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Um den Chef-Posten in der Kreis-Behörde ringen Amtsinhaber Gürtner (FW) und Herausforderer Aichele (CSU). Die Frage, wer künftig Rathaus-Chef ist, gilt es in Pfaffenhofen, Manching, Wolnzach und Scheyern zu beantworten.

(ty) Viele Entscheidungen sind vor zwei Wochen bereits im ersten Durchgang der Kommunalwahlen im Kreis Pfaffenhofen gefallen. In vier Gemeinden haben die Stimmberechtigten für neue Gesichter an der Rathaus-Spitze votiert. Neun Bürgermeister wurden auf Anhieb wiedergewählt. Zudem steht in allen 19 Kommunen auf Kreis-Ebene die Zusammensetzung der künftigen Stadt- und Gemeinderäte fest. Jedoch sind einige wichtige Fragen noch nicht beantwortet. Allen voran, wer in den nächsten sechs Jahren den Posten des Landrats innehaben wird. Aber nicht nur diese Personalie muss an diesem Sonntag im Rahmen einer Stichwahl geklärt werden. In fünf Kommunen sind die Einwohner mangels absoluter Mehrheit für einen Kandidaten im ersten Wahlgang dazu aufgerufen, jetzt die endgültige Bürgermeister-Entscheidung zu treffen – das gilt für Pfaffenhofen, Manching, Wolnzach und Scheyern. Nachfolgend die Details und ein Blick in alle Gemeinden.

Völlig offen scheint der Ausgang der Stichwahl um den Landrats-Posten. Amtsinhaber Albert Gürtner (FW) ist zwar in Runde eins mit 34 Prozent der Stimmen als Erstplatzierter durchs Etappen-Ziel gegangen, doch lag sein Herausforderer Andreas Aichele (CSU) mit 32,4 Prozent nur wenig hinter ihm. Während Aichele bis zuletzt mit der Ankündigung eines Politik-Wechsels auf Stimmenfang ging, setzen Gürtner und seine Unterstützer auf Kontinuität. Ein Interview mit Aichele lesen Sie hier: "Stehe für Politik, die sich ausschließlich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert". Ein Interview mit Gürtner finden Sie hier: "Zentral sind nicht Mehrheits-Fragen, sondern Politik für die Menschen im Kreis".

Als klarer Favorit bei der Bürgermeister-Wahl in Pfaffenhofen geht Amtsinhaber Thomas Herker (SPD) ins Rennen, der auch von den Grünen nominiert worden war. Mit 49,0 Prozent der Stimmen lag er im ersten Wahlgang meilenweit vor seinen fünf Konkurrenten und hätte ums Haar schon alles klar gemacht für eine vierte Amtsperiode. Doch dafür braucht er auch in der End-Abrechnung einen Sieg. Einen Strich durch die Rechnung möchte ihm Markus Hartmann machen, der mit 26,7 Prozent in der ersten Runde der Zweitplatzierte war, Hoffnungs-Träger der CSU ist und auch für "Junge Union" (JU) antritt. Lesen Sie auch: Stichwahl in PAF: Herker, die Vierte – oder Überraschungs-Coup für Hartmann?

In Wolnzach treffen im Zweikampf um die Nachfolge des abgesägten amtierenden Bürgermeisters Jens Machold (CSU) Simon Zimmermann von den Freien Wählern und Josef Schäch, der ehemalige Rathaus-Chef von Wolnzach und Ex-Landrat von Pfaffenhofen, von "Gemeinsam für Wolnzach" (GfW) aufeinander. Zimmermann tritt das Duell mit einem Vor-Ergebnis von 35,7 Prozent an, Schäch kam im ersten Wahlgang auf 32,5 Prozent. Lesen Sie auch: Josef Schäch oder Simon Zimmermann: Wer wird neuer Bürgermeister in Wolnzach?

In Manching geht es um die Frage, wer den langjährigen Bürgermeister Herbert Nerb (Freie Wähler) beerben soll – er hatte sich nicht um eine weitere Amtszeit beworben. Um den Chef-Sessel im Rathaus kämpfen hier zwei Männer, die im ersten Wahlgang nicht so weit auseinander gelegen hatten: Klaus Neumayr von der CSU, der 29,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte, und Adolf Engel von den Freien Wählern, für den in der ersten Runde 24,4 Prozent zu Buche standen. Lesen Sie auch: Klaus Neumayr vs. Adolf Engel: Spannende Bürgermeister-Stichwahl in Manching

Gespannt darf man auch auf den Ausgang der Stichwahl in Scheyern sein, wo am 8. März der aktuelle Rathaus-Chef Manfred Sterz von den "Unabhängigen Bürgern Scheyern" (UBS) nach zwölf Jahren im Amt regelrecht vom Sockel gestoßen worden war. Johannes Baumeister, der gemeinsame Kandidat von CSU und "Bürgerblock" (BB), schrammte im ersten Wahlgang mit 49 Prozent nur knapp an der absoluten Mehrheit vorbei und gilt deshalb als Favorit. Doch werden die Karten nun noch einmal neu gemischt, was dem aktuellen Dritten Bürgermeister Andreas Mahl von den Freien Wählern (FW), in Runde eins mit 33 Prozent auf Platz zwei, eine gewisse Hoffnung gibt. Lesen Sie auch: Mahl oder Baumeister? Stichwahl um den Bürgermeister-Posten in Scheyern

Ein Blick in die weiteren Gemeinden

In 13 Kommunen des Landkreises Pfaffenhofen bleibt den Bürgern ein zweiter Urnengang bezüglich der Bürgermeister-Wahl erspart. In neun davon wurden die Gemeinde-Oberhäupter im Amt bestätigt: Georg Ott (CSU) in Ilmmünster, Helmut Bergwinkel (FUW) in Pörnbach, Wolfgang Hagl (UWG) in Hettenshausen, Jürgen Haindl (FW) in Hohenwart, Christian Keck (SPD) in Rohrbach, Michael Franken (JWU) in Reichertshofen, Josef Heigenhauser (CSU) in Schweitenkirchen, Paul Weber (USB) in Geisenfeld und Martin Seitz (CSU) in Gerolsbach.

In folgenden fünf Gemeinden im Kreis Pfaffenhofen werden – das Stand bereits nach dem ersten Wahlgang fest – demnächst andere Personen als zuletzt den Chef-Sessel im örtlichen Rathaus besetzen: Wolfgang Reichart (CWG) in Münchsmünster, Karl Huber ("Ernsgaden Miteinander" und Freie Wähler) in Ernsgaden, Franz Sedlmeier (CSU) in Baar-Ebenhausen und Andreas Amann ("Aktive Vohburger") in Vohburg. Wobei Karl Huber kein klassischer Neuling ist, sondern eine sensationelle Rückkehr feiert; lesen Sie dazu: Filmreifes Comeback in Ernsgaden: Karl Huber erringt Bürgermeister-Posten

Überhaupt nicht abgestimmt werden musste dagegen vor zwei Wochen über die Bürgermeister-Frage in Jetzendorf und in Reichertshausen, weil dort Tobias Endres ("Parteiunabhängige Wähler") beziehungsweise Benjamin Bertram-Pfister (SPD) außerturnusmäßig bereits im Jahr 2024 beziehungsweise 2023 zu Rathaus-Chefs gewählt worden waren.

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