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Das in Pfaffenhofen ansässige Landesnetzwerk für Bürgerenergie will in Kooperation mit der Naturstrom AG ab sofort bayerischen Öko-Strom ohne Umwege an die Kunden liefern

(ty/pt) Das in Pfaffenhofen ansässige Landesnetzwerk für Bürgerenergie hat in Kooperation mit der Marke „Grünstromwerk“ der Naturstrom AG den ersten bayerischen Stromtarif gestartet, der es ermöglicht, Ökostrom von unabhängigen Bürgerkraftwerken im Freistaat direkt zum Kunden zu bringen. Das Besondere dabei wird so beschrieben: Ohne Umweg über die Strombörse, werde der Strom direkt aus Windenergie- oder Photovoltaik-Anlagen der im Landesnetzwerk vereinten Bürgerenergie-Gesellschaften an die Kunden geliefert. „Bavariastrom“ – so heißt das Produkt – soll demnach exklusiv nur bei den bayerischen Bürgerenergie-Gesellschaften jeweils vor Ort verfügbar sein.

„Wer Bavariastrom bezieht, unterzeichnet seine ganz persönliche Unabhängigkeitserklärung“, sagt Markus Käser, der Vorstandschef des Landesnetzwerks. „Freiheit aus der Steckdose“, laute das Motto. Bavariastrom sei frei von staatlicher Förderung und frei von Atom- und Kohlekonzernen. „Erzeugt nach unserem Reinheitsgebot mit der Energie aus Sonne, Wind und Wasser.“ Der Ökostrom stamme garantiert aus Bayern und zu mindestens 25 Prozent direkt aus regionalen Photovoltaik- und Windenergie-Anlagen. „Damit stärken wir die dezentrale Energiewende in Bayern und ganz konkret in den Gemeinden unserer Mitgliedsgenossenschaften“,  so Käser. „Regionaler geht es nicht.“

Das neue Ökostrom-Produkt sei ab sofort flächendeckend und exklusiv über alle Mitgliedsgenossenschaften des Landesnetzwerks verfügbar. Neben Ökostrom aus bayerischen Wasserkraftwerken sei geplant, möglichst viele eigene Photovoltaik-Anlagen oder Windräder der Bürgerenergie-Gesellschaften als Lieferkraftwerke einzusetzen. „Dadurch wird die dezentrale Bürger-Energiewende offen für alle“, sagt Käser: „Für Genossenschaftsmitglieder, Anwohner von Bürger-Wind- und Bürger-Solarparks und nicht zuletzt auch für all jene Stromkunden, die nicht in eine eigene Solaranlage investieren oder sich an einer Genossenschaft beteiligen können.“ 

„Mit dem gemeinsamen Produkt bieten wir eine transparente und glaubwürdige Alternative zur überwiegenden Mehrzahl der Ökostrom-Tarife, die auf Herkunftsnachweisen für norwegischen Wasserkraftstrom basieren“, sagt Thomas E. Banning, der Vorstandsvorsitzende der Naturstrom AG. Viele Versorger würden für ihre Ökostrom-Tarife Herkunftsnachweise erwerben, die die Erzeugung von Ökostrom irgendwo in Europa bescheinigten. Mit diesen Nachweisen könnten sie dann ihren an der Strombörse gekauften Kohle- und Atomstrom in Grünstrom „umfärben“. Das sei höchst intransparent und der Umweltnutzen dieser Tarife tendiere gegen null.

Der Bürgerenergie-Zusammenschluss und die Naturstrom AG präsentierten das gemeinsame Produkt „Bavariastrom“ am Sonntag im Rahmen des bayerischen Bürgerenergie-Gipfels in Pfaffenhofen, der den Abschluss der „Energie-für-alle-Woche“ bildete. Das Landesnetzwerk sei mit über 20 Mitgliedsgenossenschaften aus dem ganzen Freistaat „ein besonders schlagkräftiger Partner für die dezentrale Bürgerenergiewende“, so Tim Meyer, Bereichsleiter für dezentrale Energieversorgung bei der Naturstrom AG. Die Kooperation verfügt deshalb seiner Ansicht nach für beide Seiten über großes Potential.

Die Abwicklung der energiewirtschaftlichen Dienstleistungen bis hin zum Kundenservice erfolgt bei „Bavariastrom“ über das „Grünstromwerk“, das die Naturstrom AG im Juli übernommen hatte. „Wir sind sehr froh, schon wenige Wochen nach der Integration von Grünstromwerk in die Naturstrom AG eine neue Kooperation abzuschließen“, so Meyer. Es werde deutlich „dass das Zusammengehen von Grünstromwerk und Naturstrom der richtige Schritt zur richtigen Zeit war“. Weitere Informationen zu dem neuen Stromprodukt gibt es unter www.bavariastrom.de

Die Naturstrom AG wurde 1998 mit Sitz in Düsseldorf gegründet. Das Unternehmen ist an 13 Standorten aktiv, neben Düsseldorf vor allem im oberfränkischen Forchheim. Naturstrom zählt zu den führenden unabhängigen Anbietern von Strom und Gas aus erneuerbaren Energien und versorgt bundesweit über 242 000 Haushalte, Institutionen und Gewerbekunden mit Strom sowie mehr als 13 000 Kunden mit Biogas. Neben der Belieferung mit Energie aus regenerativen Quellen setzt Naturstrom nach eigenen Angaben auf den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien – mehr als 250 Öko-Kraftwerke seien durch Mitwirkung von Naturstrom bereits ans Netz gegangen. Aufgrund ihrer Vorreiterrolle bei der Systemintegration erneuerbarer Energien im Ökostromhandel erhielt die AG im Jahr 2013 den Europäischen Solarpreis. Unter der Marke „Grünstromwerk“ bündelt Naturstrom Ökostrom-Tarife mit besonderem lokalem Bezug, etwa Regionalstrom oder Mieter-Strom.

Der „Bürgerenergie Bayern e.V.“ mit Sitz in Pfaffenhofen ist ein landesweiter Zusammenschluss von Bürgerenergie-Gesellschaften aus dem Freistaat. Er bündelt die gemeinsamen wirtschaftlichen, politischen und zivilgesellschaftlichen Interessen aller Bürgerenergie-Akteure. Dazu zählen in erster Linie rund 250 bayerische Bürgerenergie-Genossenschaften – rund ein Viertel aller deutschen – sowie Stadtwerke, die sich mehrheitlich in öffentlicher Hand befinden, aber auch andere Gesellschaften, die dezentrale und regenerative Bürgerenergie-Projekte betreiben. Weitere Informationen dazu unter: www.buergerenergie-bayern.org


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