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Kreisausschuss empfiehlt Genehmigung von China-Reise – Mit dabei aus dem Landkreis: KUS-Chef Hofner und Wirtschaftsbeirats-Chef Huber – Kosten pro Mann: 3400 Euro

(zel) Eine dreiköpfige Abordnung des Kreises Pfaffenhofen um Landrat Martin Wolf (CSU) darf aller Voraussicht nach von 7. bis 12. März mit einer Delegation aus der Region 10 nach China reisen. Der Kreisausschuss empfahl in seiner gestrigen Sitzung nach einiger Diskussion dem Kreistag einhellig, dem Trip ins Reich der Mitte auf Kosten der Steuerzahler zuzustimmen. Im Flieger nach Asien sitzen sollen neben Wolf auch Johannes Hofner, der Chef des Kommunalunternehmens für Strukturentwicklung im Landkreis (KUS), sowie Bernd Huber, der Vorsitzende des hiesigen Wirtschaftsbeirats. Kostenpunkt: zirka 3400 Euro pro Mann.

Auf Initiative von Christian Lösel (CSU), dem Ingolstädter Oberbürgermeisters, wird wie schon im vergangenen Jahr eine Delegation der Region ins chinesische Foshan reisen, der Partnerstadt von Ingolstadt. Ziel der Reise sei es, Interesse bei chinesischen Unternehmen zur Ansiedelung und Investition in der Stadt Ingolstadt sowie der Region 10 zu wecken. Den Landräten der Region sei nahegelegt worden, sich dieser Reise wieder anzuschließen, hieß es gestern. Die Organisation übernimmt das Existenzgründerzentrum (EGZ) Ingolstadt.

Hochrangige Delegation

Nach Angaben des Landratsamts sollen neben Lösel und dem Trio aus dem Kreis Pfaffenhofen weitere Landräte sowie Wirtschaftsförderer der Region teilnehmen; außerdem zum Beispiel Vertreter der Ingolstädter IFG, des EGZ, von Audi, von der Technischen Hochschule Ingolstadt, von der katholischen Uni Ingolstadt-Eichstätt sowie von Unternehmen aus der Region.

Weil es sich hier um eine Dienstreise handelt, die an ein Ziel außerhalb der EU führt, ist die Genehmigung des Kreistags einzuholen. Die Kosten pro Mann belaufen sich nach Auskunft des EGZ pro Teilnehmer auf etwa 3400 Euro – der Flug in der Economy-Class kostet gut 1400 Euro, für Hotel, Versorgung und Transfer werden insgesamt 1900 Euro veranschlagt und der Visums-Antrag kostet 72 Euro.

Bild aus dem Vorjahr aus China: Moderator Wolf, Lösel mit Zapf-Schlegel, im Hintergrund der Eichstätter Landrat Anton Knapp, rechts der Neuburger Landrat Roland Weigert.

Soweit zu den Hintergründen, damit war die Diskussion eröffnet. Der Dritte Landrat Josef Finkenzeller (FW) wollte gleich mal wissen, warum denn heuer gleich drei Leute aus dem Landkreis nach China fliegen sollen, im vergangenen Jahr war doch auch nur Wolf dabei. Es gehe darum, die Kontakte fortzusetzen, die im vergangenen Jahr geknüpft worden seien, entgegnete Wolf. Man wolle Türen öffnen und auf die Möglichkeiten im Landkreis hinweisen. Das sei „von großem Nutzen“. 

Reinhard Haiplik (ÖDP) fragte nach dem Erfolg solcher Reisen. Außerdem wies er auf die Menschenrechts-Situation in China hin und wollte wissen, ob Wolf diese im vergangenen Jahr thematisiert habe. Nein, ließ der wissen. Man nutze diese Termine, um Wirtschafts-Kontakte zu knüpfen. Was Missstände bezüglich der Menschenrechte in China angeht, befand er: Das müsse auf anderen Ebenen geklärt werden.

Was bringt's? 

Zum Nutzen des China-Engagements verwies Wolf auf bestehende Kontakte sowie auf das China-Zentrum Bayern, das sich in Ingolstadt entwickeln soll. „Die eine oder andere Brücke in den Wirtschafts-Raum China ist möglich“, so Wolf, auch wenn das nicht eine Entwicklung „in der großen Breite“ sein werde. Aber im Ingolstädter EGZ gebe es ja bereits einige chinesische Unternehmer. Und KUS-Chef Hofner ergänzte auf Nachfrage, dass er derzeit in konkreten Gesprächen mit chinesischen Investoren stehe – Details nannte er allerdings nicht. 

Kerstin Schnapp, die Kreisvorsitzende der Grünen, betonte mit Bezug auf Finkenzellers Frage nach der Größe der Pfaffenhofener Delegation: Ihrer Meinung nach könnte der Landrat ruhig daheim bleiben – wichtig sei, dass die Wirtschaftsförderer nach China fließen. Grundsätzlich stimme man der Reise aber zu, so Schnapp. Sie will aber im Nachgang dann auch konkret belegt wissen, dass eine solche China-Reise etwas bringt. Sonst könne man sich das auch sparen. 

CSU und SPD: Wolf soll unbedingt mit 

Jens Machold (CSU), auch Bürgermeister von Wolnzach, widersprach Schnapp: Gerade die Teilnahme von Wolf an der Reise sei wichtig. Da sehe er überhaupt keine Alternative. Seiner Meinung nach nehmen genau die drei Personen aus dem Kreis an der China-Reise teil, die für den Landkreis wirtschaftspolitisch verantwortlich zeichnen. Es sei „unverzichtbar“, sich selbst ein Bild zu machen, sagte Machold mit Blick auf das China-Zentrum Bayern – man wolle sich schließlich aus Ingolstadt nichts überstülpen lassen. Sein Fazit: Unbedingt zu dritt nach Fernost.

Martin Schmid, Chef der SPD-Fraktion und Bürgermeister von Vohburg, schloss sich Machold an und zeigte sich überrascht von der aufgekommenen Diskussion. „Wenn eine hochrangige Delegation nach China fliegt und wir lassen unseren Landrat zu Hause, dann können wir unseren Laden zusperren“, betonte er. 

Unterm Strich empfahl das Gremium dem Kreistag jedenfalls einstimmig, die China-Reise von Wolf, Hofner und Huber zu genehmigen.

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