Logo
Anzeige
Anzeige

Acht Kandidatinnen wollten die Pfaffenhofener Krone, Christiane Jung (25) aus Reichertshausen schnappte sie sich – Eine Nachlese mit Bildern 

(zel) Am Ende ging dann an diesem Montagabend im Stiftl-Zelt alles ganz schnell. Die acht Kandidatinnen wurden noch einmal allesamt auf die Bühne geholt, bekamen Applaus. Dann verkündete Moderator Roland Hefter, der mit seiner Band „Isarrider“ auch den Abend umrahmte, wie das Publikum abgestimmt hatte. Ergebnis: Christiane Jung aus Reichertshausen ist die neue Volksfestkönigin von Pfaffenhofen. Die 25-Jährige erhielt die meisten Stimmen und regiert nun ein Jahr lang über die Kreisstadt. Vize-Queen wurde Ina Fener (26) aus Jetzendorf, die drittmeisten Stimmen erhielt Sonja Lerchl (29) aus der Gemeinde Haimhausen.

 

Bevor das ganze Spektakel allerdings begann, war schon ein guter Teil des Abends verstrichen. Die „Isarrider“ spielten und spielten, die Vorstellung der Bewerberinnen um das königliche Amt wollte einfach nicht beginnen. Dann, endlich, holte Hefter die Damen nach und nach auf die Bühne. Befragte sie ein bisschen, machte ein paar Witze – und war, das muss man betonen, stets darauf bedacht, dass es für keine der Kandidatinnen peinlich wird.

 

So erfuhr man zum Beispiel über – Startnummer 1 – Katja Neubauer (16) aus Burgheim, dass sie einerseits einen vollen Kasten Bier mit einer Hand vom Boden wegheben kann, aber andererseits nicht den Trick kennt, wie man eine Bierflasche mit einer anderen öffnet. Ein „Prosit der Gemütlichkeit“ sang Katja noch, dann war ihre Vorstellung zu Ende.

 

Luisa Dyrda – Startnummer 2 – aus Sünzhausen ist 16 Jahre alt, Schülerin, tanzt gern und hat zwei Hunde. Von ihr wollte Hefter wissen, in welchem Land am meisten Bier getrunken wird (Tschechien), ob sie die drei größte Volksfeste Oberbayerns kennt und welche fünf Dinge sie in den Urlaub mitnehmen würde.

 

Selina Strobl (16) aus Tegernbach – Nummer 3 – geht noch zur Realschule und kann kochen, ihr Lieblings-Parfum ist von Chanel. Auch sie wurde gefragt, welche fünf Sachen sie denn für den Urlaub einpacken würde – unter anderem übrigens Handy, Bikini und Schminksachen. Und man erfuhr, dass sie keinen Freund hat.

 

Ina Fener (26) aus Jetzendorf trug nicht nur die Startnummer 4, sondern entscheidend zur Unterhaltung bei. Die Kinderpflegerin hat drei Geschwister und mag lieber Helles als Weißbier. Die Bierkiste hob sie mit einem Arm vom Boden weg. Und als es auch bei ihr darum ging, eine Bierflasche mit einer anderen zu öffnen, löste sie die Herausforderung auf ihre Weise: Sie zog kurzerhand einen Flaschenöffner aus ihrem Dekolleté (siehe Foto). Dieser tiefgreifende Kniff wurde am Ende mit 250 Euro belohnt – so hoch war nämlich das Preisgeld für die Vizekönigin.

 

Christiane Jung (25) aus Reichertshausen stellte sich als fünfte Dame dem Gespräch mit Hefter und bat gleich mal um „anständige Fragen“. Sie ist Bäckereifachverkäuferin bei der Firma Wiesender, leitet die Pfaffenhofener „Panino“-Filiale. Ihre berufliche Tätigkeit ist deshalb so bedeutsam, weil sie den Kunden am heutigen Dienstag Gratis-Brezen beschert. Und das hängt mit der besonderen Geschichte zusammen, welche die diesjährige Festköniginnen-Wahl geschrieben hat.

 

Wir blicken zurück: Vor zwei Jahren wurde bekanntlich Julia Eichinger zur Pfaffenhofener Volksfestkönigin gewählt. Im vergangenen Jahr sorgte die Wahl dann für eine bezaubernde Geschichte, denn Julia reichte die Krone an ihre Schwester Milena weiter. Das majestätische Duo machte aber nicht nur die Familie stolz, sondern auch Karl Wiesender – denn bei ihm sind die beiden beschäftigt. Julia leitet die Filiale in Kirchdorf an der Amper, Milena arbeitet im „Brezenhaus“ an der Niederscheyerner Straße in Pfaffenhofen. Und mit Christiane Jung kommt nun also die dritte Pfaffenhofener Festkönigin in Folge aus der Wiesender-Belegschaft.

