Die Zierlmühlbrücke über die Staatsstraße 2232 bei Uttenhofen musste nach einem Bagger-Crash praktisch komplett ersetzt werden. Morgen wird der Neubau für den Verkehr freigegeben.
(ty) Die Zierlmühlbrücke über die Staatsstraße 2232 zwischen Pfaffenhofen und Geisenfeld, die nach einem spektakulären Crash praktisch komplett neu errichtet werden musste, soll am morgigen Freitag für den Verkehr freigegeben werden. Das teilte das Staatliche Bauamt Ingolstadt mit. Auf Grund der noch ausstehenden Restarbeiten sei aber dann vorerst nur eine Spur befahrbar. Damit zeichnet sich das Ende einer scheinbar unendlichen Geschichte ab.
Gegen 11.30 Uhr war am 16. Juli 2015 ein 39-jähriger Lkw-Fahrer mit seinem Tieflader, auf dem sich der Bagger befand, auf der Staatstraße von Pfaffenhofen in Richtung Rohrbach unterwegs, als es zu der heftigen Kollision kam. Da der Bagger nach Ermittlungen der Polizei falsch auf dem Tieflader geladen war, ragte dessen Arm zu hoch hinaus und riss beim Durchfahren der Brücke tragende Teile aus dem Betonwerk. Direkt hinter dem Tieflader fuhr ein Pkw, der von herabfallenden Betonteilen völlig zerstört wurde. Wie durch ein Wunder erlitt das Ehepaar im Alter von 60 und 66 Jahren, das in dem Auto saß, nur leichte Verletzungen.
Durch einen Bagger-Crash wurde die Brücke derart beschädigt, dass das Mittelfeld – über der Staatsstraße – im Zuge einer Sofortmaßnahme abgerissen werden musste. Der Rückbau der beiden noch verbliebenen Randfelder – über der Bahnstrecke sowie über dem Wirtschaftsweg – erfolgte dann im November vergangenen Jahres. Die Pfeiler und die Widerlager der alten Brücke konnten für die Errichtung der neuen Brücke wiederverwendet werden. Die von der Staatsstraße abzweigende Gemeinde-Verbindungsstraße nach Zierlmühle, Ossenzhausen, Eja und Kleinreichertshofen, die eigentlich über die Brücke führt, war seit dem Unfall nicht mehr passierbar.
Im Zuge einer Sofortmaßnahme musste damals das Mittelstück abgerissen werden.
Die Brücke überspannt auch die Bahn-Strecke München–Ingolstadt–Nürnberg. Im Zuge der Erneuerung des Bauwerks war eine Reihe von Sperrpausen dieser wichtigen Zugverbindung notwendig: für den Abbruch und den Einhub der neun Fertigteile. Um die Bahnstrecke nicht unnötig zu sperren, koordinierten die Bahn und das Staatliche Bauamt ihre Bauarbeiten. Nach dem Einhub der Fertigteile im März dieses Jahres waren die weiteren Arbeiten an der neuen Brücke dann unabhängig von der Bahn möglich.
„Im Laufe dieser Woche werden die restlichen Asphaltierungsarbeiten auf der Brücke abgeschlossen, so dass der Verkehr voraussichtlich ab Freitag die Brücke wieder befahren kann“, heißt es aus dem Staatlichen Bauamt. Da noch kleinere Restarbeiten ausstehen, sei die Brücke zunächst nur einspurig befahrbar. Diese Restarbeiten sollen aber schnellstmöglich fertiggestellt werden.
Einhub der neuen Brückenteile im März.
Und morgen wird nun die neue Brücke für den Verkehr freigegeben.
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