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Bei einer Untersuchung schnitt die Mittagsverpflegung in den meisten deutschen Kindertagesstätten schlecht ab. In den städtischen Einrichtungen von Pfaffenhofen werden die in der Studie erhobenen Forderungen erfüllt, sagt Bürgermeister Herker

(zel) Gemessen am wissenschaftlich begründeten Qualitätsstandard der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“ (DGE) schneidet die Mittagsverpflegung in den meisten deutschen Kitas schlecht ab. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann-Stiftung. In Pfaffenhofen scheint dagegen die Welt in Ordnung. „Die beiden Caterer der städtischen Kindergärten liefern entsprechend den DGE-Standards, damit sind die in der Studie erhobenen Forderungen erfüllt“, sagt Bürgermeister Thomas Herker (SPD) und beantwortet damit eine Anfrage unserer Redaktion.

Die städtischen Kindertagesstätten in Pfaffenhofen beziehen das Mittagessen von zwei Lieferanten: Aus der Ilmtalklinik und von der Firma Hipp. Und wie Herker betont, liefern beide entsprechend dem DGE-Qualitätsstandard. Darüber hinaus legt laut Herker die Ilmtalklinik Wert auf den Bezug regionaler Rohstoffe; und die Firma Hipp liefert zertifizierte Bioware. Nachmittags werde in den städtischen Kitas in der Regel frisches Obst für die Kinder gereicht, so der Rathauschef.

Aus der Ilmtalklinik werden nach Angaben aus dem Rathaus die städtischen Kindertagesstätten Burzlbaam, St. Elisabeth, St. Andreas und Ecolino versorgt; die Firma Hipp beliefert den Kindergarten Maria Rast und die Kita St. Johannes. Derzeit werden in den von der Stadt betriebenen Kindertagesstätten insgesamt etwa 335 Kinder täglich mit Essen versorgt. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 waren es mit 170 Sprösslingen gerade einmal halb so viele. Die Buben und Mädchen bekommen ein Drei-Gänge-Menü, bestehend aus Vor-, Haupt- und Nachspeise.

Laut der genannten Studie essen immer mehr Kinder im Kindergarten oder in der Krippe zu Mittag – ihre Verpflegung entspricht allerdings nur in jeder dritten Kita anerkannten Standards. Zu diesem Ergebnis kommt die Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung, die erstmals repräsentativ Qualität und Kosten des Mittagessens in Kitas unter die Lupe genommen hat.

„Die Finanzierung der hauswirtschaftlichen Personal-, Küchen- und Raumausstattung sowie der Betriebskosten und auch der Lebensmittelkosten ist in den meisten Bundesländern nicht verbindlich und einheitlich geregelt“, erklärt die Bertelsmann-Stiftung. Auch deshalb unterscheide sich das einkommensunabhängige Essensgeld der Eltern für Mittagsverpflegung erheblich: Es reiche von 75 Cent bis zu sechs Euro pro Mahlzeit. 

In den städtischen Kindergärten in Pfaffenhofen zahlen die Eltern aktuell 2,90 Euro pro Mahlzeit für ein Kind im Kindergarten und 2,40 Euro pro Essen für ein Kind in der Krippe. Der Stadtrat befasst sich jedoch, wie berichtet, am Donnerstag mit einer Erhöhung um jeweils 60 Cent pro Mahlzeit. Hintergrund ist, dass laut Satzung das Mittagessen kostendeckend angeboten werden muss. Stimmt der Stadtrat der von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Erhöhung zu, dann würde also eine Mahlzeit im Kindergarten künftig 3,50 Euro kosten, in der Krippe drei Euro.

Zum Vergleich: Durchschnittlich zahlen Eltern den Kitas 2,40 Euro für ein Mittagessen ihrer Kinder, wie die Bertelsmann-Stiftung berichtet. Damit hänge die Qualität des Mittagessens der Kinder von den Entscheidungen und Zuschüssen der jeweiligen Träger oder der Kommune ab. Eine gesunde und ausgewogene Mittagsverpflegung, die den DGE-Standard erfüllt, kostet der Studie zufolge mindestens vier Euro.

Hier die Kalkulation auf Basis der Studie:

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