 

Der Firmen-Chef hatte, wie berichtet, bereits im Vorfeld gegenüber unserer Zeitung versprochen: Wenn Christiane gewinnt und damit die Wiesender-Mädels sozusagen das Triple holen, „dann ist am Dienstag in allen unseren Filialen jede dritte Breze gratis“. Christiane gewann, wie wir inzwischen wissen, und Wiesender steht freilich zu seinem Wort, wie er nach der Krönungszeremonie noch einmal bestätigte. Ihr Preisgeld in Höhe von 500 Euro will Christiane übrigens ihrer Mutter geben – das hatte sie auf die Frage des Moderators hin bereits bei ihrer Vorstellung verkündet.

 

Mit Startnummer 6 war Lydia Kottmayr aus Jetzendorf ins Rennen gegangen. Sie feierte just an diesem Abend ihren 42. Geburtstag und war damit möglicherweise sogar die älteste Bewerberin in der Geschichte der Pfaffenhofener Festköniginnen-Wahlen. Und hätte sie gewonnen, hätte sie mit dem Preisgeld eine Geburtstagsparty finanziert. Sie arbeitet als pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin, ist hauptsächlich zuständig für den Wareneingang. Im Publikum saßen ihr Ehemann und ihr Sohn. Und man erfuhr auch noch, dass sie gerne dunkles Weißbier trinkt.

 

Sonja Lerchl – Startnummer 7 – kommt aus Ottershausen bei Haimhausen im Nachbar-Landkreis Dachau. Sie ist 29 Jahre alt, Kindergärtnerin und ihre Lieblingsfarbe ist Rosa. Zum Frühstück mag sie eher Marmelade und Käse als Wurst, sie hat keine Tätowierung, trägt aber ein Bauchnabel-Piercing, ist solo und wusste, dass im Stiftl-Zelt um die 4900 Leute Platz finden. Sie wurde mit den drittmeisten Stimmen sowie dafür mit 100 Euro belohnt.

 

Ihre Schwester Christa Lerchl komplettierte den Reigen der acht Bewerberinnen. Sie ist 27 Jahre alt, arbeitet bei der Krankenkasse, mag Wandern, Ausgehen und geht gerne zum Schwimmen. Eine Katze hat sie und sie weiß, wie man eine Bierflasche mit einer anderen aufkriegt.

Die acht Bewerberinnen um das Amt der Pfaffenhofener Volksfest-Queen.

Nach der Vorstellungsrunde der Kandidatinnen sowie nach zahlreichen weiteren Musik-Stücken der „Isarrider“ und vor der Bekanntgabe des Wahl-Ergebnisses hatte die scheidende Königin, Milena Eichinger, noch einmal die uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Sie betonte in ihrer kurzen Abschiedsrede, wie sehr ihr das Jahr als Majestät gefallen hat, und bedankte sich vor allem bei ihrer Familie.

Auch zahlreiche Geschenke wurden an diesem Abend verteilt. So erhielten die Gastköniginnen aus der Region im Namen der Stadt je einen Teddybären mit Bierkrug sowie einen Anstecker – überreicht vom Dritten Bürgermeister Roland Dörfler (Grüne) und von Stadtrat Peter Heinzlmair (FW).

 

Milena Eichinger (links) kürt ihre Nachfolgerin Christiane Jung.

Das Finale des Abends gehörte dann aber nach der Bekanntgabe des Publikums-Votings ganz allein Christiane Jung, der neuen Pfaffenhofener Queen. Ihr stand die Freude ins Gesicht geschrieben, sie sprach von einer großen Ehre. Und der scheidenden Königin Milena Eichinger blieb als letzte Amtshandlung nur mehr, ihrer Arbeitskollegin die Krone aufzusetzen. So wie Milena selbst ein Jahr zuvor die Krone von ihrer Schwester aufs Haupt drapiert bekommen hatte.

Sie regiert nun ein Jahr lang über Pfaffenhofen: Christiane Jung aus Reichertshausen.

Gastköniginnen aus der Region.

Bisherige Beiträge zum diesjährigen Volksfest:

Das ist die neue Queen von Pfaffenhofen!

Majestätisches Trio?

Eine Institution auf dem Pfaffenhofener Volksfest

Pfaffenhofen hat sein eigenes Volksfest-Radio

Nach dem Volksfest durchgedreht

Die neue First Lady von Pfaffenhofen

Traumhaft: Der Volksfest-Auftakt in Bildern (Foto-Galerie)

O'zapft is! (Video)

Endlich wieder Volksfest in Pfahofa!


Anzeige
RSS feed