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"Scheinbar schildbürgerlichen Ursprungs": Nach dem autofreien Sonntag im Kreis Pfaffenhofen gibt es von der "Alternative für Deutschland" auch Kritik an der nächsten Aktion.

(ty) Den von Landrat Martin Wolf (CSU) angestoßenen und vom Pfaffenhofener Kreistag fraktions-übergreifend beschlossenen Aktionen zum Klimaschutz kann die "Alternative für Deutschland" offenkundig wenig bis gar nichts abgewinnen. Schon den – ihrer Meinung nach gescheiterten – "autofreien Sonntag" hatte die AfD als "ideologisch motiviert" und "sinnbefreit" kritisiert. Den jetzt ausgerufenen "gießfreien August" wertet sie gar "scheinbar schildbürgerlichen Ursprungs" und wettert: "Im Wettbewerb um die sinnlosesten Maßnahmen und den nicht messbaren Erfolg könnte damit ein neuer Höhepunkt erreicht werden."

Wolf hatte – wie berichtet – betont, dass die Teilnahme am "Gießfreien August" freiwillig sei. "Ich hoffe aber, dass sich möglichst viele Garten-Besitzer beteiligen." Er betonte: Zum Umdenken und zur nachhaltigen Verhaltens-Änderung gebe es keine Alternative. "Momentan haben wir noch genügend Trinkwasser. Dennoch sollte mit dieser kostbaren Ressource nicht verantwortungslos umgegangen werden, zumal drastische Klima-Veränderungen drohen." Wolf bezweifelte in diesem Zusammenhang, ob es überhaupt einen Intensivrasen braucht.

Es lohne sich, über extensivere Grünflächen wie trockenheits-verträglichere Blumenwiesen nachzudenken, erklärte er. Denn: "Bei einem kräuter-reichen Wiesenbestand ist auch bei großer Hitze kaum eine Bewässerung erforderlich." Voraussetzung sei eine standort-gerechte Auswahl der Pflanzenarten. "Im Vergleich zu einem englischen Rasen fällt bei einer eingewachsenen extensiven Grasfläche oder einer Blumenwiese das Düngen und Wässern sowie das regelmäßige Mähen weg", so der Landrat: "Gleichzeitig tut man etwas für den Artenschutz." 

Doris Rottler, die Umwelt-Expertin am Landratsamt, appellierte an die Gartenbesitzer, im Regelfall Regenwasser zur Garten-Bewässerung zu verwenden. "Regenwasser eignet sich bestens für die Pflanzen-Bewässerung und sollte stets erste Wahl sein", unterstreicht sie: "Es ist salzarm, kalkfrei und kostenfrei zu haben." Durch die Verteilung des Regenwassers bei der Garten-Bewässerung verbleibe das örtlich anfallende Regenwasser am Entstehungsort und werde so wieder dem Wasser-Kreislauf zugeführt.

Die "Alternative für Deutschland" schließt daraus in einer heute veröffentlichten Mitteilung über die Meinung des Landrats, "dass ein akkurat gemähter Rasen seiner Ansicht nach längst ausgedient hat". Der AfD-Kreisverband Freising Pfaffenhofen begrüßt nach eigenem Bekunden jedoch "grundsätzlich den vernünftigen Grundgedanken, gesammeltes Regenwasser zur Garten-Bewässerung zu verwenden". Es spreche alles dafür, "die Ressourcen der Natur dafür zu verwenden, wofür sie auch vorgesehen sind", so der stellvertretende AfD-Kreischef Tobias Teich.

"Bayern steht bei der höchsten Niederschlagsmenge bundesweit auf Platz drei. Regentonnen, Zisternen, Tanks und dergleichen können Wasser in regenreichen Zeiten sammeln und für regenarme Phasen zur Verfügung stellen", erklärt Teich – und gibt Doris Rottler vom Landratsamt völlig Recht, indem er schreibt: "Das Wasser verbleibt zudem am Entstehungsort und wird so auch wieder dem lokalen Wasser-Kreislauf zugeführt." Angesichts der gestiegenen Preise für Verbrauchswasser und der erhöhten Grundgebühr für selbiges, spreche sich die AfD "im wirtschaftlichen Eigeninteresse des Bürgers auch für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem kostbaren Gut Wasser aus".

Zugleich aber schimpft die AfD über den "gießfreien" August: "Erneut wird durch Gängelung des Bürgers keine effektive Verbesserung für die Umwelt erreicht werden. Belehrungen und Empfehlungen dieser Art, werden dereinst unweigerlich in umgesetzten Vorschriften enden." Die AfD stellt sich nach eigenen Worten "deutlich gegen die zunehmend hysterisch-totalitär anmutenden Entwicklungen in der Debatte um das Klima". Sinnvoller Umweltschutz könne nur dort stattfinden, wo er bereits heute möglich sei. "Lösungsansätze, wie das Aufzeigen intelligenter Bewässerungs-Lösungen mit Hilfe der Natur, führen nicht nur ans Ziel, sie werden auch vom Bürger mit Anerkennung statt Gelächter quittiert."

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