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Wohnanhänger krachte gegen Baum, 16-Jähriger starb. Mehrere junge Leute herausgeschleudert und verletzt. Führerscheinloser 15-Jähriger steuerte Unimog-Gespann. Wir fassen zusammen, was derzeit gesichert ist.

(ty) Nach dem tödlichen Verkehrsunfall mit einem von einem Unimog gezogenen Wohnanhänger, der sich am späten Freitagabend im Wald bei Reichertshausen ereignet hat, sind heute von der Polizei umfangreiche Details bekannt gegeben worden. Anhand dieser lässt sich erschließen, welche Tragödie sich da abgespielt hat. Ein führerscheinloser 15-Jähriger steuerte das nicht zugelassene Gespann auf einem für den öffentlichen Verkehr gesperrten Weg. Der Anhänger, in dem sich sieben Leute im Alter zwischen 15 und 21 Jahren befanden, krachte gegen einen Baum. Dabei wurden fünf Personen herausgeschleudert und teils verletzt. Ein 16-Jähriger erlitt auf dem Anhänger so schwere Verletzungen, dass er diesen wenig später erlag. Wir fassen zusammen, was bislang offiziell bekannt ist.

Das Unglück geschah nach Angaben der örtlich zuständigen Polizeiinspektion aus Pfaffenhofen am Freitagabend gegen 23.25 Uhr im Gemeinde-Gebiet von Reichertshausen. Das Gespann, bestehend aus einem Unimog und einem älteren Wohnanhänger, sei von einem 15-Jährigen aus dem Gemeinde-Bereich von Ilmmünster gesteuert worden. Dieser Jugendliche sei nicht im Besitz der erforderlichen Fahrerlaubnis. Sowohl der Unimog als auch der Wohnanhänger seien zum Unfall-Zeitpunkt nicht zugelassen gewesen. 

In dem Wohnanhänger befanden sich laut Polizei zum Unglücks-Zeitpunkt insgesamt sieben junge Leute im Alter zwischen 15 und 21 Jahren: fünf männliche jugendliche, eine weibliche Jugendliche sowie ein 21-jähriger Mann. Unter ihnen auch der 16-Jährige aus dem Gemeinde-Gebiet von Reichertshausen, der dann durch das Unglück sein Leben verlor. Die weiteren Personen, die sich in dem Wohnanhänger befunden hatten, stammen den Angaben zufolge aus den Gemeinde-Gebieten von Schweitenkirchen, Hettenshausen, Ilmmünster, Jetzendorf und Reichertshausen.

Das Gespann war laut Polizei auf einem für den öffentlichen Verkehr gesperrten, einspurigen und unbefestigten Waldweg in Richtung Reichertshausen unterwegs, als es zu dem Unfall kam. Es handele sich um die Verlängerung des Angerwegs von Reichertshausen in Richtung Paunzhausen (Kreis Freising). Nach Erkenntnissen der Polizei geriet das Gespann im Bereich eines leichten Gefälles – ungefähr 300 Meter westlich der so genannten Brautlache-Gedenktafel – aufgrund unangepasster Geschwindigkeit am Beginn einer leichten Rechts-Kurve nach links von der Strecke ab. Damit nahm das Unheil seinen Lauf.

Wie es weiter heißt, wurde der Aufbau des Wohnanhängers gegen einen Baum geschleudert und dabei stark beschädigt. Fünf der sieben Leute, die sich in dem Wohnanhänger befanden, seien aus diesem herausgeschleudert worden – auf die Fahrbahn beziehungsweise in den Seitenbereich. Eine dieser fünf Personen blieb nach bislang vorliegenden Erkenntnissen unverletzt. Der herausgeschleuderte 21-Jährige wurde mittelschwer verletzt. Die weiteren drei Leute gelten laut Polizei als leicht verletzt – die Rede ist von Prellungen, Schürfwunden, Gehirnerschütterung. 

Zwei der sieben jungen Leuten waren den Angaben zufolge nicht aus dem Wohnanhänger geschleudert worden. Eine dieser beiden Personen sei unverletzt davongekommen. Bei der anderen Person handelt es sich um den 16-Jährigen aus dem Gemeinde-Gebiet von Reichertshausen, der das Unglück nicht überleben sollte. Der Teenager hatte sich bei dem Aufprall schwere Kopf-Verletzungen zugezogen, so die Polizei. 

Laut den weiteren Erkenntnissen der Ermittler steuerte der 15 Jahre alte Unimog-Fahrer das nun stark beschädigte Gespann nach dem Unfall-Geschehen noch bis zum Waldfriedhof von Reichertshausen; auf dem demolierten Anhänger befanden sich dabei der schwerst verletzte 16-Jährige sowie eine unverletzt gebliebene Person. Beim Waldfriedhof habe der 15-Jährige den Anhänger abgestellt. Er sei dann zu der Unfallstelle im Wald zurückgefahren.

Bei dem Anhänger verblieben waren nach Angaben der Polizei der 16-Jährige sowie die besagte unverletzte Person zur Betreuung des Schwerstverletzten. Der 16-Jährige sei hier schließlich seinen erlittenen Verletzungen erlegen. Wie bereits in einer ersten Meldung von der Polizei erklärt worden ist, waren die vom hinzugerufenen Rettungsdienst eingeleiteten Reanimations-Maßnahmen ohne Erfolg geblieben. 

Der zur Unfallstelle zurückgekehrte Unimog-Lenker sei schließlich zusammen mit der Jugendlichen, die leichte Verletzungen erlitten habe, zu sich nach Hause gefahren. Als er dort von angerückten Einsatzkräften angetroffen worden sei, habe er sich in einem "psychischen Ausnahme-Zustand" befunden. Er sei anschließend in ein Krankenhaus gebracht worden. Auch drei der fünf aus dem Wohnanhänger geschleuderten Personen wurden laut Polizei in einer Klinik behandelt.

Zu Klärung des genauen Geschehens ist laut Polizei von der Staatsanwaltschaft ein technisches Gutachten bezüglich des Unimogs und des Wohnanhängers sowie ein unfall-analytisches Gutachten in Auftrag gegeben worden. Der 15-jährige Fahrer des Unglücks-Gespanns habe eine Blutentnahme über sich ergehen lassen müssen. Wie ein Polizei-Sprecher gegenüber unserer Zeitung erklärte, sei der Jugendliche zum Unfall-Zeitpunkt mutmaßlich leicht alkoholisiert gewesen.

Gegen den 15-Jährigen werde nun strafrechtlich wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung, unerlaubten Entfernens vom Unfallort, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Straßenverkehrs-Gefährdung und Verstößen gegen das Pflicht-Versicherungs-Gesetz ermittelt. Zudem gehe es um Verstöße gegen die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. 

Erstmeldung zum Thema:

16-Jähriger stirbt bei nächtlichem Unfall mit Wohnanhänger bei Reichertshausen


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