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Schlagerstar Claudia Jung feiert heute ihren 50. Geburtstag. Im Exklusiv-Interview spricht sie über ihre Karriere, die Zusammenarbeit mit Kollegen, ihre Zeit im Landtag und ihr neues Album. Heute Abend gibt sie bei einem Schützenverein im Sauerland ein Benefizkonzert

Audio-Podcast: Das komplette Exklusiv-Interview mit Claudia Jung zum Anhören 

Von Tobias Zell

Unzählige Alben, die meisten mit Gold- oder Platinstatus, zwei Echos und fünf goldene Stimmgabeln, ein Amadeus. Die erfolgreiche Claudia Jung, die heute ihren 50. Geburtstag feiert, ist seit vielen, vielen Jahren fester Bestandteil der deutschsprachigen Schlagerszene. Im kommenden Jahr steht ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum an. Diesen Herbst soll ihr neues Album erscheinen, eines, das für sie etwas ganz Besonderes ist, mit dem sie sich selbst einen lang gehegten Wunsch erfüllt. An der Platte wird derzeit eifrig gearbeitet – nationale und internationale Hits neu aufgenommen, so lautet das Konzept. Auch einige Duette werden eingesungen.

Ihren 50. Geburtstag feiert der in Gerolsbach lebende Schlagerstar heute nicht etwa auf dem beschaulichen Hof im Landkreis Pfaffenhofen oder auf Weltreise, sondern mit einem Benefiz-Konzert bei einem Schützenverein im Sauerland. Wie genau es dazu kam, erzählt Claudia Jung im Exklusiv-Interview mit unserer Zeitung ebenso, wie sie erklärt, warum sie sich ihre Songtexte lieber auf den Leib schreiben lässt, anstatt selbst zum Stift zu Greifen – und das, obwohl sie für ihre selbst verfassten Texte sogar eine Auszeichnung bekommen hat.

Claudia Jung hat im Laufe ihrer fast drei Jahrzehnte umfassenden Karriere mit einigen prominenten Kollegen zusammengearbeitet. Mit Richard Clayderman, Nino de Angelo oder Nik P. Am aufregendsten sei aber die Arbeit mit Cliff Richard in London gewesen, erinnert sie sich: „Das war mehr als nur Ehrfurcht.“ Sie habe „in Flammen gestanden“. Die Zusammenarbeit mit dem Weltstar sei aber ganz einfach gewesen, verrät sie und schiebt hinterher: „Am schwierigsten und am kompliziertesten sind die Kollegen, die eigentlich am wenigsten zu melden haben.“

Zahlreiche Auszeichnungen belegen es: Claudia Jung ist seit drei Jahrzehnten fester Bestandteil der deutschen Schlagerszene.

Im Jahr 2008 ging Claudia Jung für viele überraschend in die Politik, schaffte für die Freien Wähler den Sprung in den bayerischen Landtag. Jürgen Drews habe damals zu ihr gesagt: „Du musst bekloppt sein! Warum tust du dir das an?“ Aber sie liefert die Antwort gleich selbst: Zum einen haben sie manchmal das Gefühl, sich einmischen und mitreden zu müssen. Zum anderen ist sie der Meinung, dass man als Promi auch eine gewisse Verpflichtung habe, den Menschen zu helfen, die nicht so auf der Sonnenseite stehen.

„Ich wollte ein bisserl was von dem zurückgeben, was ich von den Menschen bekommen habe in den 25 Jahren zuvor“, sagt Jung – und freut sich, berichten zu können, dass sie in der Zeit als Landtagsabgeordnete und Mitglied im Petitionsausschuss durchaus einigen Leuten habe helfen können. Ein großes Problem heute sei, dass die Menschen das Gefühl hätten: „Politiker hören nicht zu, sprechen eine andere Sprach, verstehen mich nicht.“ Dass sie im vergangenen Herbst den Wiedereinzug in den Landtag verpasste, ist für sie nun zwar „kein Weltuntergang, aber trotzdem ein bisschen schade“.

