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Die AUL stellt vier Kreisräte, gibt als Ziel sechs Mandate aus und vermeldet mit der früheren Landtagsabgeordneten Claudia Jung sowie Hettenshausens Bürgermeister Hans Wojta zwei prominente Neuzugänge

Audio-Podcast: "Wir sind niemandem verpflichtet" – Interview mit AUL-Fraktionschef Günter Böhm

Von Tobias Zell

Die um zwei prominente Neuzugänge verstärkte „Aktive Unabhängige Liste“ (AUL) will bei der anstehenden Kreistagswahl zwei Sitze hinzugewinnen und somit sechs Mandate erobern. Das erklärt Fraktionschef Günter Böhm im Gespräch mit unserer Zeitung. Vor allem aber wolle man sich auch künftig der Sachpolitik verschreiben und je nach Thema, keinesfalls aber nach irgendwelchen Parteilinien abstimmen. „Bei uns bekommt man unabhängige Sachpolitik“, betont Böhm. „Wir sind niemandem verpflichtet.“ 

Aktuell stellt die AUL vier Kreisräte: Günter Böhm, bekannt als Leiter der Pfaffenhofener Arbeitsagentur, sitzt auch für die USB im Geisenfelder Gemeinderat und ist deren Vorsitzender. Auch Christian Staudter ist als Bürgermeister von Geisenfeld eine feste Größe bei der AUL. Desweiteren sitzen Bankdirektor Werner Ludsteck aus Vohburg und Schulrat Josef Steinberger aus Vohburg für die AUL im Kreisgremium. „Wir sind der Gegenpol zu dem Parteigeplänkel, das auch im Kreistag oft nicht zu verhindern ist“, sagt Böhm. Die Arbeit der AUL sei vielleicht nicht so populistisch, dafür aber stets sachbezogen.

Hinzugekommen sind bei der AUL, die ja nur auf Kreisebene antritt, zwei prominente Namen. Die ehemalige Landtagsabgeordnete Claudia Jung aus Gerolsbach, die derzeit noch für die Freien Wähler im Kreistag sitzt, bewirbt sich bekanntlich nun für die AUL um einen Sitz im Kreistag. Und auch Hans Wojta, der Bürgermeister von Hettenhausen, tritt neuerdings auf Kreisebene für die AUL an; aktuell gehört er noch der CSU-Fraktion an. Nicht nur AUL-Fraktionschef Günter Böhm freut sich über diese beiden Neuzugänge und verspricht sich davon einen deutlichen Schub für die AUL, die damit auch im südlichen Landkreis zwei namhafte Repräsentanten habe und den Landkreis noch besser abdecke und repräsentiere.

Unter anderem liegt der AUL die aktive Gestaltung der Energiewende am Herzen. Dabei geht es Böhm & Co. vor allem um einen Energie-Mix. „Was macht wo Sinn“, sei hier die zentrale Frage, um die Energiewende dezentral umzusetzen. Deshalb solle man das, was man beim Windatlas angefangen habe, auch für die anderen Energiearten fortführen – zum Beispiel, um herauszufinden, wo sich Geothermie im Landkreis anbiete.

Dran bleiben will die AUL auf jeden Fall an der zusammen mit den Grünen angestoßenen Idee, Grüngut- und ähnliche Abfälle in Biogasanlagen zu Energie zu machen. Aktuell gebe der Landkreis jährlich um die 800 000 Euro für die Entsorgung von Grüngut-Abfällen aus, betont Böhm. Nicht nur, dass man sich dieses Geld sparen könne, wenn man Biogasanlagen installiere, sondern man könne obendrein noch Energie erzeugen. Bekanntlich haben AUL und Grüne bereits eine erste Studie zu diesem Thema aus eigener Tasche bezahlt. Dann kam aber plötzlich der Standort Eberstetten ins Gespräch, die Aufregung war groß und das Thema damit gleich komplett vom Tisch. „Es muss doch nicht der Standort Eberstetten sein“, betont Böhm und ist überzeugt davon, dass man im Landkreis Plätze finden kann, wo ohne Probleme und besorgte Anwohner eine solche Anlage errichtet werden könnte. „Wir bleiben an diesem Thema dran“, versichert Böhm.

Die Pfaffenhofener Ilmtalklinik soll auf jeden Fall in kommunaler Hand bleiben, da gibt es für die AUL überhaupt keine Diskussion. Den Kurs der Konsolidierung gelte es fortzusetzen, sagt Böhm, unterstreicht aber auch, dass das Krankenhaus nicht von heute auf morgen ohne Zuschüsse des Landkreises auskommen werde. Und das müsse es auch gar nicht zwingend. Denn dabei gehe es ja auch um die Grundversorgung der Menschen in der Region – und die koste eben auch Geld. Die Frage „Was ist uns unser Krankenhaus wert?“ werde sich immer wieder stellen. 

Den Hochwasserschutz gelte es im gesamten Landkreis, im gesamten Ilmtal, voranzutreiben, unterstreicht die AUL. Zu schnell könne es da gar nicht gehen. Denn die nächste Flut kommt bestimmt. Rückhalteräume am Oberlauf der Ilm seien nötig, betont Böhm – und die von CSU-Kreisrat Max Weichenrieder ins Spiel gebrachte Variante, dass Landwirte gewisse Flächen als Retentionflächen zur Verfügung stellen, die stößt bei der AUL auf klare Zustimmung. Vor allem aber müsse man dranbleiben am Thema Hochwasserschutz, sagt Josef Steinberger mit Blick auf die Versiegelung des 30 Fußballfelder umfassenden Areals durch die Entstehung des neuen Gewerbegebiets in Bruckbach.

Bei Gewerbeflächen-Ausweisungen wie beim Hochwasserschutz – interkommunale Zusammenarbeit ist das Schlagwort der AUL in vielen Belangen. „Es muss nicht jede Gemeinde ihr Ding alleine machen“, sagt Böhm. Das gilt seiner Meinung nach auch bei Anschaffungen, bei denen sich die Kommunen zusammentun könnten. Interkommunale Kooperation sei aber auch bei der Jugendarbeit, beim Ausbau des Tourismus oder bei der Schaffung und Nutzung von Bildungseinrichtungen der richtige Weg.

Und bei all den Herausforderungen, die die Zukunft bereithält, darf man nach Meinung der AUL die grundsätzlichen Aufgaben und Ziele nicht vergessen: Stärkung der heimischen Wirtschaft, erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen, bedarfsgerechter Ausbau des Straßen- und Radwegenetzes und Umsetzung der Energiewende.

An der Spitze der AUL-Liste steht Christian Staudter, der Rathauschef von Geisenfeld, dahinter sein Amtskollege Michael Franken aus Reichertshofen und auf Platz drei Hans Wojta, Gemeindeoberhaupt von Hettenshausen und zugleich Verwaltungsleiter in Reichertshofen. Auf Platz vier folgt Werner Ludsteck, Kreis- und Stadtrat aus Vohburg – und auf dem fünften Platz der prominenteste Neuzugang: die bekannte Schlagersängeri, frühere Landtagsabgeordnete und amtierende Kreisrätin Claudia Jung, die den Freien Wählern den Rücken gekehrt und auf kreispolitischer Ebene bei der AUL eine neue Heimat gefunden hat. 

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