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Der Startschuss für die Bewerbung des Landkreises mit dem Ziel der Aufnahme in das europäische Leader-Förderprogramm ist gegeben – nun soll unter weiterer Bürgerbeteiligung eine lokale Entwicklungsstrategie erarbeitet werden

(ty) Der Startschuss für die Bewerbung des Landkreises Pfaffenhofen mit dem Ziel der Aufnahme in das europäische Leader-Förderprogramm 2014 bis 2020 ist gefallen. Über 150 Teilnehmer kamen gestern Abend im Deutschen Hopfenmuseum in Wolnzach zu einer Auftaktveranstaltung zusammen, um sich über das Förderinstrument zur Entwicklung ländlicher Regionen zu informieren und bei dem nun beginnenden Leader-Prozess aktiv mitzumachen.

“Das war ein toller Auftakt“, bilanzierte Landrat Martin Wolf (CSU). Er freute sich über die hohe und breite Beteiligung und lobte, „dass so viele Personen aus ganz unterschiedlichen Bereichen heute gekommen sind“. Das Leader-Programm möchte der Landkreis als Motor für die regionale Entwicklung einsetzen und im Kernansatz eine stärkere interkommunale und über die Gemeinden hinausgehende Vernetzung und Zusammenarbeit in der Region initiieren, führte Wolf aus. Im Hinblick auf die kommenden Monate rief er alle Bürger im Landkreis auf, die Chancen zu nutzen und bei der nun anstehenden und spannenden Erarbeitung des Leader-Konzepts aktiv mitzuwirken: „Bleiben Sie jetzt am Thema dran und bringen Sie Ihre guten Ideen ein, damit unsere Bewerbung erfolgreich wird.“

Für das aktive Mitmachen sind bereits zwei Bürgerabende am 30. Juli und am 4. August sowie ein Zukunftsforum direkt nach den Sommerferien in Vorbereitung, die für alle Interessierten offen stehen, informierte die Moderatorin Ulrike Lilienbecker über die weitere Vorgehensweise.  Die weiteren Termine:

  • Mittwoch, 30. Juli, 18.30 Uhr: Bürgerabend I im Kelten- und Römer-Museum Manching
  • Montag, 4. August, 18.30 Uhr: Bürgerabend II in der Klosterschenke Scheyern

Die Ergebnisse fließen dann in die lokale Entwicklungsstrategie (LES) ein, die vom Büro Lilienbecker erarbeitet wird. Darin werden die Stärken und Schwächen, Chancen und Potenziale der Region herausgearbeitet, ein „Fahrplan" für die Umsetzung des Konzeptes aufgestellt und Projekte für die kommenden sieben Jahre entwickelt.

Diese LES bildet dann die Grundlage für die Bewerbung um die Aufnahme als Leader-Förderregion und muss Ende November fertiggestellt sein. Die genauen Termine zu den kommenden Veranstaltungen sind auf dem eigens eingerichteten Leader-Blog unter www.leader-landkreis-pfaffenhofen.de zu finden, wo auch über den Fortgang der Erarbeitung jeweils aktuell berichtet werden soll. Außerdem ist bereits ein Newsletter eingerichtet, damit alle auf dem Laufenden bleiben, kündigte Frau Lilienbecker an.

Landrat Martin Wolf (links) rief die Teilnehmer bei der gestrigen Auftakt-Veranstaltung zur Mitwirkung bei der Erarbeitung der lokalen Entwicklungsstrategie auf.

Hintergründe zum Förderinstrument, das seit Beginn der 1990er Jahre von der Europäischen Union und dem Freistaat Bayern eingesetzt wird, um modellhafte und innovative Projekte zu unterstützen, zeigte die Leader-Managerin für Oberbayern-Nord, Irmgard Neu-Schmid, auf. Anhand der benachbarten Leader-Regionen „Altbayerisches Donaumoos“, wozu auch die Marktgemeinde Hohenwart aus dem hiesigen Landkreis zählt, und „Dachau – AGIL“  sowie einigen Beispielprojekten machte sie deutlich, dass Leader thematisch breit aufgestellt ist und in den Bereichen Kultur, Soziales, Tourismus, Landwirtschaft oder Umwelt zum Einsatz kommen kann.

Neben der finanziellen Unterstützung, die bei diesem Förderkonzept bei immerhin 50 Prozent liegt, rät Neu-Schmid dazu, „Leader“ auch als Entwicklungschance für den Landkreis zu begreifen, durch die Menschen und Ressourcen aktiviert werden. Kaum ein anderes Förderprogramm binde die Menschen mehr ein und lade so zum Mitmachen und Mitgestalten in der eigenen Gemeinde und Region ein, ergänzte Lilienbecker. So könnten "neue Sachen" entstehen und die Lebensqualität insgesamt verbessert werden. Das Besondere an Leader sei der regionale und individuelle Bezug, deshalb müssten eine passende Strategie und die richtigen Ziele für die Region gefunden und dann konsequent verfolgt werden, hoben beide weiter hervor.

Nach erfolgter Erarbeitung der LES für den Landkreis, für die Neu-Schmid ihre Unterstützung anbietet, ist es notwendig, eine Lokale Aktionsgruppe (LAG) zu bilden, die dann entscheidet, für welche Projekte eine Leader-Förderung beantragt werden soll. LAGs stehen für alle Interessierte offen und sind eine Partnerschaft aus kommunalen, wirtschaftlichen, sozialen und privaten Akteuren der Region. Allerdings mit einer maximalen 49-prozentigen Beteiligung öffentlicher Gebietskörperschaften, um den von der EU geforderten "Bottom-up-Ansatz" zu berücksichtigen.

Für die aktuelle Förderperiode werde für jede Region rund eine Million Euro Fördersumme zur Verfügung stehen. Mit welchen Themen und Handlungsfeldern sich der Landkreis für die Erarbeitung der regionalen Entwicklungsstrategie jetzt konkret auseinandersetzen will, wurde gestern im zweiten Teil der Veranstaltung in drei Workshops diskutiert und erarbeitet. Dabei wurden die Themenbereiche  "Umwelt, Natur, Land- und Forstwirtschaft, Energie“ sowie „Kultur, Freizeit, Tourismus,  Heimat“ und "Zukunftsfähige Gemeinde, demographischer Wandel, Wirtschaft, Mobilität“ gesammelt und identifiziert.

Am Schluss durfte jeder Teilnehmer noch seine “Herzensangelegenheit” dem Leader-Team mit auf den Weg geben. Diese Anliegen wurden an großen Pinnwänden gesammelt und dokumentiert. Von „moderne Landwirtschaft erleben und verstehen“, über „landkreisweites Radwegenetz“, „Zusammenarbeit von Jung und Alt“ bis hin zu „Mobilität, „Bildung“ und „Charakter des Landkreises erhalten“ reichten hier die notierten Hinweise. 

Für weitere Fragen steht künftig das Leader-Team im Landratsamt zur Verfügung. Alice Köstler-Hösl ist erreichbar unter der Telefonnummer (0 84 41) 27-258 und per E-Mail an lDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . Ulrike und Jens Lilienbecker vom Büro für Geographie und Kommunikation sind erreichbar unter Telefon (0 97 63) 93 00 49 0 und via Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

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