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Die Generalsanierung der Pfaffenhofener Ilmtalklinik beginnt vermutlich 2017 und dauert fünf bis zehn Jahre – nach Abzug der Zuschüsse kommen auf den Landkreis zusätzliche Kosten von mindestens fünf Millionen Euro zu. Auf eine Erhöhung der Kreisumlage zur Finanzierung haben sich CSU und FW bereits verständigt

Von Tobias Zell

Neben dem Doppel-Schulneubau, den die Stadt Pfaffenhofen für gut 26 Millionen Euro plant, steht in der Kreisstadt in den nächsten Jahren noch ein zweites Mega-Projekt an. Das in die Jahre gekommene Pfaffenhofener Krankenhaus muss aufwändig und teuer saniert werden. Im Raum standen hierbei zuletzt Kosten von um die 50 Millionen Euro. Diese Summe aus internen Besprechungen hatte Max Hechinger, der Chef der FW-Kreistagsfraktion, bekanntlich kürzlich genannt; und sie wurde uns auf Anfrage aus dem Landratsamt auch bestätigt. Marcel John, der neue Geschäftsführer der Ilmtalklinik GmbH, hat diese Größenordnung jetzt gegenüber unserer Zeitung ebenfalls bestätigt. Das sei eine „gute Richtgröße“, sagte er zu den genannten 50 Millionen. Starten soll die Sanierung, wenn alles gut läuft, im Jahr 2017.

Weil die Generalsanierung der Klinik freilich während des laufenden Krankenhaus-Betriebs erfolgen muss, werden sich die Arbeiten hinziehen. Das wird nicht zuletzt eine logistische Herausforderung. John spricht bei der Dauer der Arbeiten von fünf bis zehn Jahren. Begonnen werden sollte eigentlich schon heuer; doch weil mit Marcel John ein neuer Geschäftsführer kam und unter seiner Regie erst einmal ein nachhaltiges Klinik-Konzept für die Zukunft entwickelt werden soll, wurde die Sanierung verschoben. John geht davon aus, dass die Ergebnisse bezüglich des künftigen medizinischen Konzepts, sprich: der Ausrichtung der Klinik, Anfang November bei der Klausur der Kreistags-Fraktionssprecher besprochen werden können. 

Davon unabhängig wurden und werden am Klinik-Standort Pfaffenhofen nach Angaben von Sprecherin Sigrid Jürgensmann bereits Maßnahmen in der Energieversorgung und im Brandschutz umgesetzt. „So ist es zum Beispiel durch die Erweiterung der Medizintechnik unumgänglich, die gesamte Notstromversorgung  etwa im Herzkatheter-Labor und in der Endoskopie entsprechend zu vergrößern und zu sanieren“, erklärte sie bereits Mitte September unserer Zeitung.

Nächstes Jahr sollen die konkreten Planungen zur Generalsanierung beginnen – allerdings muss man dabei nicht bei Null anfangen. Es gebe schon ein Konzept, so John. Sobald nun die medizinische Zukunfts-Strategie steht, kann man daraus die nötige Infrastruktur und das Raumkonzept ableiten, erklärte John sinngemäß. Anschließend kann das in der Schublade liegende Sanierungs-Konzept überarbeitet werden, wodurch sich dann auch die Kostenschätzung konkretisieren dürfte.

Marcel John, Geschäftsführer der Ilmtalklinik GmbH.

John rechnet bei der millionenschweren Sanierung mit einem staatlichen Zuschuss in Höhe von 70 bis 90 Prozent der Gesamtkosten. Allerdings gibt es hier genaue Kriterien, die festlegen, was wie hoch gefördert wird. So sei etwa bei Erweiterungen – etwa beim Bau eines zusätzlichen Operationssaals – der Bedarf zweifelsfrei nachzuweisen. Und Außenanlagen würden zum Beispiel überhaupt nicht gefördert. Fest steht jedenfalls: Mit der Sanierung kommt auch auf den Landkreis als Gesellschafter der Klinik GmbH ein dicker Brocken zu. Denn der Teil der Sanierungskosten, der nicht nur Zuschüsse gedeckt wird, bleibt an der Klinik-GmbH und damit am Landkreis hängen. Und das wären bei Gesamtkosten von 50 Millionen selbst bei einer optimistisch angenommenen Förderung von 90 Prozent immer noch fünf Millionen. 

Wie Hechinger kürzlich bei der Kreisversammlung der Freien Wähler in Scheyern erklärt hat, haben die Fraktionen von FW und CSU im Rahmen ihrer Kreistags-Kooperation bereits vereinbart, die nötigen Erhöhungen der Kreisumlage zur Sicherung und Ertüchtigung der Ilmtalklinik mitzutragen. Denn irgendwoher muss der Landkreis das Geld ja nehmen. Eine Erhöhung der Kreisumlage ist angesichts der anstehenden Aufgaben und Investitionen vermutlich schon für das kommende Jahr nötig. Entsprechende Signale sind jedenfalls bereits aus mehreren Richtungen zu vernehmen. 

Im Rahmen des Landkreis-Haushalts für heuer und der Finanzpläne für die kommenden Jahre hat der Pfaffenhofener Kreistag ein umfangreiches Finanzpaket für die Ilmtalklinik geschnürt, mit dem die Zukunft des Krankenhauses zunächst einmal gesichert ist. Das Paket umfasst für die Jahre 2014 bis 2016 insgesamt 16,2 Millionen Euro – zur Stärkung des Eigenkapitals, zur Sicherung der Liquidität und zum Ausgleich der von der Klinik gemachten Verluste. Von den 16,2 Millionen sind für heuer gut 5,65 Millionen Euro eingeplant und für die kommenden beiden Jahre jeweils etwa 5,3 Millionen Euro. Mit Beschluss des Kreistags vom 17. Februar wurde – damals im Vorgriff auf den Kreis-Etat – auch bereits der Verlustausgleich in Höhe von 3,4 Millionen Euro geleistet.  

Die Ilmtalklinik GmbH mit ihren beiden Standorten in Pfaffenhofen und Mainburg wird das laufende Geschäftsjahr nach den aktuellen Prognosen mit einem Verlust von 3,75 Millionen Euro abschließen. Das teilte Geschäftsführer John, wie berichtet, am Dienstag, im Rahmen einer Pressekonferenz mit. Im Wirtschaftsplan für heuer sei noch von einem Verlust von 3,9 Millionen Euro ausgegangen worden – doch die Prognose zeigen bereits einen positiven Trend, so John. 

Seit Johns Dienstantritt im Mai haben sich seinen Angaben zufolge die entscheidenden Zahlen gut entwickelt, praktisch jeder Monat sei seither besser gelaufen als der jeweilige Vorjahresmonat. Insgesamt steht heuer bei den Fallzahlen von Januar bis September ein Plus von 482 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu Buche. 

Konkret angesprochen auf eine Reduzierung des Defizits auf eine Größenordnung um zwei Millionen Euro per anno, erklärte John, das sei in zwei, drei Jahren möglich, falls sich die Rahmenbedingungen nicht weiter verschärfen würden. Selbst eine schwarze Null schließt er mittelfristig nicht aus. „Man sollte sich auch gute Ziele stecken“, sagte er – verwies aber ausdrücklich darauf, dass das wirklich nur mit perfekt passenden Rahmenbedingungen denkbar sei. 

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