Geldwesen.“

Am Sonntag ist dann um 9 Uhr Einlass im Rathaus zum Finale der dreitägigen Hallertauer-Jubiläums-Feierlichkeiten. Zunächst gibt es „Informelles & Hopfensecco“; um 10 Uhr beginnt dann der Attac-Mitbegründer, Tänzer und Autor Christian Felber seinen Vortrag zum Thema "Geld und Gemeinwohlökonomie".

Die Rückseite des aktuellen 20-Hallertauer-Scheins würdigt Joseph Beuys.

„Wie die fleißigen Bienen für ihre Gemeinschaft Honig erzeugen, so erzeugen die Mitglieder der ,Sozialen Skulptur Hallertauer’ als Mittel und Medium ihrer Gemeinwohlwirtschaft ihre Gutscheine, die Hallertauer“, erklärt Manfred „Mensch“ Mayer die Philosophie hinter dem Regionalgeld. Die Gemeinschaft der Bienen sei für das Hallertauer-Netzwerk Vorbild für die Art von Kooperation, die zu echtem Wohlstandswachstum für alle führe. In diesem Zusammenhang zitiert er Siddhartha Gautama: "Wer seinen Wohlstand vermehren möchte, der sollte sich an den Bienen ein Beispiel nehmen. Sie sammeln den Honig, ohne die Blumen zu zerstören. Sie sind sogar nützlich für die Blumen. Sammle deinen Reichtum, ohne seine Quellen zu zerstören, dann wird er beständig zunehmen."

2005 erschienen die erste Hallertauer-Scheine. Die Vernissage fand im heute nicht mehr existierenden Jugendkulturcafe „VUENV“, einem Projekt des damaligen Jugendparlamentes, statt. Inzwischen wurden nach Worten des Vorsitzenden Mayer fast 250 000 Hallertauer geschaffen und in Umlauf gebracht. Da der Hallertauer automatisch Fördergelder kreiert, werde in Kürze die Summe von 7000 Euro erreicht, die insgesamt an die gemeinnützigen Förderprojekte ausbezahlt werden konnte – unter anderem an Bund Naturschutz, den Tierschutzverein und den Inter-Kultur-Garten.

Das heute beginnende, dreitägige Symposium ist ein Projekt der „Sozialen Skulptur Hallertauer“ in Kooperation mit Regiogeld e. V., „Lebendige Innenstadt“ Pfaffenhofen, Wirtschafts- und Servicegesellschaft Pfaffenhofen, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, Panorama-Tonstudio und der Künstlerwerkstatt. Bei allen Programmpunkten ist der Eintritt frei.

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