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Der frühere Vize-Bürgermeister von Pfaffenhofen starb völlig überraschend – im November war er für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement in vielen Bereichen mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden

(ind/ty) Völlig unerwartet ist Franz Kaindl aus Uttenhofen im Alter von 72 Jahren gestorben. Erst im November hatte er für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. Kaindl war politisch aktiv, war Gründungsvorsitzender des BC Uttenhofen und seine Leidenschaft galt der Imkerei. Er übernahm über die Jahrzehnte immer wieder Verantwortung in vielen Ehrenämtern.

Im Jahr 1969 gründete Kaindl den Ball-Club Uttenhofen, den er als Erster Vorsitzender dann auch bis 1981 und nochmals von 1983 bis 1985 leitete. 1981 wurde er von seinen BCU-Mitgliedern zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Auch das Pfaffenhofener Sportgremium und den Imkerkreisverband Pfaffenhofen leitete Kaindl jahrzehntelang als Vorsitzender, in beiden Vereinigungen erhielt er ebenfalls die Würde des Ehrenvorsitzenden.

1966 begann Franz Kaindl seine politische Laufbahn als Gemeinderat in Uttenhofen, von 1972 bis 1978 war er Uttenhofener Ortssprecher, von 1978 bis 2011 gehört er dem Stadtrat Pfaffenhofen an, von 1990 bis 1996 war er zudem Zweiter Bürgermeister und von 1984 bis 2002 Kreisrat.

„Wir sind bestürzt, dass unser Ehrenvorstand Franz Kaindl so überraschend in einer anderen Liga spielt, beim BCU wird er aber nie im Abseits stehen“, sagte der BCU-Vorsitzende Wolfgang Inderwies.

Kaindl wurde im November von Sozialministerin Emilia Müller (CSU) mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.

Franz Kaindl hatte im November vergangenen Jahres aus der Hand von Emilia Müller, der Bayerischen Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, in deren Münchner Ministerium das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. Er bekam diese Auszeichnung, weil er sich beinahe ein halbes Jahrhundert lang einsetzte für die "Belange ihrer Mitbürger", wie Müller in ihrer Laudatio sagte. Kaindl habe sich dabei bleibende Verdienste erworben. Die Sozialministerin hatte die umfangreichen Engagements von Kaindl aufgezählt und befand: "Sie sind aus der Kommunalpolitik in Pfaffenhofen nicht wegzudenken." 

Nicht wenige von Kaindls Aktivitäten betrafen dabei auch die Bienen, denn er war als leidenschaftlichen Imker bekannt. So setze er sich als Ehrenvorsitzender des Imker-Kreisverbandes auch als so genannter Gesundheitswart für den Landkreis ein. In dieser Eigenschaft unterstützte Kaindl, dem die Imkerei besonders am Herzen lag, seit vielen Jahren das Veterinäramt mit seinem speziellen Fachwissen wie zur Prophylaxe und der Bekämpfung von Bienenseuchen. Entgegen dem bayerischen Trend der immer kleiner werdenden Imkervereine war es Kaindl gelungen, die Mitgliederzahlen in seinem Kreisverband zu steigern.

Kaindl war unter anderem von 1978 bis 2008 Kreisvorsitzender des Imkerkreisverbandes Pfaffenhofen, von 1988 bis 2004 Zweiter Vorsitzender des Bezirksverbandes der oberbayerischen Imker, von 1998 bis 2003 gehörte er dem Aufsichtsrat der "Süddeutschen Imkergenossenschaft e.G." an und leitete von 2001 bis 2003 kommissarisch die Geschäfte als Erster Vorsitzender.

1966 war Kaindl in den Gemeinderat von Uttenhofen gewählt worden. Kurze Zeit später erkrankte der damalige Bürgermeister und Kaindl war damals beauftragt worden, die Kanalsanierung und Teerung der Ortsstraßen sowie sämtliche Verhandlungen der Schul- und Gemeindegebietsreform durchzuführen. 1964 bis 1972 war er ehrenamtlicher Kassier und Gemeindeschreiber des Ortsteils. Nach der Eingemeindung in die Kreisstadt setzte er sein kommunalpolitisches Engagement zunächst bis 1978 als Ortssprecher und dann als Stadtrat fort. Aus Überzeugung trat er damals in die SPD ein, zog für die Sozialdemokraten in den Stadtrat ein und war deren langjähriger Erster Vorsitzender von 1984 bis 1990.  Kaindl, früher von Beruf Finanzbeamter, engagierte sich besonders in den Bereichen Sport und Finanzen.   

Franz Kaindls Leidenschaft galt der Imkerei.

Von 1990 bis 1996 war Kaindl Zweiter Bürgermeister der Stadt Pfaffenhofen. Nach partei- und fraktionsinternen Querelen kehrte er der SPD den Rücken und bewarb sich 2002 für die Freien Unabhängigen Wähler (FUW) erfolgreich um einen Stadtratssitz. Auch 2008 wurde Kaindl wieder in den Stadtrat gewählt und war auch Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses.

Einen Kreistagssitz hatte Kaindl von 1984 bis 2002 inne. Er setzte sich besonders für den Krankenhaus- und Rechnungsprüfungsausschuss ein. Daneben gehörte er dem Aufsichtsrat der Ilmtalklinik GmbH von 1996 bis 2002 an; er war von 1978 bis 2002 Verbandsrat der Sparkasse Pfaffenhofen und 1978 Gründungsmitglied im Verbandsrat des "Wasserzweckverbands Ilmtalgruppe".

1969 gründete Kaindl den BC Uttenhofen und stellte sich lange Jahre als Erster Vorsitzender sowie als Trainer und Torwart zur Verfügung. Dafür wurde ihm 1981 die Würde des Ehrenvorsitzenden verliehen. Darüber hinaus war der Kaindl von 1978 bis 2001 Gründungsvorsitzender des Sportgremiums Pfaffenhofen, der Interessenvertretung der städtischen Sportvereine. Nicht unerwähnt bleiben darf auch auch Kaindls Engagement von 1959 bis 2001 bei der Freiwilligen Feuerwehr von Uttenhofen. 

 


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