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Eine 22-Jährige Regensburgerin hatte angezeigt, in ein Auto gezerrt, vergewaltigt und dann nackt ausgesetzt worden zu sein. Die Polizei hat inzwischen ermittelt, dass die Tat wohl so nicht stattgefunden hat. Was aber ist tatsächlich geschehen und wie kam es zu den Verletzungen der jungen Frau?

(ty) Der Fall hatte in der gesamten Region für Beklemmung gesorgt. Eine junge Frau nachts von Unbekannten in ein Auto gezerrt, vergewaltigt und dann nackt wieder ausgesetzt. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, sogar eine Ausstrahlung des Falls im Rahmen der Sendung "Aktenzeichen XY" war im Gespräch. Inzwischen scheint klar: So hat es sich offenbar gar nicht zugetragen. Wie inzwischen von der Polizei ermittelt werden konnte, hat es die Ende Juli von der jungen Frau konkret angezeigte Tat nicht gegeben. "Die Frau hat eingeräumt, dass die Tat so nicht stattgefunden hat", wurde ein Polizeisprecher in der Mittelbayerischen Zeitung zitiert. Am 5. September soll die junge Frau bekanntgegeben haben, dass es keine Vergewaltigung gegeben habe. 

Nach wie vor ungeklärt ist allerdings der tatsächliche Geschehensablauf zu der von der 22-jährigen Frau geschilderten angeblichen überfallartigen Vergewaltigung in Regensburg. Was ist wirklich passiert in der besagten Nacht? Und wie kam es zu den Verletzungen der jungen Frau – immerhin war sie eine Woche in der Klinik nach diesem 27. Juli? Was ist also vorgefallen? Diese Frage beschäftigen die Ermittler weiterhin. Das angebliche Opfer schweigt indes, was die Sache nicht einfacher macht.

Ihren Angaben zufolge war die Auszubildende, wie mehrfach berichtet, am 27. Juli gegen 0.30 Uhr bei einem nächtlichen Spaziergang in der Isarstraße, im Regensburger Stadtnorden, von drei Männern abgepasst und in ein Fahrzeug gezerrt worden. Wenig später habe sie einer der drei Männer entkleidet und im Auto vergewaltigt. Danach habe man sie an den Ausgangsort zurückgebracht und im Bereich der Isarstraße nackt aus dem Fahrzeug gestoßen. Von dort sei sie dann zu ihrer in der Nähe liegenden Wohnung gelaufen. Soweit die Aussagen der jungen Frau. 

Wie die Polizei inzwischen ermittelt hat, hat die damals konkret angezeigte Tat nicht stattgefunden. „Dies war das Resultat der aufwändig durchgeführten umfassenden Ermittlungsmaßnahmen“, so ein Polizeisprecher. Die Fahndung nach den mutmaßlichen Tätern, einschließlich veröffentlichter Phantombilder, nahmen die Ermittlungsbehörden deshalb zum schnellstmöglichen Zeitpunkt zurück. Dies sei auch dem gestörten Sicherheitsempfinden in der Bevölkerung geschuldet gewesen.



Damit sind aber der tatsächliche Geschehensablauf, insbesondere die Entstehung der bei der jungen Frau festgestellten Verletzung, sowie die Hintergründe der Anzeigenerstattung immer noch ungeklärt. Diesen offenen Fragen wird nach wie vor im Rahmen der in alle Richtungen laufenden Ermittlungen nachgegangen. Wie kam es zu den Verletzungen der Frau? Ist die Vergewaltigung doch passiert und sie versucht nur jemanden zu schützen? Hat sie Angst vor einem belastenden Gerichtsverfahren, in dem alles noch einmal aufgearbeitet werden muss? Oder war doch alles erfunden? Woher aber kommen dann die Verletzungen?

„Insgesamt erweisen sich die Ermittlungen als schwierig, da bislang keine neutralen Zeugen ermittelt werden konnten und die Anzeigen-Erstatterin, die zwischenzeitlich anwaltlich vertreten wird, zum tatsächlichen Geschehen und zu den Hintergründen der Anzeigen-Erstattung keine Angaben macht“, erklärte heute ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz in Regensburg.


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