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Ticket-Automaten werden aufgestellt: Eine Stunde kostet dann einen Euro, der Tages-Höchstsatz liegt bei fünf Euro. Mitarbeiter parken "zunächst" kostenlos.

(zel) Die Zeit des kostenlosen Parkens am Pfaffenhofener Krankenhaus geht zu Ende. Ab 1. Oktober werden Gebühren erhoben, wie die Klinik-GmbH heute mitteilte. Pro Stunde wird dann ein Euro fällig, der Tages-Höchstsatz beträgt fünf Euro. Kostenlose Stellplätze gibt es unter anderem für Behinderte, Kurz-Parker und werdende Eltern. Für Mitarbeiter sei das Parken "zunächst" kostenlos. Mit der Einführung von Parkgebühren wird ein Punkt aus einem Gutachten zur wirtschaftlichen Sanierung der hochdefizitären Krankenhaus-GmbH mit ihren Standorten in Pfaffenhofen und Mainburg umgesetzt. Für heuer wird ein Minus aus dem laufenden Betrieb um 4,3 Millionen Euro erwartet; im vergangenen Jahr waren es fünf Millionen.

 

„Die Parkplatz-Situation an der Ilmtalklinik Pfaffenhofen war in den letzten Jahren immer wieder in der Diskussion“, heißt es in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung. Besucher konnten demnach oft keinen Parkplatz finden und auch Parkgebühren – wie an anderen Krankenhäusern üblich – waren immer wieder ein Thema. Am 1. Oktober werden nun auch die Parkplätze an der Pfaffenhofener Klinik gebührenpflichtig. „Auf diese Weise sorgt die Geschäftsführung für mehr freien Parkraum und setzt einen weiteren Punkt des Gutachtens zur Konsolidierung der Ilmtalklinik um“, wird dazu erklärt.

Grundlage der aktuell laufenden Bemühungen zur wirtschaftlichen Sanierung der Klinik-GmbH mit ihrem beiden Krankenhäusern in Pfaffenhofen und Mainburg ist bekanntlich ein 90-seitiges Gutachten, in dem das renommierte Berater-Unternehmen „Ernst & Young“ die Situation der beiden Standorte unter die Lupe genommen hatte. Das Ergebnis war bemerkenswert. Denn demnach lässt sich das Ergebnis der Ilmtalklinik-GmbH aus dem laufenden Geschäftsbetrieb bis zum Jahr 2019 schrittweise um stolze 4,1 Millionen Euro per anno verbessern – und zwar ohne großen Personal-Abbau. Die beiden Krankenhäuser würden dann im Idealfall wohl nur mehr ungefähr eine Million Euro pro Jahr Minus machen. 

 

Für das Jahr 2015 zum Beispiel stand ein Defizit in Höhe von satten 5,1 Millionen Euro zu Buche. Ein Minus, das die beiden Gesellschafter – die Landkreise Pfaffenhofen (85 Prozent) und Kelheim (15 Prozent) – entsprechend ihrer Anteile aus Steuergeldern regelmäßig ausgleichen müssen. Insider gehen davon aus, dass das Geschäftsergebnis der Klinik-GmbH ohne nachhaltige und deutliche Gegenmaßnahmen nicht besser, sondern in den folgenden Jahren stetig schlechter würde.

Doch auf Grundlage der Expertise sollte nun die Kehrtwende eingeleitet werden. Im vergangenen Jahr betrug das Minus fast genau fünf Millionen Euro. Und wie Geschäftsführer Ingo Goldammer im März bei einer Sondersitzung des Pfaffenhofener Kreistags darlegte, sieht der Wirtschaftsplan für heuer ein Minus aus dem reinen Geschäftsbetrieb in einer Größenordnung von etwa 4,3 Millionen Euro vor. Das würde eine Verbesserung um fast 700 000 Euro bedeuten und wäre ein erster sich in Zahlen niederschlagender Schritt auf dem Weg aus den tiefroten Zahlen

 

So sollen die Parkschein-Automaten aussehen, die am Pfaffenhofener Krankenhaus aufgestellt werden (Foto: Ilmtalklinik-GmbH).

Wie Christian Egle von „Ernst & Young“ im vergangenen Jahr bei einem Pressetermin ausgeführt hatte, soll das Potenzial von 4,1 Millionen Euro jeweils etwa zur Hälfte durch die Reduzierung der Kosten und durch die Steigerung der Erlöse realisiert werden. Insgesamt haben die Experten 28 konkrete Maßnahmen im Detail beschrieben, die in Form eines „Sanierungs-Projekts“ umgesetzt werden sollen. Als Beispiele wurden die Verbesserung des OP-Managements, die Verbesserung der Codierung (zur Verringerung der negativen Rückmeldungen von Krankenversicherungen), die Zentralisierung der Sterilisation, die Verbesserung des Controllings, die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit und Änderungen in der Küche genannt.    

Ein weiterer Punkt, der nach Informationen unserer Zeitung auch ausdrücklich in dem Gutachten steht, ist eben die Erhebung von Parkgebühren am Klinik-Standort Pfaffenhofen. Und zwar für Patienten, Angehörige und Besucher. Dem Vernehmen nach soll diese Maßnahme der Klinik-GmbH künftig jährlich um die 200 000 Euro in die Kasse spülen. Mitarbeiter müssen übrigens "zunächst" keine Parkgebühren bezahlen – sie erhalten entsprechende Parkausweise.

  

Die Einführung von Parkgebühren soll aber nicht nur einen kleinen Beitrag dazu leisten, das Defizit der Klinik-GmbH zu reduzieren, sondern auch das mitunter herrschende Park-Chaos beheben. „Zahlreiche Pendler nutzten bisher den Parkraum an der Ilmtalklinik als Park&Ride-Parkplatz“, sagt Unternehmens-Sprecherin Bianca Frömer. „Viele Besucher, aber auch Patienten, die zur Aufnahme kamen, oder Lieferanten hatten dadurch Probleme, an der Klinik zu parken – obwohl eigentlich ausreichend Parkplätze vorhanden sind.“ Von Seiten der Klinik-Leitung ist man sich jedenfalls sicher: „Durch die Parkgebühren wird sich die Parksituation an der Ilmtalklinik schnell verbessern.“ 

Ab 1. Oktober werden nun auf dem Parkplatz der Pfaffenhofener Klinik Parkschein-Automaten stehen. Das Gebühren-Modell gestaltet sich nach heute veröffentlichten Angaben wie folgt: Die erste halbe Stunde kostet 50 Cent, eine Stunde kostet einen Euro. Jede weitere angefangene Stunde schlägt mit einem weiteren Euro zu Buche, der Tageshöchstsatz soll bei fünf Euro liegen.

 

Weiterhin gebührenfrei sind den Angaben zufolge die Behinderten-Parkplätze, zehn Kurzzeit-Parkplätze, ein „Storchenparkplatz“ für werdende Eltern, drei Mutter/Kind-Parkplätze sowie der Taxi-Parkplatz. „Für Mitarbeiter ist das Parken zunächst kostenlos, sie erhalten Parkausweise“, heißt es aus der Klinik. Man beachte das Wort „zunächst“. Wie Klinik-Sprecherin Frömer auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, werde eine externe Firma die Parküberwachung übernehmen und gegebenenfalls Knöllchen verteilen.

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