Unter anderem wird das von 10.30 Uhr bis 20 Uhr geltende Radel-Verbot in der Fußgängerzone überwacht; bei Verstößen werden 25 Euro fällig.
(ty) Im vergangenen Jahr hat die örtliche Polizeiinspektion nach eigenem Bekunden insgesamt 427 Fahrrad-Unfälle im Stadtgebiet von Ingolstadt registriert. Das bedeutete zwar einen leichten Rückgang. Jedoch machten Fahrrad-Unfälle fast zehn Prozent der gesamten Verkehrsunfälle aus – Platz zwei hinter Pkw-Unfällen. Bei den genannten 427 Fahrrad-Unfällen wurden 404 Personen verletzt, 57 davon schwer – fast zwei Drittel der Verletzten trugen nachweislich keinen Helm. Hauptverursacher waren laut Polizei die so genannten Geisterradler. Viele Kollisionen mit Kraftfahrzeugen ereigneten sich an Einmündungen, Kreuzungen, Parkplatz-Ausfahrten sowie im Umfeld von Einkaufs-Zentren.
Die Polizeiinspektion von Ingolstadt führt vor diesem Hintergrund mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei an diesem Donnerstag, 16. Mai, sowie ebenfalls am Freitag, 17. Mai, Verkehrs-Kontrollen an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet durch. "Die jungen Polizeibeamtinnen und -beamten aus Eichstätt sind im Rahmen eines Kommunikations-Trainings, das Inhalt der Ausbildung ist, unterwegs", wird dazu erklärt.
Der für die Altstadt zuständige Kontaktbeamte werde außerdem zusammen mit dem Verkehrs-Überwachungs-Dienst der Stadt in der Fußgängerzone das von 10.30 Uhr bis 20 Uhr angeordnete Radfahr-Verbot überwachen. "Nachdem sich die Situation in der Fußgängerzone nicht nachhaltig gebessert hat, wird das Radfahren in der Verbotszeit nun gebührenpflichtig mit 25 Euro verwarnt", stellt die Polizei klar.
Zum Hintergrund: Radler waren im Vorjahr im Rahmen einer ähnlichen Kontroll-Aktion nicht gebührenpflichtig verwarnt worden, sondern hatten wegen des präventiven Charakters von der Fahrrad-Beauftragten der Stadt Ingolstadt im Rahmen eines aufklärenden Gespräches die "gelbe Karte" erhalten.
Bei der Kontroll-Aktion werde es sich um "ganzheitliche Kontrollen" handeln, erläutert Christian Petz, Verkehrs-Sachbearbeiter bei der Polizeiinspektion von Ingolstadt. Das bedeute, dass nicht nur auf das korrekte Verhalten und die Verkehrstüchtigkeit der Radler, sondern auch auf die Ausrüstung und Beschaffenheit der Fahrräder sowie auf vorhandene Diebstahl-Sicherungen ein Augenmerk gelegt werde. Gleichzeitig werde überprüft, ob das benutzte Fahrrad als gestohlen gemeldet sei.
Parallel dazu sollen laut Polizei auch die motorisierten Verkehrsteilnehmer darauf hingewiesen werden, besonders auf so genannte ungeschützte Verkehrsteilnehmer zu achten. Beamte werden der Ankündigung zufolge auch selbst mit dem Fahrrad unterwegs sein sowie Verstöße von motorisierten Verkehrsteilnehmern, insbesondere gegen Vorfahrts- und Abstands-Regeln, beanstanden.
Die Zwei-Tages-Aktion werde an verschiedenen Stellen – hauptsächlich an Unfall-Schwerpunkten, in der Fußgängerzone, vor Schulen und auf Schulwegen – durchgeführt. "Die Kontrollen haben überwiegend vorbeugenden und aufklärenden Charakter", kündigt die Polizei an, "wobei bei gravierenden Verstößen durchaus ein Verwarnungs- oder Bußgeld verhängt werden kann."