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Der aus Pfaffenhofen stammende Künstler Herbert Klee hat seinen neuen Karikaturenband präsentiert – Ausstellung in der Kulturhalle läuft noch bis 24. Juli

(ty) Gestern präsentierte der aus Pfaffenhofen stammende Künstler Herbert Klee seinen neuen Karikaturenband „Wann dann wenn nicht jetzt“ in der Kulturhalle der Kreisstadt. Rund 60 Besucher nahmen die Möglichkeit wahr, bei der Buchpräsentation mit musikalischer Untermalung das persönliche Gespräch mit Klee zu suchen und eine Führung durch dessen aktuelle Ausstellung zu erleben. 

Irgendwann trifft es jeden. Irgendwann, da ist der Zeitpunkt gekommen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Und dann? Ja dann muss eine Entscheidung her – und zwar sofort! „Wann dann wenn nicht jetzt“, so heißt der neue Karikaturenband von Herbert Klee, den der Maler, Karikaturist und Bildhauer im Rahmen des Kultursommers gestern vorstellte. Das Publikum erschien so zahlreich, dass kurzfristig noch alles, was an Bierbänken, Barhockern und sonstigen Sitzmöglichkeiten gefunden werden konnte, in den kleinen Ausstellungsraum gepackt wurde.

 

Die über 60 Gäste kamen nach einem kurzen Grußwort von Karin Probst, der zweiten Vorsitzenden des Neuen Pfaffenhofener Kunstvereins, in den Genuss, eine Auswahl der 22 kleinen karikaturistischen, satirischen und deutlich schwarz-humorigen Geschichten des Buchs zum Thema Entscheidungsfindung vom Künstler vorgetragen zu bekommen. Die dazugehörigen feinlinigen Zeichnungen präsentierte Klee neben seinem Pult im großen Format. Musikalisch unterlegt wurde diese Mischung aus Lesung und Bilderschau von Jo Tradt. Er versah Klees Pointen dezent und mit Witz auf seinem E-Piano mit kurzen Einspielern, die stilistisch zum Teil an die klassisch-selbstironische Cartoon-Musik alter Tom-und-Jerry-Folgen erinnerten.

 

Das Publikum kam auf seine Kosten. Beißend-spöttisch wurden die Schwächen und Macken von Herbert Klees Figuren offengelegt. So vergewisserte er sich vorsichtshalber, dass keine Architekten anwesend sind, bevor er das Schicksal Emil Bräunlichs zum Besten gab – einem Vertreter ebendieses Berufszweigs, der am Anfang der Geschichte „nur“ an Größenwahn und Selbstüberschätzung litt. Am Ende waren es ein irreparabler Bandscheibenvorfall, Depressionen und ein gebrochenes Herz. Er starb bald darauf.

 

Herbert Klee wurde 1946 in Pfaffenhofen geboren. Er lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Weyarn/Holzolling, hat aber den Kontakt nach Pfaffenhofen nie abbrechen lassen. Der sowohl technisch als auch thematisch für seine Vielseitigkeit bekannte Künstler beschäftigt sich auch außerhalb seines karikaturistischen Schaffens immer wieder mit gesellschaftlichen und historischen Abgründen sowie den oft gleichermaßen witzigen wie traurigen Attitüden und Besonderheiten seiner Zeitgenossen. 

Einen Querschnitt von Klees Werk zeigt die Ausstellung „Gemälde, Zeichnungen und Holzschnitte aus fünf Jahrzehnten“, die seit 1. Juli in der Pfaffenhofener Kulturhalle zu sehen ist. Seinen Karikaturen widmet sich dort ein eigener Ausstellungsteil im so genannten Kino. 

Im Anschluss an die Präsentation und den augenzwinkernden Hinweis, dass Weihnachten ja vor der Tür stehe, signierte Klee noch Bücher, führte die Gäste durch seine Ausstellung und gab dabei einen interessanten und anekdotenreichen Einblick in die technischen, motivischen und gedanklichen Hintergründe der einzelnen Werke. 

Klees Ausstellung läuft noch bis einschließlich 24. Juli in der Kulturhalle am Ambergerweg. Sie ist Donnerstag und Freitag von 16 bis 19 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet drei Euro, sonntags einen Euro. 


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