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Das sanierte historische Gebäude wird, wenn kein Literatur-Stipendiat darin wohnt, als außergewöhnliches Hotelzimmer vermietet – und das kommt ganz offensichtlich an

(ty) Nachdem das Pfaffenhofener Joseph-Maria-Lutz-Museum inzwischen in eine eigene Dichterstube in der Joseph-Maria-Lutz-Schule umgezogen ist, wird der sanierte Flaschlturm neuerdings als Dichterwohnung genutzt. Drei Monate im Jahr, so erläuterte Kulturreferent Steffen Kopetzky (SPD) am Wochenende, wohnt hier jeweils eine „Autoren-Persönlichkeit“, die das neue Aufenthaltsstipendium der Stadt erhält. Und neun Monate im Jahr wird das „Künstler-Appartement“ bekanntlich über das Hotel Moosburger Hof wie ein Hotelzimmer vermietet. Die Nachfrage ist indes groß, wie Hotelier Sven Tweer berichtete – für die nächsten Monate sei der Flaschlturm bereits ausgebucht.

 

Der Pfaffenhofener Flaschlturm an der Unteren Stadtmauer ist bekanntlich komplett saniert und neu gestaltet worden. Von der Maßnahme konnten sich am Samstag zahlreiche Interessierte überzeugen. Die Besucher zeigten sich von der Sanierung und dem entstandenen „Schmuckstück“ im Herzen der Altstadt angetan. „Es ist eine echte Augenweide und eine Freude“, resümierte Kopetzky.

Die Architektin Dorothee Köster vom Büro Bergmann erläuterte den umfangreichen Umbau, bei dem die geschichtlichen Hintergründe des ehemaligen Gartenhäuschens berücksichtigt wurden und auch alte Katasterpläne aus dem 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle spielten. 

 

Bürgermeister Thomas  Herker (SPD) ging ebenfalls kurz auf die Geschichte des Flaschlturms ein, der Anfang des 15. Jahrhunderts als Teil der damaligen Stadtmauer gebaut worden war und im 17. bzw. 18. Jahrhundert zu einem kurfürstlichen Sommerhaus umgebaut wurde. „Wir wollen das städtische Bewusstsein wiedererwecken und Historisches bewahren“, betonte Herker und freute sich zum einen über die gelungene Maßnahme, zum anderen auch über die hohen staatlichen Zuschüsse. Von den 300 000 Euro Gesamtkosten für die grundlegende Sanierung und den Umbau des Flaschlturms samt der Neugestaltung des Außenbereichs hatte die Stadt selbst nur 70 000 Euro zahlen müssen. Der Löwenanteil von 230 000 Euro war durch Zuschüsse aus dem Kulturfonds und aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert worden. Und dafür, so Herker, sei das Nutzungskonzept mit ausschlaggebend gewesen.

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