Im ausführlich Interview erklärt sie auch, warum sie im vergangenen Jahr den Freien Wählern den Rücken gekehrt hat und bei ihrem Wiedereinzug in den Pfaffenhofener Kreistag vor rund vier Wochen auf der AUL-Liste kandidiert hat, der „Aktiven Unabhängigen Liste“.  2008 seien die Freien Wähler noch frei gewesen, sagt sie. Aber dann habe man schon gemerkt, „wie unfrei man unfreiwillig mit der Zeit wird“. Claudia Jung erzählt auch, warum die CSU oder CDU für sie nie ein Thema war: „Ich glaube nicht, dass das für mich der richtige Verein ist, weil ich viel zu viel eigene Meinung habe, die ich auch nach außen vertrete, und nicht bereit bin, mir aufoktroyieren zu lassen, was ich zu sagen habe. Ich bin kein Parteisoldat.“

Im Exklusiv-Interview verrät sie außerdem, wie sie sich fit hält, obwohl – oder vielleicht gerade weil – sie auch bekennt: „Die Landtagszeit hat mich ein paar Jahre meines Lebens gekostet.“ Das komplette Interview zum Anhören gibt’s hier:  "Du musst bekloppt sein"

Ob Horst Seehofer (CSU) der ehemaligen FW-Landtagsabgeordneten Claudia Jung heute auch zum Geburtstag gratuliert, werden wir wohl nicht erfahren. Auf dem Bild ist übrigens nicht der Original-Landesvater zu sehen, sondern der Kabarettist Wolfgang Krebs in einer seiner Paraderollen – der trat im vergangenen Jahr bei einem von Jung organisierten Benefiz-Veranstaltung zugunsten von Hochwasseropfern auf. 

Als Claudia Jung 1981 in der „Nachwuchsecke“ von RTL erstmals vor einem Millionenpublikum im Radio sang, war Lou van Bourg überzeugt, dass man von der damals 17-Jährigen noch viel hören werde. Einige Jahre später gab ihr Dieter Thomas Heck schon den Beinamen „Große Dame des Deutschen Schlagers“. Heute blickt die in Ratingen im Rheinland geborene Künstlerin auf eine eindrucksvolle Karriere: Seit fast 30 Jahren erobern ihre Lieder kontinuierlich die Charts im deutschsprachigen Raum – ob als Tanzrhythmen oder Balladen, ob alleine oder im Duett mit namhaften Kollegen.

Trotz eines schweren Reitunfalls und zwei Stimmbandlähmungen ging Claudia Jung  ihren Weg und veröffentlichte sie weit über 20 Alben, die meisten mit Gold- oder Platinstatus. Sie erhielt zwei Echos, fünf goldene Stimmgabeln und den Amadeus. Auch der renommierte Fred-Jay-Preis, den sie 2002 für ihre ausdrucksstarken Texte erhielt, dokumentiert den künstlerischen Erfolg. 


Claudia Jung ist dem Fernsehpublikum aber nicht nur als Sängerin, sondern auch als TV-Moderatorin bekannt. 2008 stand sie im „Musikhotel am Wolfgangsee“ erstmals als Schauspielerin vor der Kamera. Im selben Jahr ging die Wahlbayerin, die mit Ehemann und Produzent Hans Singer, ihrer Tochter Anna und etlichen Tieren auf einem ehemaligen Bauernhof bei Gerolsbach lebt, für viele überraschend in die Politik. Fünf Jahre saß sie als Abgeordnete der Freien Wähler im bayerischen Landtag, ehe ihr im vergangenen September der Wiedereinzug ins Maximilianeum versagt blieb. Politik macht sie nun weiterhin  auf regionaler Ebene: Sie sitzt im Kreistag.

Claudia Jung ist Schirmherrin des Aichacher "Paulihof – heilende Pädagogik mit Tieren" , Gründungsmitglied und zweite Vorsitzende des Fördervereins "Paulihoffreunde – Kinderhilfe e.V.", sowie Botschafterin der Welthungerhilfe. Seit heuer ist sie bei den „Eagles“, einem Charity-Golf-Club, im Vorstand tätig.

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