Bettina Markl, Landrats-Kandidatin und Kreis-Chefin ihrer Partei, erklärt die Grundzüge des kürzlich einhellig beschlossenen Programms für die im März stattfindende Kommunalwahl.
(ty) Die Grünen im Kreis Pfaffenhofen haben ihr Wahlprogramm für die im März anstehende Kommunalwahl kürzlich einhellig verabschiedet. "Wir gestalten einen Landkreis, der stark, sozial und zukunftsfest ist. Das tun wir in der bunten Kreistags-Koalition bereits in den letzten sechs Jahren und haben damit schon wichtige Weichen in Richtung Zukunft gestellt", fasst Bettina Markl nach der Versammlung in Baar-Ebenhausen zusammen – sie ist Landrats-Kandidatin ihrer Partei und steht zusammen mit Wilhelm Reim dem Grünen-Kreisverband vor. Im Mittelpunkt stehe ein Zukunfts-Programm, das darauf abziele, den Landkreis ökologisch, sozial und wirtschaftlich widerstandsfähiger aufzustellen.
"Die Menschen spüren bei Hochwasser, Hitze, Pflege-Engpässen oder Mobilitäts-Problemen sehr deutlich, dass es entschlossenes Handeln braucht", sagt Markl. "Genau dafür steht unser Programm: konkret, realistisch und nah am Leben der Bürgerinnen und Bürger." In Zeiten knapper Kassen neigten viele dazu, nur noch zu verwalten statt zu gestalten. "Wir müssen jedoch jetzt in unsere Grundlagen investieren – nur so bleibt unser Landkreis attraktiv und lebenswert."
Ein besonderer Schwerpunkt liegt laut Markl auf den Folgen des Hochwassers im Jahr 2024. Die Grünen sehen ihren Worten zufolge hier im Erhalt von "gutem Boden" die effizienteste Form des Hochwasserschutzes. "Eine gemeinsame Flächenplanung mit den Kommunen, bei der auch die Landwirtschaft eng eingebunden wird, um Böden zu verbessern, die damit Wasser zurückhalten können." Markl betont: "Hochwasserschutz ist Menschenschutz. Wir sorgen dafür, dass Wasser wieder in der Landschaft gehalten wird, statt in die Häuser zu laufen."
Auch die finanzielle Stabilität des Landkreises solle im Blick behalten werden. Ein Kernpunkt des Grünen-Programms sei die Stärkung des regionalen Mittelstands, insbesondere des Handwerks – unter anderem durch ein geplantes Handwerks-Zentrum sowie Unterstützung bei der Nachfolger-Suche. "Unsere regionalen kleinen und mittelständischen Unternehmen schaffen sichere, gute Arbeitsplätze und tragen wesentlich zur Gewerbesteuer bei", so Markl. "Sie ermöglichen es Kommunen und dem Landkreis, eine verlässliche Daseinsvorsorge anzubieten. Deshalb ist es essenziell, sie zu erhalten und zu stärken."
Zur wirtschaftlichen Entwicklung und finanziellen Stabilität trägt aus Sicht der Grünen auch das "Kommunal-Unternehmen Energie und Infrastruktur" des Landkreises bei (KEI) bei, das nach ihrem Dafürhalten weiter gestärkt werden soll. Geplant sei der Ausbau von erneuerbaren Energien auch mit Speicher-Lösungen, um langfristig günstige Energie, attraktive Anlage-Möglichkeiten und verlässliche Einnahmen für den Landkreis und auch die Bürger zu sichern.
Zur Daseins-Vorsorge zählt nach Auffassung der Grünen nicht nur der Erhalt des Krankenhauses in kommunaler Hand, sondern ebenso der zügige Bau eines dritten Gymnasiums im Norden des Landkreises. "Maßnahmen wie eine Pflegeplatz-Börse und eine mobile Senioren-Beratung sollen zudem pflegende Angehörige entlasten und eine bessere Betreuung älterer Menschen ermöglichen." Ergänzend dazu solle ein gut ausgebautes ÖPNV‑Konzept den gesamten Landkreis bis 2027 und damit alle Menschen besser verbinden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt für Markl & Co. beim Thema Wohnen. Vorgesehen seien Maßnahmen zur Aktivierung bestehenden Wohnraums durch Beratung und Fördermittel-Management, die Unterstützung genossenschaftlicher Wohnprojekte sowie die Belebung der kreiseigenen Wohnbau-Genossenschaft. Markl fasst es so zusammen: "Wohnen ist ein Grundrecht. Junge Menschen, Auszubildende und Studierende, Familien und Senioren müssen sich unseren Landkreis leisten können und passende Wohnformen vorfinden."
Darüber hinaus setze das Grünen-Programm auf mehr Beteiligung – sowohl für Bürgerinnen und Bürger als auch besonders für Jugendliche. Geplant seien eine digitale Beteiligungs-Plattform, regelmäßige Zukunfts-Konferenzen und hauptamtliche Ansprech-Partner für Jugend-Beteiligung, die auch die Gemeinden in ihrer Arbeit unterstützen.
Mit einem aus ihrer Warte "breit angelegten Programm, das Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Stärke, moderne Mobilität und echte Beteiligung zusammenführt", starten die Landkreis-Grünen laut Markl geschlossen in den Kommunalwahlkampf.
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