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Der erste Projekt-Workhop im Rahmen der Leader-Bewerbung des Landkreises hat sich intensiv mit dem Themenbereich Barrierefreiheit befasst und dabei auch konkrete Vorschläge gesammelt

(ty) Der Tenor beziehungsweise Appell beim ersten Leader-Projekt-Workshop in Münchsmünster war einhellig: „Weg mit den Barrieren” in Köpfen, Kommunen oder Verkehrsmitteln, die Menschen mit Behinderungen die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschweren oder verwehren! Gut 30 Bürger kamen am Montagabend im Bürgersaal der Gemeinde zusammen, um erste Projektideen für die so genannte lokale Entwicklungsstrategie zu diskutieren (LES), mit der sich der Landkreis Pfaffenhofen für das europäische Leader-Förderprogramm 2014 bis 2020 bewerben will.

Dabei erweist sich offenbar die Barrierefreiheit zunehmend als ein wertvolles Qualitäts- und Komfortkriterium, um dem demographischen Wandel zu begegnen und die Menschen der Region im Sinne der Inklusion – und im Sinne von Leader – zusammenzubringen, worauf Bürgermeister Andreas Meyer CWG) in seiner Einführung eindrücklich hinwies. Denn Barrierefreiheit helfe allen Menschen weiter, dem Rollstuhlfahrer oder Rollator-Nutzer genauso wie der Mutter mit dem Kinderwagen – und Barrierefreiheit fördere das Wir-Gefühl in der Region.

Der erste Projekt-Workshop hat sich gezielt mit dem Themenfeld "Barrierefreiheit" im Landkreis befasst.

Schon vor ein paar Jahren hatte man in Münchsmünster damit begonnen, die Gehsteige abzusenken. Auch der Zugang in die Schule wurde leichter gemacht, hier die erste Inklusionsschule im Landkreis gegründet und das Rathaus barrierefrei gestaltet. Probleme bestehen aber noch beim dortigen Bahnhof, wo ebenso wie etwa beim Bahnhof in der Kreisstadt noch Rollstuhlfahrer auf fremde Hilfe angewiesen sind. Auch Probleme aus anderen Gemeinden, beispielsweise bei den Straßen und Gehwegen oder beim Eingang von Arztpraxen, wurden bei dem Workshop genannt.

Bestandsaufnahme zur Barrierefreiheit

Damit die positiven Ansätze Schule machen können, wurde für die Leader-Bewerbung konkret vorgeschlagen, als ersten Schritt eine Bestandsaufnahme zur Barrierefreiheit in allen Kommunen durchzuführen, um den vorrangigen Handlungsbedarf feststellen und eine Übersicht auf Ebene der Gesamtregion zu bekommen. Am besten durch Begehungen vor Ort, wobei der spezifische Blickwinkel der betroffenen Menschen unbedingt mit einbezogen werden müsse, um die Alltagstauglichkeit wirklich testen und überprüfen zu können, wurde hervorgehoben.

Nach Möglichkeit sollten auch Betriebe angesprochen werden, die Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung anbieten könnten, war eine weiterer Aspekt. Denn um die Integration zu fördern, sollte nicht die Behinderung gesehen werden, sondern die Fähigkeiten der Menschen im Vordergrund stehen – und manche Firma könnte davon gut profitieren, wurde erläutert. Im Nachgang wurde angeregt, auch die Räumlichkeiten der Vereine mit einzubeziehen.

Leitfaden für Kommunen

Ausgehend von der Bestandsaufnahme soll dann eine Leitfaden oder Wegweiser für alle Kommunen aufgelegt werden, der aufzeigt, welche Einrichtungen oder Angebote bereits barrierefrei genutzt werden können. „Ähnlich wie bei den Radwegen, wo Mountainbike-, Feld- oder Asphaltstrecken unterschieden werden“, solle eine Systematik der unterschiedlichen Barrierefreiheiten entwickelt werden. Bereits heute bestehen unterschiedliche Anforderungen zwischen „behindertengerecht“ und „behindertenfreundlich“, wurde ausgeführt. Als sinnvoll wurde auch die Entwicklung eines Freizeitführers für barrierefreie Angebote gesehen. Ein Teilnehmerin konnte von ihrer Aktion berichten, das erste “barrierefreie Festzelt” auf dem Barthelmarkt auszuzeichnen.

Aktionstag zur Barrierefreiheit

Eine dritte Projektidee will die verschiedenen Initiativen und Akteure, die sich im Landkreis mit dem Thema Barrierefreiheit beschäftigen, bündeln und bei einem landkreisweiten Aktionstag gemeinsam präsentieren. In fast allen Kommunen gibt es bereits Behindertenbeauftragte und es gibt eine Beauftrage des Landkreises, die als Ansprechpartnerin zu Verfügung steht. Anfang Oktober hat sich in der Kreisstadt Paffenhofen ein Arbeitskreis „Inklusion” gegründet. Außerdem arbeitet ein Arbeitskreis für Inklusion im Rahmen des „Bündnisses für Familien“ im Landkreis. Eingebunden werden soll auch der Seniorenbeirat, der das Thema für die älteren Menschen aufbereitet hat.

Der Projekt-Workshop hat einige konkrete Projekte vorgeschlagen.

Neben der Vernetzung könnte der Aktionstag das aktuelle Thema „altersgerechtes Wohnen“ aufgreifen, das von den Workshop-Teilnehmern als sehr wichtig eingeschätzt wurde. Immer mehr ältere Hausbesitzer planen demnach bauliche Veränderungen, um möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben zu können. Nach Meinung der Diskussionsrunde sollte dieses Thema auch bei Neubauten stärker berücksichtigt werden, weshalb man nicht nur die Bauherrn, sondern auch Architekten und Planer gezielt ansprechen und dafür sensibilisieren will.

Weitere Workshops

Zu weiteren Themen finden im Rahmen der ELS-Erarbeitung in den nächsten Wochen ebenfalls Projekt-Workshops statt. Dabei sollen mögliche Startprojekte zu Schwerpunktthemen herausgearbeitet werden. Alle Bürger sind jeweils eingeladen. Hier die Workshop-Termine im Überblick.

  • Thema Mobilität: Mittwoch, 8. Oktober, 19 Uhr, in Hettenshausen, FC-Vereinsheim FC, Am Sportplatz 1.
  • Themen Freizeit, Tourismus und Umweltbildung: Mittwoch, 22. Oktober, 19.30 Uhr, im Geisenfelder, Rathaus, Kirchplatz 4

  • Themen Landwirtschaft, Naturschutz, Umwelt und Flächenmanagement: Montag, 27. Oktober, 19.30 Uhr im Pfaffenhofener, Landratsamt, großer Sitzungssaal im Rentamt (Eingang an der Ingolstädter Straße)
  • Thema Wirtschaft: Montag, 27. Oktober, 19.30 Uhr im Pfaffenhofener, Landratsamt, Aufenthaltsraum im Rentamt (Eingang an der Ingolstädter Straße).

Unter www.leader-landkreis-pfaffenhofen.de können Interessierte die Ergebnisse der bisherigen Veranstaltungen, die Darstellung der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken nachlesen, bewerten und weitere Hinweise anbringen. Weitere Informationen gibt es bei: Alice Köstler-Hösl vom Landratsamt unter Telefon (0 84 41) 27 – 2 58 oder via Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! sowie bei Ulrike und Jens Lilienbecker vom Büro für Geographie und Kommunikation, unter Telefon (0 97 63) 93 00 49 0 oder via Mail an:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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