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"Arbeits-Gemeinschaft solidarischer Hochwasserschutz" im Paar-Gebiet setzt auf Modell-Region, dezentrale kleinere Projekte und Echtzeit-Frühwarn-System.

(ty) Rund 70 Bürgerinnen sowie Vertreter aus Kommunen, Politik und Einsatz-Organisationen haben sich bei einer öffentlichen Veranstaltung der "Arbeits-Gemeinschaft solidarischer Hochwasserschutz" (Arge) über deren aktuelle Projekte und strategische Ziele informiert, die kürzlich in der Grund- und Mittelschule von Reichertshofen stattfand. Die Arge vereint mittlerweile rund 30 Städte und Gemeinden entlang der Paar aus den vier Landkreisen Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen, Aichach-Friedberg und Landsberg am Lech. Sie repräsentiert nach eigenen Angaben rund 220 000 Einwohner auf einer Fläche von mehr als 1000 Quadratkilometern.

Der Pfaffenhofener Landrat Albert Gürtner stellte in seiner Funktion als Vorsitzender der Arge deren Arbeitsweise und Zielsetzung vor. Der Zusammenschluss verstehe sich als kommunale Familie, die den Hochwasserschutz im gesamten Gewässer-System denke – von der Quelle bis zur Mündung. "Wasser kennt keine Gemeinde-Grenzen. Deshalb müssen wir das gesamte Einzugs-Gebiet gemeinsam in den Blick nehmen", so Gürtner. Zugleich wolle man der Region mehr politisches Gewicht verleihen: "Wir wollen als Arbeits-Gemeinschaft so stark auftreten, dass wir in München und Berlin Gehör finden und unbürokratisch schnelle Maßnahmen umsetzen können."

Als zentrales Anliegen der Arbeits-Gemeinschaft gilt der Ausbau dezentraler Maßnahmen. "Jeder Kubikmeter Wasser, der zurückgehalten wird, schützt die Anlieger-Kommunen", sagt Gürtner. Statt auf Großprojekte zu setzen, wolle man mehrere kleinere Maßnahmen umsetzen. "Wir brauchen mit vielen kleinen Schritten einen Hochwasserschutz, der wirkt und mit möglichst geringen Genehmigungs-Verfahren auskommt." Mit möglichst geringem Mittel-Einsatz soll eine große Wirkung erzielt werden. "Gerade kleine, dezentrale Maßnahmen eignen sich, um schnell Verbesserungen zu erreichen", heißt es aus der Arge.

Die Veranstaltung bot auch Raum für Diskussion, Fragen und Anregungen: Hier "Schwamm-Region"- Managerin Darleen Scharfenberger (rechts) im Gespräch.

Der stellvertretende Arge-Vorsitzende Michael Franken, Bürgermeister von Reichertshofen, verwies auf das folgenreiche Hochwasser im Juni 2024: "Es hat uns deutlich gezeigt, welche Macht das Wasser entwickeln kann – und zugleich, wie wichtig der Zusammenhalt unserer kommunalen Familie ist." Die Arge verbinde die Themen strategisch, so Franken weiter: "Der Dreiklang aus Hochwasserschutz, Starkregen-Vorsorge und Trockenheit ist das zentrale Thema unserer Arbeit." Auch kleine Maßnahmen helfen seinen Worten zufolge um, die Bürgerinnen und Bürger besser zu schützen.

Der Landtags-Abgeordnete Roland Weigert, Kuratoriums-Mitglied und Mitinitiator der Arge, erläuterte die geplante Modell-Region. Ziel sei es, im Rahmen eines Modell-Regionen-Gesetzes die Verfahren zu beschleunigen sowie die beteiligten Gemeinden strukturell zu stärken. Ein weiterer Baustein ist der Aufbau eines Echtzeit-Frühwarn-Systems. Dieses soll wertvolle Zeit vor einer anlaufenden Hochwasserwelle verschaffen. Zeit sei der entscheidende Faktor, um im Ernstfall vorbereitet zu sein. Frühzeitige Informationen könnten Einsatzkräfte entlasten und dazu beitragen, Schutzmaßnahmen rechtzeitig einzuleiten.

Die Arbeits-Gemeinschaft setzt nach eigenem Bekunden weiterhin auf einen engen Austausch mit den Kommunen sowie auf den Dialog mit der Bevölkerung. Weitere Informations-Veranstaltungen im Einzugs-Gebiet seien geplant. "Ziel bleibt ein solidarischer und regional abgestimmter Schutz, der die Region widerstandsfähiger gegenüber extremen Wetter-Ereignissen macht", heißt es in einer aktuellen Presse-Mitteilung. Weitere Infos gibt es auf www.solidarischer-hochwasserschutz.de.

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